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    Ausstellung

    Siegfried Zaworka

    Funktionale

    27/09/201924/09/2022

    mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

    Museumsplatz 1,
    1070 Wien

    Mit Siegfried Zaworka lädt das mumok erstmals einen österreichischen Künstler ein, die Wand im Foyer des Museums mit einer eigens dafür konzipierten Arbeit zu bespielen. Nach den fotobasierten Installationen von Cindy Sherman, Louise Lawler und Jeff Wall sind es bei Zaworka die Mittel der Malerei, die einer künstlerischen Befragung unterzogen werden. Unter dem Titel Funktionale arrangiert er eine Gruppe von auf bloße Leinwand gemalten Bildelementen zu einem temporären Wandbild, das mit der Wahrnehmung der Betrachter*innen ein raffiniertes Spiel treibt. Was auf den ersten Blick wie eine surreale Landschaft mit Gebirgskette, Tannenbaum und vegetabilen Formen anmutet, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als systematische Auseinandersetzung mit dem illusionistischen Potenzial der Malerei.

    Ausstellung

    a_schau

    Dauerausstellung

    1/01/202031/12/2021

    Architekturzentrum Wien

    MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Die „a_schau“ ist die Dauerausstellung des Az W. Sie zeigt einen kompakten Überblick zur Entwicklung und Geschichte der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts und einen einzigartigen Blick auf 150 Jahre Architekturschaffen in Österreich.

    In zehn Episoden entfalten sich die relevantesten Phänomene und Strömungen und lassen dabei Platz für autonome Positionen. Ausgehend vom Aufstieg Wiens zur imperialen Großstadt führt die Ausstellung ins Spannungsfeld zwischen sozialpolitischem Experiment, der „Eroberung“ alpiner Landschaftsräume, den Machtverstrickungen in der NS-Zeit und dem Wiederaufbau nach 1945.

    Moderne, Experimente und Krisen
    Das Jahr 1958 ist für die Architekturentwicklung in Österreich signifikant. Es werden einige Schlüsselbauten fertiggestellt, die einen etwas späten Aufbruch in die internationale Moderne signalisieren. Danach machen sich Raumfahrt, der weltweite Siegeszug von Pop-Kultur und Massenmedien in der Architekturproduktion bemerkbar. Die Ölkrise von 1973 setzt den utopischen Konzepten ein abruptes Ende und markiert gleichzeitig den Beginn einer Vielzahl von konstruktiven und formalen Experimenten. Wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind aktuelle Positionen quer durch Österreich, die in digitaler Form präsentiert werden.

    Kuratorinnen: Gabriele Kaiser, Monika Platzer, Az W

    Günther Domenig, Steinhaus, 1986–2008 © AzW Wien, Sammlung, Foto: Margherita Spiluttini

    Ausstellung

    HELMUT LANG ARCHIV

    EINE INTERVENTION VON HELMUT LANG

    16/06/20209/01/2022

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    Bis 9. Jänner 2021 zeigt das MAK im HELMUT LANG ARCHIV eine temporäre Intervention von Helmut Lang, die sich mit dem Archiv als Sammlungs-, Aufbewahrungs- und Ausstellungsort und Speicher von Erinnerungen sowie dem Potenzial seiner Nutzung beschäftigt. Das MAK ist die einzige Institution weltweit, in der die Geschichte der Markenentwicklung und -identität Helmut Langs nachvollzogen werden kann. Seit Helmut Langs Rückzug aus der Modebranche im Jahr 2005 konzentriert sich der 1956 geborene Österreicher auf sein künstlerisches Schaffen – 20 internationale Museen erhielten Schenkungen von Helmut Lang.

    Ausstellung

    Dauerausstellung Schausammlung

    1/07/202031/12/2021

    Oberes Belvedere

    Prinz Eugen-Straße 27

    Mehrere tausend Werke aus neun Jahrhunderten umfasst die Sammlung des Belvedere. Das Museum wirft mit der Aufstellung der Sammlung einen spannenden Blick aus unerwarteter Perspektive auf die Werke von Künstler_innen wie Rueland Frueauf d. Ä., Franz Xaver Messerschmidt, Ferdinand Georg Waldmüller, Gustav Klimt, Erika Giovanna Klien, Egon Schiele, Helene Funke oder Oskar Kokoschka.

    Der umfangreiche Bestand des Belvedere umfasst Werke vom Mittelalter bis in die Gegenwart, darunter die weltweit größten Sammlungen von Ferdinand Georg Waldmüller und Gustav Klimt oder die Charakterköpfe von Franz Xaver Messerschmidt. Mit der Schausammlung schafft das Obere Belvedere neuartige Zugänge zu diesen Meisterwerken der Kunst.

    Themenräume unterbrechen die chronologisch den Kunstepochen folgende Hängung. Ein vielschichtiger Dialog entsteht so zwischen den Klassikern der Kunstgeschichte und zeitgenössischen Positionen. Die Räume kreisen um Fragestellungen zu Österreichs Geschichte, seiner Identität und seiner Kunst. So wird ein Spannungsfeld zwischen historischen Referenzen und aktuellen Bezugspunkten erzeugt – scheinbar Altbekanntes kann im neuen Kontext wiederentdeckt werden.

    Dem Bau des Schloss Belvedere unter Prinz Eugen von Savoyen, der Museumsgründung, der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages und der heutigen Rolle als modernes Museum ist ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet, der die bewegte Geschichte des Hauses reflektiert.

    Ausstellungsansicht "Schausammlung Neu" Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien

    Alle Programmformate

    Meisterwerke der Moderne

    Die Sammlung Batliner

    1/07/202031/12/2021

    Albertina

    Albertinaplatz 1, 1010 Wien

    Die Schausammlung der ALBERTINA wurde vollständig neu aufgestellt. Schwerpunkt der aktuellen Präsentation sind zahlreiche bisher selten gezeigte Arbeiten Pablo Picassos. Die ALBERTINA besitzt mit der Sammlung Batliner eine der bedeutendsten Kollektionen Europas zur Malerei der Klassischen Moderne.
    Den Ausgangspunkt der permanenten Ausstellung bilden die Künstler des Impressionismus und des Postimpressionismus wie Degas, Cézanne, Toulouse-Lautrec und Gauguin. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Deutschen Expressionismus mit den Künstlergruppen Die Brücke und Der Blaue Reiter sowie auf der Neuen Sachlichkeit mit Werken von Wacker, Sedlacek und Hofer. Den Fokus auf die Kunst Österreichs vertiefen Werke von Kokoschka sowie Gemälde von Egger-Lienz. Die Vielfalt der russischen Avantgarde illustrieren Gemälde von Gontscharowa, Malewitsch und Chagall.

    Die ALBERTINA begrüßt die Sammlung Othmar Huber zu einem Gastauftritt im Rahmen der Schausammlung. Aus der Kollektion des Schweizer Augenarztes Othmar Huber (1892–1979) wird eine Auswahl von 15 Werken präsentiert, die einen Dialog zwischen diesen beiden herausragenden Sammlungen der Klassischen Moderne entfacht. Der Fokus dieser Begegnung von Schlüsselwerken der Moderne liegt auf dem Blauen Reiter, darunter Marcs Hauptwerk Blaues Pferd II, Mackes Hafen von Duisburg sowie Werken von Kandinsky und Klee. Zwei bedeutende Gemälde von Picasso, Schlafende Trinkerin aus der frühen Phase seiner Blauen Periode sowie Frau im Profil, die zusammen mit dem reichen ALBERTINA-Bestand an Werken Picassos präsentiert werden, runden das besondere Gastspiel ab. Die ausgestellten Werke sind Leihgaben der Stiftung Othmar Huber, die im Kunstmuseum Bern beheimatet ist, und des Kunsthauses Glarus.

    Paul Signac | Venedig, die rosa Wolke, 1909 | © ALBERTINA, Wien – Sammlung Batliner

    Ausstellung

    MAK SCHAUSAMMLUNG WIEN 1900

    Design / Kunstgewerbe 1890-1938

    1/07/202031/07/2022

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    Die Räume der Schausammlung sind von zeitgenössischen KünstlerInnen gestaltet und zeigen ausgewählte Highlights der MAK-Sammlung. In einem einzigartigen Zusammenspiel von künstlerischem Erbe und zeitgenössischen Interventionen werden die historischen Bestände in Szene gesetzt und laden in dieser speziellen Inszenierung zur eingehenden Betrachtung der Objekte ein.
    Thematisches Zentrum der Präsentation bildet das vielgestaltige Ringen um einen österreichischen modernen bürgerlich-demokratischen Stil. Als Secessionismus und Jugendstil bezeichnet, dient das Design und Kunstgewerbe dieser vibrierenden Zeit heute wie kein anderes der österreichischen Identitätsstiftung.

    ©MAK

    Ausstellung

    Verborgene Gedanken visueller Natur

    23/09/202031/12/2021

    Sigmund Freud Museum

    Berggasse 19, 1090 Wien

    Die Dauerausstellung Verborgene Gedanken visueller Natur wurde in Sigmund Freuds „erster Ordination“ im Hochparterre eingerichtet: Eine Präsentation ausgewählter Werke der Konzeptkunstsammlung des Sigmund Freud Museums. 1989 mit einer Installation des amerikanischen Künstlers Joseph Kosuth ins Leben gerufen, unfasst die Sammlung Werke von KünstlerInnen wie Franz West, Heimo Zobernig, Susan Hiller, John Baldessari, Sherrie Levine, Haim Steinbach, Ilya Kabakov oder Pier Paolo Calzolari.

    Ausstellungsansicht: Verborgene Gedanken visueller Natur © Oliver-Ottenschlaeger, Sigmund Freud Privatstiftung

    Ausstellung

    WIEN 1900

    Aufbruch in die Moderne

    1/01/20211/01/2022

    Leopold Museum

    Museumsplatz 1
    1070 Wien

    Das Leopold Museum entwirft mit seiner neu konzipierten Dauerpräsentation ein opulentes Tableau, das einen in Dichte und Komplexität einzigartigen Einblick in das Faszinosum Wien um 1900 und das Fluidum jener pulsierenden Zeit bietet.

    Die Donaumetropole war um die Jahrhundertwende gleichermaßen die Hauptstadt des Hochadels und der liberalen Intellektuellen, der prachtvollen Ringstraße und endloser Armenviertel, des Antisemitismus und des Zionismus, des starren Konservatismus und der einsetzenden Moderne. Glanz und Elend, Traum und Wirklichkeit, Selbstauflösung und Neuaufbruch bezeichnen den ästhetischen Pluralismus und markieren das Wien jener Zeit als Versuchsstation und Ideenlaboratorium – und damit als zentralen Motor einer turbulenten Erneuerungsbewegung. In diesem heterogenen Milieu – Arnold Schönberg sprach von der „Emanzipation der Dissonanz“ – fand jene einzigartige Verdichtung an Kulturleistungen statt, die uns heute von Wien um 1900 als einem Quellgrund der Moderne sprechen lässt. Der Aufbruch fand in den unterschiedlichsten Disziplinen statt, von der Malerei und den grafischen Künsten, über Literatur, Musik, Theater, Tanz und Architektur bis hin zu Medizin, Psychologie, Philosophie, Rechtslehre und Ökonomie. Die ca. 1300 Exponate umfassende, sich über drei Ebenen erstreckende Ausstellung präsentiert den Glanz und die Fülle künstlerischer und geistiger Errungenschaften jener Epoche anhand der Meisterwerke des Leopold Museum sowie großartiger Dauerleihgaben aus österreichischen und internationalen Sammlungen.

    Die Ausstellung entsteht unter der kuratorischen Ägide von Hans-Peter Wipplinger in begleitendem Dialog mit Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Fachgebieten.

    Ausstellung

    ERWIN WURM

    Dissolution

    8/05/20215/12/2021

    11:00—18:00

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    Gestische Skulpturen aus Keramik stehen im Mittelpunkt der MAK-Ausstellung, die erstmals Erwin Wurms skulpturale Serie Dissolution (2018–2020) im musealen Kontext vorstellt. Die englische Bezeichnung „Dissolution“ bedeutet Auflösung, Verfall, Zersetzung oder Entgrenzung. Die Skulpturen, aus denen sich Finger, Hände, Lippen, Münder, Busen, Bäuche, Nabel, Nasen und Ohren schieben, schrauben sich aus einer Masse von Ton. In den skulpturalen Formen verbindet der Künstler Realismus und Abstraktion.
    Die skulpturalen Körpersegmente nehmen das Interieur des Geymüllerschlössel ein und schaffen Tableaux vivants – dramaturgische Anordnungen zwischen Bewegung und Stille, Geschichte und Gegenwart – in den einzelnen Räumen und Salons, wie der Eingangshalle, der Bibliothek, dem Musikzimmer, dem Kuppelsaal, dem Schlafzimmer, dem Orientzimmer oder vor dem Hintergrund einer Panoramatapete, die den kolonialen europäischen Blick illustriert.
    Im Garten des Schlössels spannen Wurms Skulpturen aus Carrara-Marmor einen Bogen zur Rolle des Künstlers, unsere Welt kritisch zu beleuchten und zu verzerren.
    Kurator*innen
    Bärbel Vischer, Kustodin MAK-Sammlung Gegenwartskunst
    Rainald Franz, Kustode MAK-Sammlung Glas und Keramik
    +++
    MAK-Expositur Geymüllerschlössel
    Pötzleinsdorferstraße 102, 1180 Wien
    Geöffnet jeweils Samstag und Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr.
    +++
    Mit freundlicher Unterstützung von Dorotheum
    Dank an Thaddaeus Ropac
    London Paris Salzburg

    © Aslan Kudrnofsky/MAK

    Corita Kent (Sister Corita) the sea queen, 1973
    Ausstellung

    Enjoy – die mumok Sammlung im Wandel

    19/06/202118/04/2022

    mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

    Museumsplatz 1,
    1070 Wien

    Zehn Jahre nach ihrer Antrittsausstellung Museum der Wünsche präsentiert Karola Kraus zusammen mit ihrem Team eine Sammlungsausstellung, die zentrale Schen- kungen und Ankäufe des letzten Jahrzehnts integriert, um die Sammlung in ihrer Entwicklung neu zu beleuchten. 20 Jahre nach der Eröffnung des mumok im Museums- Quartier und 40 Jahre nach Gründung der Österreichischen Ludwig-Stiftung ist diese Ausstellung Resümee und Ausblick zugleich. Sie ermöglicht die Rückschau auf die vergangenen Jahre und stellt neue Perspektiven zur Diskussion, auf deren Grundlage die zukünftige museale Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit gestaltet werden kann. Die Präsentation zielt darauf ab, die Kunstgeschichte seit der Moderne als einen lebendigen Prozess zu vermitteln, in dem sich gesellschaftspolitische, soziokulturelle und philosophische Entwicklungen und Diskurse – sowie deren Wandelbarkeit – widerspiegeln.

    Ausstellung

    Heimo Zobernig

    19/06/202117/10/2021

    mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

    Museumsplatz 1,
    1070 Wien

    Malerei ist neben Skulptur, Film, Performance und Gestaltung ein zentraler Bestandteil der medienübergreifenden Kunst von Heimo Zobernig. Seit dem Beginn seiner künstlerischen Praxis in den frühen 1980er-Jahren hat er ein umfangreiches malerisches Werk erarbeitet, immer auf der Grundlage des Versuchs, die Farbe wie ein „Wissenschaftler“ zu erforschen. So wird die Malerei bei Zobernig zu einer Maschine für die Produktion von Erkenntnissen. Charakteristisch für dessen Vorgehen in diesem Zusammenhang sind Strategien der Vereinfachung, Normierung und Systematisierung durch Anwendung von festgelegten Regeln sowie die künstlerische Aneignung von industriellen Normen und weit verbreiteten Mustern (wie etwa TV-Testbildern).

    Heimo Zobernig Ohne Titel, 2019 Courtesy Galerie Meyer Kainer, Wien Photo: Archiv Heimo Zobernig © Heimo Zobernig / Bildrecht, Wien 2021

    Ausstellung

    Tatiana Bilbao Estudio

    18/08/202117/01/2022

    Architekturzentrum Wien

    MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Die Ausstellung gibt erstmals in Österreich Einblick in die Arbeit der mexikanischen Architektin Tatiana Bilbao (geb. 1972, Mexiko City) und ihres gleichnamigen Büros. Sie stellt ihre Arbeitsweise und Philosophie sowie ihre wichtigsten Bauten vor.

    Tatiana Bilbao Estudio erforscht und interpretiert die historische Kultur und Bautraditionen Mexikos sowie den unmittelbaren Kontext der Projekte. Die Ausstellung erkundet verschiedene Dimensionen von „Landschaft“, die die Arbeit des Büros beeinflussen und leiten – von der natürlichen Landschaft über Stadtlandschaften bis zu sozialen und kulturellen Landschaften. Bilbaos Werk ist breit gefächert und entsteht oft disziplinenübergreifend in Zusammenarbeit mit anderen Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen, Künstler*innen und Bewohner*innen: von einer Pilgerroute in Mexiko über einen botanischen Garten in Culiacán bis zum Wohnbau. Die Analyse der Landschaft und der sozialen Bedingungen bildet die Grundlage für so große Projekte wie das Aquarium in Mazatlán oder so kleine wie das soziale Wohnbauprojekt in Acuña.

    © Rory Gardiner

    Ausstellung

    Florin Kompatscher ROKOKO Tints

    2/09/202126/11/2021

    19:00—18:00

    Elisabeth & Klaus Thoman

    Seilerstätte 7, 1010 Wien

    ROKOKO Tints umfasst Gemälde aus den Jahren 2018 und 2021, die den Ausstellungsraum auf barocke Weise ausfüllen. Für seine Ausstellung in Wien hat Florin Kompatscher mit der Erweiterung des „Roten Salons“ zwei neue Installationen entworfen. In seiner Malerei generiert der Künstler seit jeher bizarr-ästhetische Traumwelten, die sich stilistisch nicht eingrenzen lassen. Sie scheinen aus dem Unterbewusstsein zu entspringen und an den Surrealismus anzuknüpfen, während die atmosphärischen Farbauflösungen an den Impressionismus erinnern lassen. Besonders in der neuen Werkserie wirkt die heitere Verspieltheit der Komposition sehr dynamisch und auch in der Farbgebung fröhlich.

    Florin Kompatscher, ROKOKO, 2018, oil on linen, 200 x 140 cm, Photo © Galerie Elisabeth & Klaus Thoman / Nick Ash

    Augusta Laar und Stefan Stratil: Plastic Religion – Kenwalk Vivus Funeratus

    2/09/202119/11/2021

    19:00

    ASIFAKEIL der ASIFA Austria

    Q21 / MuseumsQuartier Wien, Electric Avenue, Museumsplatz 1
    1070 Wien

    Barbie und Ken galten als regelrechtes Traumpaar – händchenhaltend verkörperten die beiden zugleich vertraute Freunde und die Liebe des Lebens. Eins war immer sicher: Ken ist zugleich der perfekte Partner, Sonnyboy und Traumschwiegersohn. Auch wenn seine PVC-Gesichtszüge nicht altern, wird Ken in diesem Jahr nun 60 Jahre alt.

    Die Ausstellung um die legendäre Puppe thematisiert die Konstruktion und den Wandel des Männerbilds. Sie vereint eine neue Edition des legendären Ken Walk von Augusta Laar, sowie Material aus ihrer einzigartigen Ken-Sammlung mit einer aktuell konzipierten Installation zum Film „Vivus Funeratus“ von Stefan Stratil. Dazu gibt es eine Performance des Künstlerduos Kunst oder Unfall aka Augusta und Kalle Aldis Laar: Ken Walk Barbie Talk mit Electronics, Talking Dolls und anderem klingenden Spielzeug.

    Augusta Laar
: Kenwalk Asifa Ed., Installation 2021 Puppen und Artefakte / dolls and artefacts

    Stefan Stratil: Vivus Funeratus, Animation / Installation 1992/2021 Musik / music: Der Plan

    © Kalle Aldis Laar / Lucia Possas

    Robert McNally, Detail, Z Manifold, 2021, Courtesy KOENIG2 by_ robbygreif, Vienna and the artist
    Ausstellung

    Robert McNally | The Metawürst

    4/09/202116/10/2021

    KOENIG2 by_robbygreif

    Margaretenstraße 5, 1040 Wien

    In den jüngsten Zeichnungen von Robert McNally seziert der Künstler die Bestandteile der digitalen Welt und behält dabei eine intime Beziehung zum analogen Zeichenhandwerk bei. Seine Konstruktionen rufen eine gewisse Art von anachronistischem und abstrahierten Geschichtenerzählen hervor, das sich aus dem Paradoxen, Surrealen und Unterbewussten nährt. Die Mehrdeutigkeit von Zwischenzuständen, die von Dichotomien wie langsam und schnell, Technik und Medium, Sehen und Darstellen sowie Trägheit und Beschleunigung umschlossen sind, ist für McNallys strukturelle Methodik von zentralem Interesse. Seine Darstellungen sind entropisch und überwältigend mit Informationen gesättigt, schärfen aber gleichzeitig unsere Sinne für die Absurditäten des Daseins.
    Unter dem Titel „The Metawürst“ zieht seine erste Einzelausstellung in Österreich bei KOENIG2 by_robbygreif eine klare Linie zum „Metaverse“ – der Gesamtheit aller virtuellen Welten und Räume, augmentierter und physischer Realitäten und des Internets, wie sie Neal Stephenson erstmals in seinem Science-Fiction-Roman ‚Snow Crash‘ von 1992 definierte. Jedes von McNallys großformatigen Werken funktioniert wie ein Kapitel in einem Roman. Während sie alle unabhängig voneinander und austauschbar in der Art und Weise sind wie wir sie in ihrer Reihenfolge „lesen“, dienen ihre impliziten symbolischen Formen, Tropen und Motive als Hinweise, die uns helfen können, einige von ihnen zu entschlüsseln und mit ihnen in Dialog zu treten. Der zweite Teil des Titels, ‚würst‘, ist ein Wortspiel, eine metaphorische Andeutung, die auf das Füllen von Papier mit Daten und Reizen hinweist – ganz so wie eine Wurst produziert wird, sind seine Arbeiten bis an die Ränder vollgestopft mit einer Melange aus verarbeiteten Teilen.
    Robert McNallys Erzählungen manifestieren sich in fiktiven Welten, die innerhalb ihrer Realität an eigene Gravitationskräfte und physikalische Prinzipien gebunden sind. „Z Manifold“ ist ein Beispiel für eine derart komplexe Schichtung von Zeit und Materialität. Hinter einem bunten Vordergrund aus verschwommenen Airbrush-Farben und Sprühlinien öffnet der Künstler eine rechteckige Grisaille als Bild im Bild. Diese beherbergt eine Gruppe von acht Köpfen, die in einem Kreis um den Querschnitt eines isometrischen Modells angeordnet sind, das die Vorhalle von Antonello Da Messinas „Der hl. Hieronymus in seinem Arbeitszimmer“ zeigt. Im Vordergrund darunter befindet sich eine Holzbox mit Marmorplatte, die in ihrer Dreidimensionalität die Grisaille selbst flacher, beinahe wie einen Spiegel erscheinen lässt. Aus acht Löchern der hölzernen Kiste treten wie aus einer medizinischen Teststation armlange Gummihandschuhe hervor. Bunte Gegenstände sind auf der Marmortheke platziert: eine zusammengerollte Karte, die Büste eines Kopfes, der scheinbar durch sich selbst hindurchschaut, ein schlecht gerenderter, digitaler, roter Apfel und ein zweiter, blauer Apfel, dem die Farbkomponenten Magenta oder Gelb fehlen, während wir ihn im Prozess des Erscheinens und Verschwindens vor unseren Augen sehen. Aber der Kern des Ganzen, das eigentliche Zentrum, ist fast unsichtbar. Es ist ein weiteres Bild im Bild, diesmal hinter dem Mittelgrund, wo der Großteil der Aktivität stattfindet. In einem geheimen Raum zeigt ein projektionsartiges Tondo eine Person, die hinter einem kleinen Schreibtisch sitzt, mit einem primitiven Computer vor sich, der das gesamte Geschehen bis in den Vordergrund der Zeichnung überwacht. Genau in diesem Raum befinden wir uns in der Zwillingsarbeit ‚Inlet Manifold‘. Aus ihr treten wir auf einer projektiven Reise in einen anderen surrealen Raum, in dem wir mit einer neuen virtuellen und rätselhaften Realität konfrontiert werden.
    Alle Arbeiten der Ausstellung lassen sich als Landschaften charakterisieren, die sich zwischen inneren und äußeren Perspektiven bewegen und sowohl den Bereich des Physischen als auch des Metaphysischen überbrücken. Dies gilt auch für „Operator“, eine Arbeit, in der „Geschichte, Zeit und Wahrheit formbar sind wie Ton“, wie es der Künstler poetisch formuliert. Die Zeichnung ist in der Tat Zeuge einer Modellierung in Ton zweier einander abgewandter Figuren. Die Arbeit erfährt eine Dreidimensionalität, die durch die intensive Haptik der Figuren, an  Fingerzeichnen und gestisches Kratzen auf einer Tonoberfläche erinnert. Schrauben, Essiggurken, ein Apfel, eine Aloe Vera Pflanze, Kartoffeln, Wabenkarton, ein Lichtschalter, eine mit Porträts versehene Schachtel, Maschendraht, all das findet in dieser Landschaft seinen Platz. Robert McNallys oft humorvolle und manchmal düstere Arbeiten sind parodistische Hybriden der Realität. Ihre rätselhaften, surrealen Spielräume pflegen nicht nur eine einzigartige Erzählstruktur, sondern manifestieren sich als zähflüssige Materie in Zeit.
    (Andrea Kopranovic, 2021)
    Robert McNally, geboren 1982 in Gateshead, Großbritannien, lebt und arbeitet in London.

    Robert McNally, Detail, Z Manifold, 2021, Courtesy KOENIG2 by_ robbygreif, Vienna and the artist

    Danh Vo
    Ausstellung

    Danh Vo

    17/09/20217/11/2021

    Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

    Friedrichstraße 12, 1010 Wien

    „Um die Gegenwart untersuchen zu können, muss man die Vergangenheit verstehen: jene Vergangenheit, die die eigene Gegenwart bestimmt. Ich glaube auch, dass man in die Zukunft schauen muss. Das ist zweifellos eine Lebensphilosophie, mit der ich lebe und die, wie ich hoffe, in meiner Arbeit zum Ausdruck kommt.“
    (Danh Vo, Begleitheft zur Ausstellung untitled in der South London Gallery, 2019)

    In seinen konzeptuellen Arbeiten und Installationen greift Danh Vo häufig auf persönliche Lebenserfahrungen zurück, um umfassendere historische, soziale und politische Themen zu untersuchen. Insbesondere Ereignisse, Entwicklungen und Personen, die einen Bezug zur Geschichte Vietnams im späten 20. Jahrhundert aufweisen, interessieren den Künstler, der in Vietnam geboren wurde und in Dänemark aufgewachsen ist. Der Stellenwert, der dem Zufall in Vos künstlerischer Praxis zukommt, spiegelt gewissermaßen die Umstände jener einschneidenden Wendung im Leben seiner Familie – die Flucht und die Beliebigkeit des neuen Lebensraums – wider.

    Den in Vietnam geborenen und in Dänemark aufgewachsenen Künstler fasziniert, wie Objekte und Geschichten miteinander verflochten sind und als Projektionsflächen nationaler Ängste und persönlicher Identitäten dienen. Nicht nur die erotischen und gewalttätigen Machtspiele des Kolonialismus sind ein wiederkehrendes Thema sondern auch die sakralen und profanen Tänze der Religion und die Art und Weise, wie Verwaltungssysteme versuchen, persönliche Intimität und Ausdruck zu formen (sogar einzuschränken).

    Vos Installationen bergen eine Fülle künstlerischer Strategien, darunter Dokumente, Fotografien, gefundene Gegenstände (mit historischer oder emotionaler Bedeutung), Textfragmente wie die kunstvollen Kalligrafien seines Vaters und manchmal auch Werke anderer Künstler*innen. Vos künstlerisches Wirken in verschiedenen Rollen – als Kurator, Sammler, Historiker und Auktionsscout – ermöglicht ihm das geschickte Spiel mit Objekten und Kontexten. In der Auseinandersetzung mit symbolisch oder emotional aufgeladenen Artefakten aktiviert der Künstler deren Bedeutung von Projekt zu Projekt immer wieder neu.

    Häufig präsentiert Vo Objekte aus dem Nachlass bedeutender Persönlichkeiten (oder anderen Quellen) unverändert in seinem Werk, dann wieder zerlegt er sie, um sie mit unpassenden Ergänzungen zu verblüffenden Hybriden neu zusammenzubauen. Seit 2015 kombiniert er in seinen Werken auch Fragmente antiker Skulpturen mit zeitgenössischen Objekten oder mittelalterlichen Madonnen. Dabei werden die ursprünglichen Arbeiten oft verunstaltet oder unwiederbringlich verändert – ein Akt des Kulturvandalismus, der einerseits die Kolonialisierung widerspiegelt, andererseits Imperien und Kolonien über Zeit und Raum provokant miteinander verknüpft.

    Fragmentierung und Neugestaltung spielt auch in Vos wohl bekanntestem Werk, We the People (2011–2016), eine wichtige Rolle. Die Replik der Freiheitsstatue von Frédéric-Auguste Bartholdi, die in China hergestellt wurde, besteht aus etwa 300 einzelnen Kupferstücken im Maßstab 1:1. Ordnungsgemäß zusammengestellt würden sie eine Kopie der New Yorker Landmarke in voller Größe bilden; stattdessen sollen die Einzelteile jedoch auf der ganzen Welt verteilt werden.

    Ohne jemals belehren zu wollen, vermittelt Vos rätselhaftes und poetisches Werk eine starke politisch-ethische Haltung. Der Künstler untersucht Fragen der Identität und Zugehörigkeit, des rechtlichen Status, des Eigentums und der Rolle persönlicher Beziehungen und beleuchtet die Machtstrukturen hinter den Fassaden liberaler Gesellschaften sowie die Fragilität unserer Vorstellungen vom Leben im Nationalstaat.

    Studio Danh Vo Güldenhof, Foto: Nick Ash

    Carlos Bunga
    Ausstellung

    Carlos Bunga

    17/09/20217/11/2021

    Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

    Friedrichstraße 12, 1010 Wien

    Carlos Bunga verwendet einfachste Materialien wie Karton, Klebeband und Wandfarbe und schafft damit Skulpturen, Objekte und monumentale Installationen, die mit der Architektur des jeweiligen Ortes verbunden sind. Die flexible Handhabung dieser leicht zu verarbeitenden Materialien ermöglicht ihm, seine Ideen auch selbst umzusetzen. Karton ist zudem für Bunga ein Material, das gewisse Qualitäten wie Zeitlichkeit, Erinnerung und Fragilität suggeriert.

    Der Dialog mit der Architektur, die Beziehung zum Körper und zum menschlichen Maßstab sowie die Funktion des Ortes – sei das eine Kapelle oder ein Museum – sind Faktoren, die in die Konzeption der Werke miteinfließen. Der Körper des Künstlers ist integraler Bestandteil der Arbeit: Bunga geht es um den Prozess und um Veränderung – Stillstand gibt es für ihn nicht.

    Bungas Formenvokabular ist modular und repetitiv und er reagiert damit auf vorhandene Elemente: Häufig spiegelt und wiederholt er charakteristische Bauteile wie Säulen, Bodenraster oder andere formale Besonderheiten und erzeugt so eine Art Echo, das sich mit der gegebenen Architektur überlagert. Durch diese Interventionen erzeugt er Interferenzen und „Störungen“, er durchbricht die Funktionalität und lenkt so unseren Fokus auf die Dinge an sich. Sein Eingreifen verändert die Objekte im gleichen Maß wie er sich mit ihnen verändert. Sein Ziel ist es, eine Bewusstseinsebene zu schaffen, durch die wir das Wesen der Dinge erkennen können.

    Bungas Ursprünge liegen in der Malerei, aus der er wortwörtlich in den Raum hinausgetreten ist: Die als zu eng empfundene Begrenzung der Leinwand hat er für sich aufgebrochen, indem er Bildobjekte baute, aus denen er sich in Aktionen befreite. Inspiriert waren diese frühen Arbeiten unter anderem von der japanischen Gutai-Gruppe, die nach der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen suchte, und von Gordon Matta-Clark, dessen Schnitte in Abbruchgebäuden eine neue skulpturale Radikalität zum Ausdruck brachten.

    Die Dekonstruktion spielt in Bungas Werke eine fast ebenso große Rolle wie die Konstruktion: In Performances zerstört er seine aufwändig gebauten Installationen mitunter gleich wieder. Seine Methode von Erschaffen und Zerstören veranschaulicht den kontinuierlichen Prozess von Werden und Vergehen. In seinen Performances verschmelzen Künstler und Werk in fast mystischer Verbundenheit.

    Zeichnungen begleiten die großen Installationen, aber sie dienen ihm nicht als Mittel der Konstruktion, sondern er fertigt sie nach dem eigentlichen Werk an; sie sind Reflexionsmedium, in dem Gedankenprozesse sichtbar werden.

    Carlos Bunga, Kursaal Project, 2004, Performance, Manifesta 5, Sala Kubo Kutxa, San Sebastián, Foto: Alberto Martinena

    Rana Hamadeh
    Ausstellung

    Rana Hamadeh

    17/09/20217/11/2021

    Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

    Friedrichstraße 12, 1010 Wien

    Rana Hamadeh entwickelt im Zuge ihrer künstlerischen Forschung langjährige diskursive Projekte, die sie in Form von Theaterperformances, Sound-Kompositionen, interaktiven audiovisuellen Installationen, Systementwürfen und pädagogischen Anordnungen umsetzt. Thematisch ist ihr Werk einer eingehenden Untersuchung erkenntnistheoretischer und technologischer Aspekte der Rechtspraxis sowie der Bildsprachen von Gewalt gewidmet, die ihren Ursprung in spektakulären wie auch alltäglichen Phänomenen der historischen und zeitgenössischen Kultur haben.Seit 2016 entwickelt Hamadeh eine „Opernpraxis“, die mit verschiedenen Formen des Schreibens und Komponierens experimentiert und Modelle für kollektives Denken und Lernen erprobt. Ihre Werke gründen auf interdisziplinären Recherchen und agieren an den Schnittstellen verschiedener Felder wie Theater, Theosophie, Epidemiologie, Rechtstheorie, Übersetzungspraktiken und Technologie. Die theoretischen und ästhetischen Kategorien, mit denen sie sich beschäftigt, werden von ihr unentwegt verschoben und neu formuliert; bewusst durchbricht Hamadeh die Logik klassifizierender Systeme, indem sie verschiedenen, auch widersprüchlichen Argumentationen folgt und weitverzweigten Assoziationen und Konstrukten Raum gibt.

    Häufig realisiert Hamadeh unter dem gleichen Titel an verschiedenen Stationen unterschiedliche mediale Formate. Ihr Opernprojekt The Ten Murders of Josephine (2017–18) umfasste zuletzt einen Lesezirkel, eine Theateraufführung und eine Serie von Ausstellungen mit Soundarbeiten. Die Werkreihe entfaltete ein Netz von Erzählungen, die die Bedingungen der „Gültigkeit“ innerhalb des Rechtsdiskurses und das Konzept der Zeugenschaft und der Subjektivität des Zeugnisses in Bezug auf die Geschichten von Eigentum, Arbeit und des Begriffs der Urkunde untersuchten. Für die räumliche Inszenierung des 50-minütigen Werks konzipierte sie ein mehrere Ausstellungssäle ausfüllendes Ensemble kakofoner interaktiver akustischer Zonen. Die Partitur verband Texte, Interviews, Gesänge, Telefonaufnahmen mit maschinell generierten Simultanübersetzungen und Interventionen, wobei das Opernhafte die erschütternde Gewalt unter der Oberfläche der Sprache von Recht und Verwaltung besonders hervortreten ließ.

    In ihrem jüngsten Projekt The Destiny Project / Soft-Measure Fables widmet sich Hamadeh Sophokles’ berühmter Tragödie Oedipus Tyrannos. Statt das grauenvolle Schicksal des Königs von Theben, dessen schwere Reise der Selbstfindung sich auf dem Höhepunkt der Pest in Theben abspielt, nachzuerzählen, widmet sie sich dem Stück selbst und unternimmt eine Lektüre von Sophokles’ „Figuration der Tragödie“ als solcher. In Nachdenken über das Wesen der Tragödie folgt ihre Arbeit der dramatischen Konstruktion des Stücks und untersucht sein Innenleben als eine erweiterte „Technologie der Ausdauer“. Hamadehs besonderes Interesse gilt dabei dem Begriff der Bestimmung ebenso wie dem Weg der Privatisierung der Trauer. In einer ersten Stufe entstanden drei computergenerierte, an ein Videospiel erinnernde Filmsequenzen. Sie visualisieren ebenso traumhafte wie unheimliche Szenarien, in denen das Geschehen von Zahnrädern und Prothesen angetrieben wird.

    Rana Hamadeh, 1983 in Beirut geboren, lebt und arbeitet in Rotterdam.

    Rana Hamadeh, The Destiny Project/The Soft Measure Fables, 2020-202X, Videostill

    Ausstellung

    DISPOSSESSION

    23/09/202116/01/2022

    Künstlerhaus

    Karlsplatz 5, 1010 Wien

    Kuratiert von Ariane Müller.
    Die Ausstellung DISPOSSESSION stellt eine Frage, die auch unmittelbar die Künstlervereinigung und ihr historisches Ausstellungshaus, das Künstlerhaus betrifft. Diese Frage kreist um das Selbstverständnis einer Kunstinstitution, die seit ihrer Gründung Kriterien entwickelte, die die Zugehörigkeit zur Standesvertretung regelte. Eingesetzt von staatlicher Stelle um die Frage, wer, warum, Kunst machte, handhabbar zu regeln, konnte sie Privilegien, Vorschläge für Professuren, Stipendien, Preise und große staatliche Aufträge vergeben. Es oblag der Institution und ihren jeweiligen Persönlichkeiten, die Zugehörigkeit selbst immer wieder zu definieren und zu exekutieren. So waren Frauen in den Statuten nicht ausgeschlossen, ihnen ihre Eignung als Künstlerin abzusprechen wurde 100 Jahre lang dennoch intern argumentiert, wie man in den Sitzungsprotokollen anhand jedes Aufnahmegesuchs von Frauen nachlesen kann.
    In der Geschichte des Hauses mit seinen Ehrengerichtsverfahren und Gremien stellt der Ausschluss aller jüdischer Mitglieder 1938 keinen institutionellen, jedoch einen großen inhaltlichen Bruch mit den immer wieder betonten Paradigmen der Kameradschaftlichkeit und Solidarität dar. Ohne dokumentiertes Bedauern wurde ein Drittel aller Mitglieder ihren, teilweise direkt in die Vernichtungslager führenden, Schicksalen überlassen. Der Eindruck drängt sich auf, dass sich die Mehrzahl der Künstler ob der neuen Möglichkeiten freuten, auch zeigt die fast voreilige Durchsetzung des Ausschlusses, dass diesem Geist bereits über lange Jahre zugearbeitet worden war. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich gibt es jedenfalls keine nachlesbaren Bemühungen sich nach dem Verbleib und dem Befinden der Ausgeschlossenen auch nur zu erkundigen, geschweige diesen Ausschluss aufzuarbeiten. Die beschworene Solidarität richtet sich stattdessen auf Hilfestellungen für die bekannten und nun nicht mehr so offen agierenden Profiteure einer nationalsozialistischen Kunstpraxis.
    Dieses trübe Bild erscheint nur solange generisch, solange man in ihm nicht auch die Behauptung eines Künstlerbilds sieht, das die gesamte Nachkriegsgeschichte bis heute durchzieht. Der konsequenten Diffamierung von „amateurhaften“ „dilettantischen“ „Kritzelvereinen“ zugunsten eines männlich heroischen Einzelkünstlers vor dessen Augen Landschaft, nackte Frauen und heroische Männer zum gestaltbaren Material wird, durchzieht nicht nur die Dokumente der Künstlerhaus Vereinigung, sondern auch unsere von ihm ausgestaltete Umwelt in den Sammlungen der Stadt, wie auf ihren öffentlichen Plätzen und den Fassaden ihrer Häuser. Dies umfasst auch alles, was wir nicht zu sehen bekommen, weil die potentiellen Schöpfer*innen konsequent nicht zu unserer Repräsentation herangezogen wurden, sie pauperisiert, enteignet, vertrieben oder getötet wurden, die bestehenden Sammlungen geplündert wurden und die existierenden Zeichen zerstört wurden.
    Die Aufteilung des heute bestehenden Raums, entlang der Definition einiger weniger, die darüber jurierten, wer wie darin als weiterhin Lehrender, als Gestalter der neuen Repräsentationsräume und des öffentlichen Raums wirken durfte, ist eine zentrale Frage der Ausstellung DISPOSSESSION.

    Künstlerhaus Archiv - Jahresausstellung 1910: Saal V.

    Ausstellung

    VERMISCHUNG

    30/09/20213/11/2021

    Künstlerhaus

    Karlsplatz 5, 1010 Wien

    Kuratiert von Christiane Spatt und Johanna Tatzgern.
    Basierend auf der Idee einer inklusiven Gesellschaft zeigen wir in dem Projekt VERMISCHUNG die Vielfalt und Bandbreite von Kunstschaffenden.
    Wie können Kooperationen zukünftig aussehen? Was ermöglicht konstruktive Zusammenarbeit im Rahmen von temporären oder langfristigen Kunstkollektiven? Wie können theoretische Ansätze in die Praxis umgesetzt werden? Welche Positionen gibt es innerhalb der vielfältigen Alltags- und Kunstwelten?
    Wir laden Künstler*innen aus verschiedenen Sparten, Arbeitsansätzen, Methoden und Herkünften ein, ihre Arbeiten aus den Bereichen der bildenden Kunst, Performance, Lecture und Workshops zu zeigen. Die Wertung von inklusiver und exklusiver Kunst soll in vielfältiger Weise aufgehoben werden. Die künstlerischen Positionen beschäftigen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema der Ausgrenzung in der Kunst.

    Künstler*innen:
    Christine Baumann, bildBalance (Darko Beric, Rudolf Egger, Johannes Gruber, Lisi Hinterlechner, Iris Kopera, Shpresa, Andrea Mejia Rocha, Bettina Onderka, Roitner Werner, Franz Wedl, Steffi Wimmer, Felicitas Wölger), Martina Gasser, Die 4 Grazien (Mela Diamant, Susanna Schwarz, G. Maria Wetter), Ewa Kaja, Sebastian Klingovsky, DREAM ESTATE (Reinhold Zisser, Johannes Baudrexel, Ronja Fábián, Lena Heinschink, Anna Katharina Draxl, Karin Maria Pfeifer), Czeslavia Pruscha, Vera Rosner, Christiane Spatt, Ernst Spiessberger, Johanna Tatzgern/Goldfuß unlimited, Gerald Zahn, Sula Zimmerberge

    Christiane Spatt/Johanna Tatzgern

    Ausstellung

    Ines Doujak

    1/10/202116/01/2022

    Kunsthalle Wien Museumsquartier

    Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Die in Wien lebende Künstlerin Ines Doujak hat eine multidisziplinäre Praxis entwickelt, die Fotografie, Performance, Film und Installation umfasst. Sie arbeitet einerseits mit Elementen der politischen Theorie und Ideengeschichte, andererseits mit natürlichen und von Menschen geschaffenen Objekten, um die politischen Implikationen von sexistischen und rassistischen Stereotypen zu dekonstruieren. Ihr Schaffen zeichnet sich durch akribische Recherche aus und greift auf Traditionen von Karneval und Maskerade sowie andere Motive aus der Kulturgeschichte zurück, um ausbeuterische Strukturen und Ungleichheiten in der Gesellschaft aufzudecken, die oftmals im Zusammenhang mit der Kolonialgeschichte stehen.

    Die Ausstellung widmet sich Doujaks gesamtem, mehr als drei Jahrzehnte umspannendem künstlerischen Schaffen – mittels mehrerer Betrachtungsansätze, welche die Kontinuitäten, Konstanten und die Integrität ihrer feministischen Kunstpraxis aufzeigen. In ihrer Arbeit begegnet man vielfach einem Rand und einem Zentrum: Ihre Untersuchungen sind im Wortsinn „exzentrisch“, in ihrer räumlichen wie zeitlichen Bewegung weg von der Mitte.

    Ines Doujak, Ghostpopulation (under construction), 2021, Courtesy die Künstlerin

    Babash © Behrouz Rae u.Lisa Truttmann, 2014
    Ausstellung

    Wake Words

    1/10/202127/11/2021

    Kunstraum Niederoesterreich

    Herrengasse 13,
    1010 Wien

    Ausgangspunkt der Ausstellung ist der Begriff „Voice Recognition“, der einerseits auf technologische Systeme der Sprachassistenz und Spracherkennung anspielt, die sich vielerorts fast unbemerkt in unseren Alltag einschleichen. Andererseits deutet der zweite Teil der Formulierung – Recognition – darauf hin, dass dieses Phänomen bereits ein bestimmtes Konzept von Stimme voraussetzt, die erkannt werden soll. Welche Basis liegt dieser (An-)Erkennung zugrunde? Welche Stimmen werden gehört und welche nicht? Und liegt nicht ein Potential darin, unerkannt zu bleiben und somit im Bereich der Undurchdringlichkeit agieren zu können?

    The Golden Pixel Cooperative denkt die Ausstellung als einen Raum, in dem parallel verschiedene “Scripts” ablaufen, welche die Begriffe „Voice Recognition“ und „Opacity“ erfahrbar machen. So gibt es ein verschlüsseltes Muster, das die latent vorhandenen Tracks dieser Ausstellung auftauchen lässt. Begleitend zur Ausstellung wird ein Hörbuch präsentiert, das Künstler:innen, Besuchende, den Ausstellungsraum und die Abspielgeräte in ein fiktives Gespräch einbindet.

    Eine Ausstellung von und mit The Golden Pixel Cooperative
    Konzipiert von
    Enar de Dios Rodríguez, Olena Newkryta und Marlies Pöschl

    Künstler:innen: Iris Blauensteiner & Rojin Sharafi, Enar de Dios Rodríguez, Eva Giolo, Nathalie Koger, Saadia Mirza, Joana Moll, Olena Newkryta & Nana Thurner, Pedro Oliveira, Bárbara Palomino Ruiz, Marlies Pöschl, Miae Son, Katharina Swoboda, Lisa Truttmann & Behrouz Rae, Diana Vidrascu, Clemens von Wedemeyer, Young-Hae Chang Heavy Industries, Katarina Zdjelar

    Babash © Behrouz Rae u. Lisa Truttmann, 2014

    Ausstellung

    Otto Zitko

    8/10/202127/11/2021

    Galerie Crone Wien

    Getreidemarkt 14, 1010 Wien

    In seiner ersten Einzelausstellung in unserer Wiener Galerie präsentiert Otto Zitko (geb. 1959) eine Reihe neuer, bisher noch nicht gezeigter Arbeiten auf Aluminium.
    Zitko nimmt das Geschehen in der Welt als außenstehender Beobachter wahr und übersetzt es auf unmittelbare Art und Weise und mit seinem typisch expressiven Gestus in seine Bildsprache.
    Juergen TELLER + Harmony KORINE | WILLIAM EGGLESTON 414
    Ausstellung

    Juergen TELLER + Harmony KORINE | WILLIAM EGGLESTON 414

    8/10/202127/11/2021

    Christine König Galerie

    Schleifmühlgasse 1A, 1040 Wien

    Harmony Korine, William Eggleston und ich hatten die Idee, gemeinsam einen Roadtrip von Memphis nach Mississippi zu machen. Bill wollte uns das Haus zeigen, in dem er aufgewachsen ist, und mit uns in diesem leeren, weiten Land herumfahren. Das taten wir tagelang. Kilometer um Kilometer tote, karge Baumwolllfelder, deprimierende Landschaften und verlassene Städte. Ich fragte Bill: „Wohin fahren wir? Wo zum Teufel bringst du uns hin? Er antwortete lachend: „Ich wollte dir das Nichts zeigen.“
    (Zit. Juergen Teller)
     
    Vor etwa zehn Jahren flog Juergen nach Nashville. Ich holte ihn am Flughafen ab. Wir fuhren nach Memphis und nahmen Eggleston mit. Seinen Sohn Winston auch. Wir fuhren spätnachts los nach Mississippi. Die Sterne leiteten uns durch Tupelo und Jacksonville. Dann sind wir einigen Spuren nachgegangen. Wir haben einen Sonic Burger gegessen. Wir sahen ein paar tote Rehe in Hinterhöfen hängen. Schnaps floss in Strömen. Wir hatten keine wirklichen Pläne. Keine Ziele. Wir folgten einfach dem Licht. So sind wir einige Tage herumgekurvt. Am letzten Abend spielte Eggleston für uns Klavier. Er trug schwarze Lederhandschuhe. Ich glaube, irgendwo im Raum lag eine Pistole. Es war wunderschön.
    (Zit. Harmony Korine) 

    Juergen TELLER + Harmony KORINE | WILLIAM EGGLESTON 414

    Stefan Oláh Fotografie, 2019.
    Ausstellung

    Stefan Oláh

    Hollein in Teheran

    12/10/202123/10/2021

    12:00—15:00

    rauminhalt_harald bichler space & content

    Schleifmühlgasse 13, 1040 Wien

    Auf Einladung des Österreichischen Kulturforums in Teheran reiste der Fotograf Stefan Oláh 2019 in die iranische Hauptstadt und widmete sich in seiner Arbeit zur Postmoderne dem von Hans Hollein dort 1978 umgebauten und eingerichteten Museum für Glas und Keramik. Der Wiener Architekt hatte einen kleinen Palast aus der Qajarenzeit nach modernsten konservatorischen Standards für die öffentliche Nutzung adaptiert und die Innenräume mit eigens entworfenen Ausstellungsvitrinen ausgestattet. Durch Holleins ästhetisches und museologisches Konzept entstand ein Ort für antike persische Gläser und Keramiken, der selbst ein architektonisches Kleinod darstellt. Abgesehen von einigen in den Vitrinen ausgestellten Objekten ist das Museum bis heute ohne wesentliche Veränderungen erhalten geblieben.

    In seinen großformatigen Bildern hat sich Stefan Oláh Holleins Architektur mit einer großen Sensibilität für Atmosphäre, Oberflächen, Beleuchtung und Detailgestaltung angenähert. Auf diese Weise ist es ihm einerseits gelungen, den räumlichen Kontext des Museums mit den spezifischen Qualitäten der einzelnen Ausstellungsräume einzufangen. Andererseits schaffen es Oláhs Fotos, die kontrastierenden Eigenschaften der ursprünglichen, von ornamentalem Stuck und geschnitztem Holz geprägten Palastarchitektur und der unterkühlten Eleganz der Holleinschen Intervention mit Marmor, Glas und Chrom als geradezu haptisches Erlebnis zu vermitteln. (Text: Sebastian  Hackenschmidt)

    Stefan Oláh

    Ausstellung

    Bright

    Curated by Felicitas Thun-Hohenstein

    15/10/202119/11/2021

    In my latest works I explore with self-sustainability and alternative sources of materials for producing and performing artworks. I looked in the intersection between nature and technology, folklore and feminism, to start a series of works that focus on transformation.

    With Bright (2021) I continue to investigate the potential of art in challenging and redefining structures by looking further into the dualistic role of technology in our lives. The corona crisis has caused many shifts and we have become more dependent on scientific knowledge than ever before. As humanity moves towards less restricted times, it is crucial to ask:

     How can we make use of technological advances to discover new forms of artistic production?

    Post-pandemic times have historically been followed by an urge for sociability, associated with brightness, celebration, and creativity. The contrast between dark and bright, destruction and transformation, will be visually created through multi-media installation spread along the space of Charim Factory. Showing images inspired by Nordic folklore and landscapes, such as midsummer, midnight sun, and bonfires, the works in the exhibition revolve around the element of fire.

    Roberta Lima

    Online

    TOKENS FOR CLIMATE CARE

    MAK im Dialog Online-Talk

    21/10/202121/10/2021

    18:30—19:30

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    Kuratorin Marlies Wirth im Gespräch mit Process – Studio for Art and Design

    Der österreichische Beitrag zur London Design Biennale 2021 zum Thema „Resonance“ wurde von Process (Martin Grödl, Moritz Resl) im Auftrag des MAK gestaltet. Mit Marlies Wirth sprechen die Designer über ihre raumgreifende Laserinstallation, die mittels KI-basierter Technologie neue und originelle grafische Symbole, die „Tokens for Climate Care“, erzeugt. Diese sind weltweit zugänglich und können von und für Initiativen und Aktivismus zur Klimapflege frei verwendet werden.

    Teilnahme-Link: https://us06web.zoom.us/j/86147271828

    Philipp-Podesser Kollektiv-Fischka

    Ausstellung

    Ana Hoffner ex-Prvulovic* & Belinda Kazeem-Kamiński

    22/10/20216/03/2022

    Kunsthalle Wien Museumsquartier

    Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Die Kunsthalle Wien widmet den in Wien lebenden Künstlerinnen Ana Hoffner ex-Prvulovic* und Belinda Kazeem-Kamiński zwei Einzelausstellungen, die gleichzeitig in der oberen Halle der Kunsthalle Wien Museumsquartier zu sehen sind. Die Ausstellungen umfassen sowohl bestehende, für den Raum neu interpretierte Arbeiten als auch eigens für den Anlass geschaffene Werke.

    Ana Hoffner ex-Prvulovic* nimmt die Fabrikation von Geschichte, Erinnerung und Subjektivität unter die Lupe, wobei sie* darauf besteht, dass bei diesen Prozessen das Unbewusste am Werk ist. Entlang welcher Linien von Herrschaft und Ausschluss finden diese Prozesse statt? Welche Geschichten und Praktiken werden weggefegt und ausgelöscht? Wie könnten wir die frauenfeindlichen und rassistischen Vorurteile entschärfen, die in (westliche) offizielle Geschichten und Darstellungen eingebettet sind?

    Belinda Kazeem-Kamiński hinterfragt die Art und Weise, wie die Geschichte Schwarzer Menschen dargestellt und musealisiert wird, und setzt dabei vor allem bei der immer noch bestehenden Blindheit gegenüber den anhaltenden Folgen von Sklaverei und Kolonialisierung an. Kritische Theorie und künstlerische Praxis miteinander verschränkend, entwickelt sie Methoden und Rituale für die Auseinandersetzung und den Umgang mit den Spuren der repressiven kolonialen Vergangenheit, die dem Archivmaterial eingeschrieben sind – so versucht sie, dem Übersehenen und Unterdrückten eine Stimme zu geben.

    Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Videostill aus Freud Film, Video Installation, 2019, Courtesy die Künstlerin

    Sigrid Viir, DETAIL OfficeSweetHome_Hygge
    Ausstellung

    SIGRID VIIR | False Vacationer

    28/10/202123/12/2021

    KOENIG2 by_robbygreif

    Margaretenstraße 5, 1040 Wien

    SIGRID VIIR | False Vacationer

    Elisabeth Penker "C.T. Structure-Line"
    Ausstellung

    ColletPark/Penker

    28/10/202127/11/2021

    rauminhalt_harald bichler space & content

    Schleifmühlgasse 13, 1040 Wien

    Die Ausstellung ColletPark/Penker in der Galerie rauminhalt_harald bichler widmet sich unterschiedlichen Projekten des Künstlerkollektivs ColletPark (Denis und Hyun ColletPark) und der Bildhauerin Elisabeth Penker. Die gezeigten Skulpturen und Zeichnungen verbindet eine serielle Arbeitsweise, die einen wiederkehrenden Aspekt im Oeuvre der gezeigten Künstler:innen darstellt. Zudem eint ColletPark und Penker eine gemeinsame Freundschaft, die sie mit den bereits verstorbenen Künstlerpersönlichkeiten Tamuna Sirbiladze und Franz West pflegten. Wie bei West finden sich auch innerhalb ihrer Arbeiten jeweils Überlegungen zur Verbindung von Kunst und Anwendung.

    Die Ausstellung ist Programmpartner der Vienna Art Week 2021.

    „C.T. Structure-Line“ von Elisabeth Penker

    Das im Rahmen der Ausstellung ColletPark/Penker gezeigte Relief C.T. Structure-Line der österreichischen Bildhauerin Elisabeth Penker besteht aus 12 Einzelreliefs aus schwarz, weiß bemaltem Birkensperrholz, die im Ausstellungsraum in einer Linie nebeneinander gereiht präsentiert werden. Sie setzen sich jeweils aus einer einzigen Grundform zusammen, die um 180 Grad gespiegelt ist. Die Auseinandersetzung mit Spiegelungen in verschiedenen Medien begleitet die Künstlerin seit vielen Jahren und findet sich neben anderen skulpturalen Arbeiten beispielsweise auch in ihrer Portraitserie „Split Representation“.

    Die sich spiegelnden Strukturen des Reliefs lassen beim Entlangschreiten an der Skulptur zugleich eine Vielzahl rhythmisch variierender Ansichten entstehen, die von dreidimensionalen Körpern bis hin zu einer linear anmutenden Zeichnung in Frontalansicht reichen.

    Die ausgestellte und seriell gesetzte Skulptur, welche sowohl formale wie auch funktionelle Eigenschaften eines Wandregals aufgreift, basiert auf der Weiterentwicklung einer Arbeit, die ihren Ursprung in der Beteiligung der Künstlerin an der Ausstellung „First Story, Women Building“ (Galerie do Palacio Cristal Porto, Kuratorin: Ute Meta Bauer) findet, für die Elisabeth Penker einen „Table Shelf“ als Ausstellungmöbel für ein Videoarchiv entwickelt hat. Die hier geschaffene Verbindung von Kunst und Anwendung stellt einen wesentlichen Werkaspekt in Penkers Schaffen dar, welcher damit an die Tradition von Künstlern wie Franz West anschließt.

    „NEW MODELS“ von Denis ColletPark

    Die New Models stellen die Gesamtheit eines 2015 in Paris begonnenen Ausstellungsprojekts dar. Das Projekt zielt auf ein Gleichgewicht zwischen Architektur, Möbeln und Skulptur ab und verweist zugleich auf die modernistische Neigung zur seriellen Arbeit.

    Die New Models erforschen eine skulpturale Sprache, die Technik und Objekt mit dem Ziel, sich dem Wesentlichen des Objekts anzunähern verbindet.

    Die Arbeiten sind vom Geist des Konstruktivismus geprägt und in diesem verankert.

    „DWELLING“ von Hyun ColletPark

    Die Serie Dwelling setzt sich aus Zeichnungen zusammen, die zur Konstruktion eines physischen Raums dienen. Diese Zeichnungen bilden eine architektonische Landschaft in Form von flächigen Figuren, die der Architektur entnommene wurden: Ecken, Fassaden, geometrische Gärten und leere Höfe werden dabei auf eine Ebene transponiert. Jede Zeichnung betont das empfindliche Gleichgewicht von Linien und Formen und zeichnte sich durch den Verweis auf traditionelle Gattungen der orientalischen Malerei aus – insbesondere in Bezug auf Landschaft und Architektur.

    Durch die sorgfältige Überlagerung von schwarzer Tinte auf pflanzliches Papier ist diese Methode eine Möglichkeit, die Überlappung von Zeit und Konstruktion zu veranschaulichen. Die schwarze, eindimensionale und geometrische Form wird durch verschiedene Grautöne sichtbar gemacht: graues Blass, graue Taube, grau vor schwarz, grauer Asphalt, grauer Lehm, werden auf eine architektonische Landschaft übertragen.

    Die Zeichnung wird traditionell als Studien- und Prozesswerkzeug und nicht als Endprodukt betrachtet. Dennoch ist sie der erste künstlerische Akt, und kann als solche Grundlegendes erfassen. Die flächenhaften Zeichnungen sind Interpretationen der New Models und verstehen sich als eine Art von Erzählprozess und als eine Erweiterung dieser Skulpturen.

    Elisabeth Penker

    Ausstellung

    Ornament ist kein Verbrechen

    Nora Bachel

    3/11/202119/11/2021

    19:00—22:00

    sehsaal

    Zentagasse 38, 1050 Wien

    Nora Bachels Installationen erscheinen wie Suchbewegungen in Raum und Zeit, wie künstlerische Erkundungen eines allgemeingültigen, also vom aktuellen Hier und Jetzt nicht unmittelbar abhängigen Phänomens, die nicht nur inhaltlich sondern auch formal, nämlich wiederkehrenden geometrischen Figuren Bezugspunkte aufweisen.

     „die Zeit, als Entstehungszeit ein wesentlicher Faktor künstlerischer Arbeit. Bei der Entstehung von Konzepten wird sie abstrakt, in ihrer Flüchtigkeit erlebt – es ist gar nicht messbar, wie viel Lebenszeit und Erfahrung die Voraussetzung für diesen Prozess sind. Das Ausführen der Arbeiten ermöglicht, Zeit zu begreifen, Strukturen und Rhythmen zu erkennen oder zu gestalten“ (Nora Bachel)

    Nora Bachel

    Ausstellung

    In the Kitchen

    Visionen der Medienkunst 10

    5/11/202122/11/2021

    Medienwerkstatt Wien

    Neubaugasse 40a,
    1070 Wien

    In the Kitchen – Visionen der Medienkunst 10

    Die Ausstellungsreihe Visionen der Medienkunst stellt Ideen und Haltungen historischer Künstler:innenfiguren aktuellen künstlerischen Positionen zur Seite. 2021 bildet das Künstlerpaar Steina und Woody Vasulka die programmatische Leitfigur für dieses Projekt. Ihre prägenden Arbeiten als Videokunstpionier:innen und Begründer:innen des legendären New Yorker Kunst-Laboratoriums The Kitchen wirken ungebrochen in die zeitgenössische Medienkunst hinein. Für die Ausstellung In The Kitchen tritt die Klasse „Digitale Kunst“ der Universität für angewandte Kunst in einen Dialog mit ihren Arbeiten. Unter dem Leitgedanken der Auflösung herkömmlicher Raum- und Zeitwahrnehmung, verschobener Perspektiven und der Verschränkung von Real- und virtuellem Raum zwingen uns die Arbeiten von Lehrenden und Studierenden, unsere bisher gelernten Hör- und Sehgewohnheiten sowie unsere Vorstellung von Schwerkraft neu zu sortieren. Eine „Desorientierung“ im Sinne der techno-poetischen visionären Kraft der Vasulkas.

    Liste der involvierten Künstler:innen
    Ferdinand Doblhammer / Kilian Hanappi / Tom Hochwallner / Margarete Jahrmann / kondition pluriel / Litto/Daniela Weiss / Patrícia J. Reis / Ruth Schnell / Patryk Senwicki

    Kurator:nnen
    alien productions, Gerda Lampalzer in Kooperation mit Ruth Schnell

    Patrícia J. Reis, UNDERNEATH THE SKIN ANOTHER SKIN, 2016

    Ausstellung

    Pablo Chiereghin: RIOT DESIGN 21/22

    kuratiert von Marcello Farabegoli

    9/11/202123/12/2021

    Sammlung Friedrichshof Stadtraum

    Schleifmühlgasse 6 / im Hof, 1040 Wien

    Im Rahmen seines Projekts RIOT DESIGN hat Pablo Chiereghin (geb. 1977 in Adria, Italien, lebt und arbeitet in Wien) im Herbst 2020 im tresor des Bank Austria Kunstforum eine multimediale Präsentation gezeigt, die von Lisa Ortner-Kreil kuratiert wurde. Nun findet im Stadtraum der Sammlung Friedrichshof eine Fortsetzung statt.

    Im Mittelpunkt steht dabei tägliches Gebrauchsgut wie Möbel, auf die der Künstler kalkulierte Gewalt ausübt, sie mit künstlerischer Restaurierung „wiederherstellt“ und ihnen ein neues Design verpasst. Das Freigeben von Besitz, das „Disowning“ und die Präsentation und Thematisierung dieses Prozesses im Ausstellungskontext sind die Herzstücke des Projekts.

    Eröffnung: Dienstag 9. November 2021, 16-20 Uhr
    Ausstellung: 10.11.-23.12.2021
    Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18 Uhr u.n.V.

    Talk am Donnerstag 18.11.2021, 19 Uhr
    „Smash! – Talk zur Entstehungsgeschichte, den Hintergründen und Anliegen des Projekts Riot Design von Pablo Chiereghin“
    Teilnehmer:innen (alphabetisch):
    Pablo Chiereghin, Künstler
    Marcello Farabegoli, Kurator Sammlung Friedrichshof
    Lisa Ortner-Kreil, Kuratorin Bank Austria Kunstforum Wien

    Weitere Informationen: https://sammlungfriedrichshof.at/pablo-chiereghin-riot-design-21-22/

    Kontakt:
    Mag. Marcello Farabegoli
    farabegoli@friedrichshof.at
    M +43 664 918 37 80

    Bitte beachten Sie die geltenden Corona Regeln. Danke.

    Photo Gianmaria Gava, 2020

    Ausstellung

    Accept All Cookies

    Arzberger, Höss, Leikauf, Mathewson, Pelizzon, Stippl & Zauner

    12/11/202118/12/2021

    17:00

    puuul

    Stolzenthalergasse 6/1A, im Hof rechts, 1080 Wien

    “Accept All Cookies” – wir folgen dieser Aufforderung täglich beim Surfen im Internet, manchmal zögern wir ein wenig – aber ist das nicht der einfachste Weg? Macht es nicht Spaß? Und im analogen Leben – wollen wir nicht all den kleinen Versuchungen erliegen, denen wir täglich begegnen? Wie wäre es, einfach jeden Keks anzunehmen und sich ohne weitere Überlegungen in die Behaglichkeit des Süßen fallen zu lassen?

    Doch da ist der nagende Zweifel, ob das gut für uns ist: Nimm keine Süßigkeiten von Fremden an. Achte auf deine Diät. Können Cookies Viren übertragen?

    Die Ausstellung zeigt Projekte und Arbeiten zwischen dem lustvollen Sprung ins Unbekannte und dem vorsichtigen Abwägen von Möglichkeiten.

    Andreas Leikauf: Now We Have Everything, 2021

    Special Event

    Out of Control – Auto-Control?

    Ein Generationengespräch mit den Künstlerinnen Margot Pilz (*1936) und Violetta Ehnsperg

    12/11/202112/11/2021

    19:00—21:00

    Flux23 x ohne butter

    Wildpretmarkt 3, 1010 Wien

    Performance

    Pink Noise Brain Jam Session

    12/11/202112/11/2021

    19:00—20:00

    Medienwerkstatt Wien

    Neubaugasse 40a,
    1070 Wien

    Pink Noise Brain Jam Session
    Online Performance von Margarete Jahrmann& Neuromatic Game Art research group

    Im Rahmen der Ausstellung In the Kitchen – Visionen der Medienkunst 10, die vom 05.11.2021 bis 22.11.2021 in der Medienwerkstatt Wien zu sehen ist, findet die Online Performance  Pink Noise Brain Jam Session statt. Im Laufe der Performance entsteht ein kollektiver Avatar – bestehend aus menschlichen und nicht menschlichen Akteuren – um die Empathie im Spiel um eine Vertragswelt zu steigern.

    Dauer: 20 min

    Technische Daten: Monitor, Internet – Projektion, EEG set mit Hyperscan – zur Verfügung gestellt von Empathy research Institut Uni Wien / Neuromatic Game Art Die Angewandte Wien.

    Liste der involvierten Künstler:innen:
    Margarete Jahrmann & Neuromatic Game Art research group

    Kuratorin:
    Ruth Schnell
    Eine Veranstaltung von Medienwerkstatt Wien und FLUSS – Niederösterreichische Initiative für Foto- und Medienkunst.

    Margarete Jahrmann & Neuromatic Game Art research group

    Performance

    Dichtes Verstummen

    Topoi des Posthumanismus

    12/11/202112/11/2021

    18:00—20:00

    sylvia.rapp@meduniwien.ac.at

    Zentrum für Public Health – Medizinische Universität Wien

    Expositur, 9., Widerhofergasse 7

    Mit ihren installativ/performativen Arbeiten folgen Ulla Rauter, Oliver Schürer und Klaus Spiess  der Sprache-Naturbeziehung zwischen surrealistischen Experimenten und Posthumanismus.  Bei beiden wird nichtmenschlichen Akteuren wie der Sprache, dem Organischen und dem Technischen Handlungsmacht erteilt. Surrealistische Sprachen ähneln lautlich motivierten ethnologischen Geheimsprachen, die Natur nachahmen. Wenn surrealistische Worte ‚keimten‘, wurden sie zum Nährboden, auf dem die Bücher wuchsen.  Während der Surrealismus jedoch die Sprache selbst als Subjekt generiert, werden im Posthumanismus Lebewesen und Algorithmen zu Koautoren.  Machen im Surrealismus wie Breton sagt die Wörter selbst ‚Liebe‘, generiert im Posthumanismus der ‚Sex‘ von Tieren und Mikroben die Sprache. Nahmen im Surrealismus Sprecher die Rolle eines Mediums zwischen Nachahmung der Natur und Sprache symbolisch/ikonisch ein, werden im Posthumanismus nicht-menschliche Lebewesen und Technologien zum indexikalischen Medium des Sprechens.

    Klaus Spiess

    12/11/202112/11/2021

    15:00—23:59

    Creative Cluster

    Viktor-Christ-Gasse 10, 1050 Wien

    KARIM EL SEROUI zeigt auf 200m2 einen Auszug aus seinem aktuellen thematischen Zyklus Darkroom. Eine verzerrte Wahrnehmung stumpfer Akteure mit Laptop im Kinderwagen oder doch Illusion im kollektiven Taumel.

    „Tod und Vergänglichkeit sind in der derzeitigen globalen Covid-19-Krise präsenter denn je. Der mit diesen emotionalen Themen einhergehende Kontrollverlust über das eigene Leben und das derer die uns nahestehen, stellt uns psychisch auf die Probe, lässt uns ausgeliefert und machtlos zurück und macht uns klar, dass es dennoch irgendwie weitergehen muss. Auch bei einigen anderen brisanten und deshalb allgegenwärtigen Themen fühlen wir uns ohnmächtig und verzweifeln. Die geistige Pandemie zum Beispiel, die der durch das Coronavirus verursachten zugrunde liegt, ist die scheinbar grenzenlos übersteigerte Wachstumsgier der Menschen. Sollten wir, die reichen Industrienationen und all jene, die auf dem Weg dorthin sind, nach wie vor Profitgier und wirtschaftliches Wachstum über die Natur und das Leben stellen und den Planeten weiterhin skrupellos ausbeuten, so könnte das schon sehr bald auch unser aller Leben kosten.
    Man kann Krankheit als Ausdruck einer tieferliegenden, bisher ungesehenen Wahrheit betrachten. Die Wahrheit, die anhand der Covid-19-Pandemie in aller Dringlichkeit in unser Sichtfeld und ins Bewusstsein der Menschen drängt, ist, dass in unserem kollektiven Denken und Handeln Wirtschaft und Profitgier letztendlich alles dominieren, anstatt Gesundheit, ein umweltverträgliches ökonomisches System und ein bewusst gelebtes soziales Miteinander ins Zentrum zu stellen. Was zählt mehr? Macht, Profitgier und Systemerhaltung oder Nachhaltigkeit, Menschlichkeit und Gemeinwohl?
    WOASNET ist ein romantisch unschönes, dreckiges Spiegelbild unserer Gesellschaft im Kontext zum aktuellen Zeitgeschehen.“
    Karim El Seroui, 2021

    19 – 22 Uhr Eröffnungsreden, Künstlerische Interventionen & Performances.

    Weitere Informationen: www.marcello-farabegoli.net/vaw2021/

    Bitte die geltenden Corona-Regeln beachten. Danke.

    @elseroui, 2021

    Special Event

    Die Eroberung von Bisanz

    Vertonung und Performance

    13/11/202113/11/2021

    17:00—18:00

    Eine Performance im Stiegenhaus der ehemaligen Möbelfabrik Bernhard Ludwig, mit Lesung von Stefan Zweigs Erzählung “Die Eroberung von Bisanz”, aus Sternstunden der Menschheit, musikalisch begleitet mit Klavier und Geige. Ein Familiendrama, als Gleichnis zum Fall von Konstantinopel.

    Ausstellung

    Inside Out

    Who ate my strawberries?

    13/11/202119/11/2021

    flat1

    U-Bahn-Bogen 6–7,
    1060 Wien

    Die bittere Erkenntnis zweier parallel ablaufender, aktueller Ereignisse lehrt zum einen, dass die Menschheit nur bedingt wirkliche Kontrolle über die von ihr gestaltete Außenwelt hat. Und sie nährt den noch viel schrecklicheren Verdacht über einen zweiten Kontrollverlust, den über die Innenwelt in uns selbst. Denn sowohl bei der sich zuspitzenden Klimakrise, als auch bei der immer wieder aufflammenden Corona-Pandemie sind es menschliche Verhaltensweisen, die für die jeweilige Eskalationen sorgen. Weder können wir Menschen lange und konsequent in theoretisch Virus bändigender Isolation überleben, noch ist für viele vorstellbar, wie für eine klimaneutrale Zukunft das alte fossile Wirtschaftssystem ohne großen Verzicht enden soll? Und es stellt sich die Frage, ob die Tatsache, dass die äußere Natur scheinbar nicht zu bändigen ist, weder das Virus, noch die Klimakrise, vielleicht auch daran liegen könnte, dass wir innerlich nicht zu bändigen sind? Immerhin hat die Pandemie ja auch gezeigt, dass die Einschränkung des öffentlichen Raumes auch eine Frage nach dem inneren Raum ist. Denn nach dem Ende der Lockdowns kommt man drauf: Die Beschränkung liegt oft nicht im Außen, sie kommt von innen. Es geht um die Mauern in einem selbst. So, wie es auch um den Kontrollverlust in einem selbst gehen könnte.

    Eröffnung: 13.11.2021, 16:00-21:00

    Führung und Artist Talk: 16.11.2021, 17:00-18:00

    Finissage: 19.11.2021, 16:00-20:00

    Jörg Auzinger

    Eröffnung

    CLIMAX

    Expanding the Void III - a digital experience

    13/11/202113/11/2021

    18:00—20:00

    Dessous

    Geblergasse 101, 1170 Wien

    Wir durchleben eine Zeit des Climax. Nahezu alle Bereiche unseres Daseins bewegen sich unaufhaltsam auf einen Höhepunkt zu. Wie wird sich der Höhepunkt gestalten? Erschreckend – in Anbetracht der Klimakrise und ihrer unvermeidlichen Auswüchse, des Konsums, und der totalen Überwachung; Hoffnungsvoll – in Anbetracht der globalen Vernetzung von Wissen, Daten und Ideen, dem Streben nach Gleichberechtigung, Harmonie und Wohlstand; Grausam – in Anbetracht der globalen Flüchtlingskrise und der Verteilung von Privilegien, Raum und Gütern; Ekstatisch – in Anbetracht der sozialen und wissenschaftlichen Entwicklungen, dem Etablieren von neuen Gesellschaftsformen und nachhaltigen technologischen Möglichkeiten. Mit den Mitteln des Virtuellen und digitaler Kunstformen erforscht Expanding the Void III die Wege zum Climax und den Climax selbst.

    Mit Arbeiten von: Stefano D’Alessio, Mathias Hanin, Olivier Hölzl, Hannes Köcher, Lieber Michael, Litto, Carolina Rivera Arboleda, Hidéo Snes, Mariya Vasilyeva

    curated by Dessous / Gert Resinger & Anny Wass

    Lieber Michael & Dessous

    Special Event

    OPEN DOORS

    13/11/202113/11/2021

    13:00—21:00

    Creative Cluster

    Viktor-Christ-Gasse 10, 1050 Wien

    INTER & TRANSDISCIPLINARY ART WEEKEND
    An zwei Tagen bietet sich die Gelegenheit die Studios der rund 140 Kunst- u. Kreativschaffenden des Hauses zu besichtigen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und das vielseitige, sich ständig weiterentwickelnde Projekt kennenzulernen.

    © Creative Cluster Foto: Iris Writze

    Q21 AiR Studio 513
    Guided Tour

    Studio Visit in den Q21/MQ Artist-in-Residence-Ateliers

    mit Sabine Winkler und Elisabeth Hajek

    13/11/202113/11/2021

    12:00—15:00

    Anmeldung: q21tours@mqw.at

    Q21/MuseumsQuartier Wien

    MuseumsQuartier Wien Q21 Schauräume, Museumsplatz 1,
    1070 Wien

    Ein wichtiger Bestandteil des Q21/MQ ist das Artist-in-Residence Programm. Internationale Gastkünstler*innen, Kurator*innen, Schriftsteller*innen, Theoretiker*innen, Filmemacher*innen und Forscher*innen werden in Kooperation mit den Q21-Kulturinitiativen sowie mit Partnerinstitutionen wie ua. tranzit.org / ERSTE Stiftung und dem BMEIA nach Wien eingeladen um vor Ort Projekte zu realisieren.
    Sie arbeiten in einer Vielzahl von Bereichen wie Bildende Kunst, Medienkunst, Literatur, Game Culture, Street Art, Film, Mode, Sound Art, Fotografie, Comic Art usw.

    Im Rahmen der Vienna Art Week stellen beim Studiorundgang mit Sabine Winkler und der künstlerischen Leiterin Elisabeth Hajek die aktuellen Q21 Artists-in-Residence ihre Projekte vor und geben Einblicke in ihre Arbeiten.

    13/11/202119/11/2021

    Creative Cluster

    Viktor-Christ-Gasse 10, 1050 Wien

    KARIM EL SEROUI zeigt auf 200m2 einen Auszug aus seinem aktuellen thematischen Zyklus Darkroom. Eine verzerrte Wahrnehmung stumpfer Akteure mit Laptop im Kinderwagen oder doch Illusion im kollektiven Taumel.

    „Tod und Vergänglichkeit sind in der derzeitigen globalen Covid-19-Krise präsenter denn je. Der mit diesen emotionalen Themen einhergehende Kontrollverlust über das eigene Leben und das derer die uns nahestehen, stellt uns psychisch auf die Probe, lässt uns ausgeliefert und machtlos zurück und macht uns klar, dass es dennoch irgendwie weitergehen muss. Auch bei einigen anderen brisanten und deshalb allgegenwärtigen Themen fühlen wir uns ohnmächtig und verzweifeln. Die geistige Pandemie zum Beispiel, die der durch das Coronavirus verursachten zugrunde liegt, ist die scheinbar grenzenlos übersteigerte Wachstumsgier der Menschen. Sollten wir, die reichen Industrienationen und all jene, die auf dem Weg dorthin sind, nach wie vor Profitgier und wirtschaftliches Wachstum über die Natur und das Leben stellen und den Planeten weiterhin skrupellos ausbeuten, so könnte das schon sehr bald auch unser aller Leben kosten.
    Man kann Krankheit als Ausdruck einer tieferliegenden, bisher ungesehenen Wahrheit betrachten. Die Wahrheit, die anhand der Covid-19-Pandemie in aller Dringlichkeit in unser Sichtfeld und ins Bewusstsein der Menschen drängt, ist, dass in unserem kollektiven Denken und Handeln Wirtschaft und Profitgier letztendlich alles dominieren, anstatt Gesundheit, ein umweltverträgliches ökonomisches System und ein bewusst gelebtes soziales Miteinander ins Zentrum zu stellen. Was zählt mehr? Macht, Profitgier und Systemerhaltung oder Nachhaltigkeit, Menschlichkeit und Gemeinwohl?
    WOASNET ist ein romantisch unschönes, dreckiges Spiegelbild unserer Gesellschaft im Kontext zum aktuellen Zeitgeschehen.“
    Karim El Seroui, 2021

    Öffnungszeiten
    Samstag 13.11., 13 – 21 Uhr
    Sonntag 14.11. 13 – 21 Uhr
    und nach Vereinbarung bis 19.11.2021

    Kuratorenführungen nach Vereinbarung: registration@marcello-farabegoli.net

    Weiterführende Informationen:www.marcello-farabegoli.net/vaw2021/

    Bitte die geltenden Corona-Regeln beachten. Danke.

    @herbert_shoav / @dieveranda_fotografie, 2021

    Ausstellung

    CLIMAX

    Expanding the Void III - a digital experience

    14/11/202120/11/2021

    DO-SO 16.00-19.00

    Dessous

    Geblergasse 101, 1170 Wien

    Wir durchleben eine Zeit des Climax. Nahezu alle Bereiche unseres Daseins bewegen sich unaufhaltsam auf einen Höhepunkt zu. Wie wird sich der Höhepunkt gestalten? Erschreckend – in Anbetracht der Klimakrise und ihrer unvermeidlichen Auswüchse, des Konsums, und der totalen Überwachung; Hoffnungsvoll – in Anbetracht der globalen Vernetzung von Wissen, Daten und Ideen, dem Streben nach Gleichberechtigung, Harmonie und Wohlstand; Grausam – in Anbetracht der globalen Flüchtlingskrise und der Verteilung von Privilegien, Raum und Gütern; Ekstatisch – in Anbetracht der sozialen und wissenschaftlichen Entwicklungen, dem Etablieren von neuen Gesellschaftsformen und nachhaltigen technologischen Möglichkeiten. Mit den Mitteln des Virtuellen und digitaler Kunstformen erforscht Expanding the Void III die Wege zum Climax und den Climax selbst.

    Mit Arbeiten von: Stefano D’Alessio, Mathias Hanin, Olivier Hölzl, Hannes Köcher, Lieber Michael, Litto, Carolina Rivera Arboleda, Hidéo Snes, Mariya Vasilyeva

     

    curated by Dessous / Gert Resinger & Anny Wass

    Lieber Michael & Dessous

    Special Event

    OPEN DOORS

    14/11/202114/11/2021

    13:00—21:00

    Creative Cluster

    Viktor-Christ-Gasse 10, 1050 Wien

    INTER & TRANSDISCIPLINARY ART WEEKEND
    An zwei Tagen bietet sich die Gelegenheit die Studios der rund 140 Kunst- u. Kreativschaffenden des Hauses zu besichtigen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und das vielseitige, sich ständig weiterentwickelnde Projekt kennenzulernen.

    © Creative Cluster Foto: Iris Writze

    Online

    Modigliani – Revolution des Primitivismus

    Online Führung

    15/11/202115/11/2021

    17:00—18:00

    Zoom-Meeting beitreten https://us02web.zoom.us/j/84291810005?pwd=elgyVU5zQ3hyT0ZqNUZ3UkljNlJHUT09 Meeting-ID: 842 9181 0005 Kenncode: 770973

    Albertina

    Albertinaplatz 1, 1010 Wien

    Modigliani

    Revolution des Primitivismus

     17. September 2021 bis 9. Jänner 2022

    Er war zeitlebens von Armut, Schicksalsschlägen, Drogenexzessen und schwerer Krankheit gezeichnet, konnte nur mit seiner Kunst für Miete und das Nötigste zum Überleben aufkommen. Heute zählt der 1920 im Alter von nur 35 Jahren verstorbene Künstler aus Livorno, Amedeo Modigliani, zu den teuersten Künstlern der Geschichte, dessen Bilder dreistellige Millionenbeträge erzielen.

    Die Wiener Albertina würdigt Amedeo Modigliani (1884-1920) anlässlich seines 100. Todestages mit einer spektakulären, ca. 130 Objekte aus drei Kontinenten umfassenden Retrospektive. Die ursprünglich für das Jubiläumsjahr 2020 geplante Schau wurde aufgrund der Pandemie verschoben: Nun wird dieser faszinierende, unverkennbare Künstler erstmals auch in Österreich gezeigt. Die Ausstellung vereint Hauptwerke aus den renommiertesten Museen und Privatsammlungen von den USA bis Singapur, von Großbritannien bis Russland mit größeren Leihgaben aus dem Musée Picasso-Paris und der Sammlung Jonas Netter, der ein großer Förderer Modiglianis zu seinen Lebzeiten war. Sie wird den Künstler innerhalb eines einzigartigen Kreises von Avantgardemalern verorten.

    Amedeo Modigliani, Sitzende nachte Frau, 1917, © Royal Mueum of Fine Arts Antwerpen

    Ausstellung

    VOYAGOGRAPHY

    15/11/202119/01/2022

    18:30

    philomena+

    Heinestraße 40, 1020 Wien

    Gruppenausstellung mit: Parisa Aminolahi, Kati Bruder, Milad Forouzandeh, Lisa Großkopf/Lena Schwingshandl, Mohsen Hazrati, Peyman Hooshmandzadeh, Raphael Krottenauer, Claudia Larcher, Marzieh Mohammadmiri, Sepher Samadian, Najaf Shokri, Christina Werner.

    Kuratiert von: Agnes Rameder, Sahar Samadian, Saeedeh Setayesh

    Eröffnung und Artist-Talk 15.November 18:30

    Reisen umfasst eine Vielzahl von Nuancen. Man bewegt sich als Tourist*in von einem Ort zum anderen, wechselt aus persönlichen Gründen das Umfeld oder ist aufgrund von Katastrophen zur Flucht gezwungen. Reisen können oder müssen in Zeiten einer globalen Pandemie, jedoch auch auf einer metaphorischen Ebene stattfinden. Im Schlaf, Traum oder Tod wandern Geist und Körper und transformieren sich in einen anderen Zustand des Seins. Was all diese Reisen verbindet, ist das Potenzial der narrativen Verbildlichung – wie Ibn Battuta schrieb: “Travelling – it leaves you speechless, then turns you into a storyteller.”

    Alle ausgewählten Kunstschaffenden arbeiten mit Fotografie oder Video. Beide Medien verfügen über die Fähigkeit, Geschichten von Reisen zu erzählen und abzubilden. Außerdem sind Kameras beliebte Reisebegleiter. Das digitale Format, das minimale Gewicht und der reproduktive Charakter machen Fotos und Videos zu nomadischen Geschichtenerzählern. Sie können sich problemlos von einem Ort zum anderen bewegen, während ihre Oberflächen bleibende Spuren von Reisen der Vergangenheit zeigen.

    Der Titel VOYAGOGRAPHY: journeys on photo and video nimmt Bezug auf die zentralen Fragestellungen der Ausstellung: Wie können physische, digitale und mentale Reisen auf Foto und Video verbildlicht werden? Wie steht es um das Paradiesversprechen, den Träumen und den Sehnsüchten des Reisens? Wie schreiben sich Raum und Zeit der Reise ins Bild ein?

    Kati Bruder, ENCOUNTER, 150 x 121 cm

    Guided Tour

    MAYFLY. Functional Collages

    Dialogführung: Designer Anton Defant und Benjamin Nagy mit Marlies Wirth (MAK)

    16/11/202116/11/2021

    18:00—19:00

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    MAYFLY
    Functional Collages

    Bis 21. November 2021

    Ein Müllcontainer ist quasi ein Niemandsland zwischen funktionalen Objekten und ausrangiertem Material. Der Lebenszyklus einer Mayfly-Skulptur (mayfly = Eintagsfliege, also vergänglich) beginnt in diesem Vakuum.

    Es gibt keinerlei Vorausplanung, das Objekt wird ausschließlich durch die verfügbaren Elemente definiert. Es wird aus geborgenen Bestandteilen unter möglichst sparsamem Einsatz von Werkzeugen hergestellt, ohne dass radikale Veränderungen vorgenommen werden. Da nur mit den vor Ort verfügbaren Mitteln gearbeitet wird, sind die Designer*innen abhängig von den Materialien, die sie zu verwenden haben, womit die traditionelle Rollenverteilung auf den Kopf gestellt ist und die Künstler*innen die Kontrolle abgeben.

    In diesem Sinne sind die Designer*innen im Rahmen des Schaffensprozesses keinerlei industriellen Praktiken unterworfen – so entstehen die Mayfly-Skulpturen. Die improvisierten Collagen erfüllen die ihnen zugedachten neuen Funktionen in einem zusätzlichen Lebenszyklus perfekt, bevor sie wieder in dem Müllcontainer landen, aus dem sie gekommen sind.

    © Anton Defant

    Guided Tour

    TOKENS FOR CLIMATE CARE. Eine Installation von Process – Studio for Art and Design

    Special-Demo-Tour mit Martin Grödl und Moritz Resl von Process – Studio for Art and Design

    16/11/202116/11/2021

    19:00—20:00

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    TOKENS FOR CLIMATE CARE. Eine Installation von Process – Studio for Art and Design

    Bis 21. November 2021

    Der offizielle Österreich-Beitrag zur London Design Biennale 2021 wurde vom MAK beauftragt und von Process – Studio for Art and Design gestaltet. Nun ist die Installation erstmals in Wien zu sehen: Mit dem Titel Tokens for Climate Care konzentriert sich der Beitrag auf eine der aktuell wichtigsten Aufgaben des Menschen, Klimafürsorge (climate care), die durch das transformative Wirkungsvermögen von Design angestoßen werden kann.Für das Projekt wird KI-basierte Technologie eingesetzt, um neue und originelle grafische Symbole auf der Grundlage einer umfassenden Datenbank aus Logos, Symbolen und Glyphen zu erzeugen.

    Die neuen „Tokens for Climate Care“ werden in einer raumgreifenden Laserinstallation präsentiert, die die generierten Daten in Echtzeit sichtbar macht. Besucher*innen können über ihr Smartphone die Bedeutung der kreierten Symbole mitbestimmen, indem sie drei Begriffe aus einer Liste endlos kombinierbarer Labels auswählen. Dabei wechseln sich die Farben der Laserinstallation ab.

    Die generierten Symbole sind auf tokensforclimate.care weltweit zugänglich und können von und für Initiativen und Aktivismus zur Klimapflege frei verwendet werden.

    © Process – Studio for Art and Design

    Ausstellung

    Alfredo Barsuglia: PROZESS Nr. 2, 2021

    performative Installation

    16/11/202119/11/2021

    k48 – Offensive für zeitgenössische Wahrnehmung

    Kirchengasse 48/Lokal 2, 1070 Wien

    Der Titel des Ausstellungprojekts „Prozess“ leitet sich vom lateinisch procedere, „vorwärtsgehen“ ab und beschreibt eine Reihe von Aktionen oder Schritten, die unternommen werden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Alfredo Barsuglia nimmt das „Vorwärtsgehen“ wörtlich, wenn er zu Fuß von seinem Zuhause im 3. zum Ausstellungsraum im 7. Bezirk geht und dabei Dinge sammelt, die er auf dem Weg dorthin findet und in der Ausstellung zu einer sensiblen Installation zusammenführt.

    Der Künstler lässt sich treiben, gibt die Kontrolle an den Zufall ab, greift das Unvorhersehbare auf und gibt dem scheinbar Belanglosen Bedeutung.

    Eröffnung 16.11. 18h, Ausstellung 17.-19.11. 15-18h

    Alfredo Barsuglia

    Alle Programmformate

    Führung und Artist Talk: Inside Out

    Who ate my strawberries?

    16/11/202116/11/2021

    17:00—18:00

    flat1

    U-Bahn-Bogen 6–7,
    1060 Wien

    Die bittere Erkenntnis zweier parallel ablaufender, aktueller Ereignisse lehrt zum einen, dass die Menschheit nur bedingt wirkliche Kontrolle über die von ihr gestaltete Außenwelt hat. Und sie nährt den noch viel schrecklicheren Verdacht über einen zweiten Kontrollverlust, den über die Innenwelt in uns selbst. Denn sowohl bei der sich zuspitzenden Klimakrise, als auch bei der immer wieder aufflammenden Corona-Pandemie sind es menschliche Verhaltensweisen, die für die jeweilige Eskalationen sorgen. Weder können wir Menschen lange und konsequent in theoretisch Virus bändigender Isolation überleben, noch ist für viele vorstellbar, wie für eine klimaneutrale Zukunft das alte fossile Wirtschaftssystem ohne großen Verzicht enden soll? Und es stellt sich die Frage, ob die Tatsache, dass die äußere Natur scheinbar nicht zu bändigen ist, weder das Virus, noch die Klimakrise, vielleicht auch daran liegen könnte, dass wir innerlich nicht zu bändigen sind? Immerhin hat die Pandemie ja auch gezeigt, dass die Einschränkung des öffentlichen Raumes auch eine Frage nach dem inneren Raum ist. Denn nach dem Ende der Lockdowns kommt man drauf: Die Beschränkung liegt oft nicht im Außen, sie kommt von innen. Es geht um die Mauern in einem selbst. So, wie es auch um den Kontrollverlust in einem selbst gehen könnte.

    Jörg Auzinger

    Special Event

    WANDER WORDS

    Video / Rauminstallation by Antonella Anselmo Pablo Chiereghin Wolfgang Pavlik

    16/11/202116/11/2021

    18:00—21:00

    artunited

    Glasergasse 4a,
    1090 Wien

    „WANDER WORDS“
    Antonella Anselmo
    Wolfgang Pavlik
    Videoinstallation
    in der das Thema „Kontrollverlust“ poetisch beleuchtet wird und das Wort als
    Metapher eines nicht mehr kontrollierbaren Willens steht.
    Das gesprochene Wort, dass als Synonym für den Ausdruck steht, verliert
    den ursprünglichen gewollten Wort-Sinn und wird durch ein neues Bild
    ersetzt.
    Das Video zeigt wie in einer Leseperformance, ausgewählter Passagen eines
    Prosatextes des Autors John Weiler, von der Gedichteschreiberin Brigitte
    Atzara in eine neue lyrische Form intensiviert, verändert umgebaut werden.
    Das Video stellt eine neue Interpretation dar: Kontrollverlust durch
    Neugestaltung.
    Rauminstallation mit konzeptuellen Textarbeiten von
    Antonella Anselmo
    Pablo Chiereghin
    Wolfgang Pavlik

    curated by Synne Genzmer

    © by wolfgang pavlik 2021

    Online

    KLIMTS LEHRER. Jahre an der Kunstgewerbeschule

    MAK im Dialog Online-Talk

    16/11/202116/11/2021

    18:30—19:30

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    Kuratorin Kathrin Pokorny-Nagel im Gespräch mit dem Gastkurator und Kunsthistoriker Otmar Rychlik und der Kunsthistorikerin Julia Rüdiger

    Diese Gesprächsrunde begibt sich auf die kunsthistorische Spurensuche nach der Studienzeit Gustav Klimts an der Wiener Kunstgewerbeschule. In dieser bisher viel zu wenig beachteten Phase seines Schaffens stehen die beiden großen Persönlichkeiten der Ringstraßenzeit Rudolf von Eitelberger und Ferdinand Laufberger im Mittelpunkt dieses Talks.

    © MAK

    Guided Tour

    „Avantgarde und Gegenwart – Performative Körper zwischen Lust und Kontrolle“

    Kurator_innenführung mit Luisa Ziaja durch die Ausstellung „AVANTGARDE UND GEGENWART"

    16/11/202116/11/2021

    17:00—18:00

    Anmeldung erforderlich unter: https://www.belvedere.at/event/vienna-art-week-avantgarde-und-gegenwart

    Belvedere 21 – Museum für zeitgenössische Kunst

    Arsenalstraße 1,
    1030 Wien

    Im Rahmen der Vienna Art Week 2021 führt Luisa Ziaja in das kuratorische Konzept der Sammlungspräsentation „Avantgarde und Gegenwart“ ein, das auf sechs narrativen Strängen beruht und nimmt dabei die Sektion „Performative Körper“ besonders in den Blick: Diese erzählt vom Einsatz des menschlichen Körpers als künstlerisches Material wie von der kritischen Auseinandersetzung mit seiner Repräsentation und versammelt Positionen des Wiener Aktionismus, der Feministischen Avantgarde wie auch zeitgenössische Auseinandersetzungen mit Geschlecht und Identität.

    Ashley Hans Scheirl, Neoliberal Surrealist, 2019 Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien, Courtesy Galerie Crone, Wien

    Guided Tour

    Club Architektur: Zeitalter der Krise: Notfall oder Dauerzustand?

    Talkshow

    17/11/202117/11/2021

    19:00—20:00

    Reservierung erforderlich: anmeldung@azw.at

    Architekturzentrum Wien

    MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Covid-Pandemie, Wohnungskrise, Klimakatastrophe. Sie alle bringen unsere vermeintliche Normalität aus dem Gleichgewicht. Trotzdem hoffen wir stets, dass sich Lösungen finden, damit es danach möglichst schnell wieder normal weitergehen kann. Aber was, wenn es dieses „Danach“ und dieses „Normal“ gar nicht gibt? Die Architektur und das Bauen stehen im Schnittpunkt dieser Krisen: Wohnungsmangel und Betongold, räumliche Distanz und die Aufteilung des öffentlichen Raums, massiver Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Wie hängen all diese Krisen zusammen? Befinden wir uns in einem Zeitalter, in dem der Ausnahmezustand der Normalzustand geworden ist und das auch bleibt? Wie gehen wir mit Krisen um und wie können wir handeln, anstatt komplett die Kontrolle zu verlieren? Welchen Blick darauf haben Klimaforscher*innen, Philosoph*innen und Wohnbauexpert*innen, welche Forderungen hat die junge Generation, und welche Lösungen kann die stets optimistische Disziplin der Architektur bieten? Diese Fragen diskutiert ein interdisziplinäres Podium im Az W auf breiter gesellschaftlicher Ebene.

    Gäste:
    Maja Göpel, Generalsekretärin des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, Berlin (angefragt)
    Alexander Hagner, Architekt, gaupenraub +/-, Wien
    Elke Krasny, Co-Kuratorin der Az W-Ausstellung “Critical Care. Architektur für einen Planeten in der Krise“, Wien
    Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens und Mitgründerin von fridays for future Österreich, Wien
    Karin Zauner-Lohnmeyer, Sprecherin der Europäischen Bürgerinitiative „Housing for All“, Wien (angefragt)

    Moderation: Maik Novotny, Architekturjournalist
    Dank an: das Möbel

    Ausstellungsansicht W O W (Kodak) Was vom Kino übrig blieb, Ausstellungsansicht Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz, 2018
    Guided Tour

    TALKING SCREEN: Viktoria Schmid

    Filme, Fotoarbeiten, Installation: Guided Tour

    17/11/202117/11/2021

    18:00—21:00

    kunstvermittlung@k-haus.at

    Künstlerhaus

    Karlsplatz 5, 1010 Wien

    Talking Screen will der Frage nach den vielfältigen Präsentationsformen von Filmen im Ausstellungskontext, aber auch den medienübergreifenden Interferenzen zu anderen künstlerischen Praktiken nachgehen. Die mit den Gästen gemeinsam konzipierten Präsentationsformate sind bewusst offen gehalten und sollen facettenreiche Spielarten der (performativen) Selbstpräsentation genauso beinhalten, wie einen kritischen Diskurs über filmische Formate & Formen ermöglichen. Als jeweiliges Setting ist an eine Kombination von Filmen, Gespräch und Mikro-Ausstellung für einen Abend gedacht.

    In Viktorias Schmids künstlerischer Arbeit stehen kinematografische Elemente zur Disposition: Filmformate, historische Farbfilmverfahren, Licht & Schattenspiele, Paraphernalien des Kinos wie z.b. Kinokarten, aber auch Zitate aus der Film- und Kinogeschichte. In Ihrer Serie „A Proposal to project“ fertigt sie Leinwände in unterschiedlichen Größen an (der Kinoleinwand entsprechend, aber auch fiktive Formate) und arrangiert diese in der Natur: einmal im Skulpturenpark des Djerassi Resident Artists Program in Nordkalifornien, ein anderes Mal in der lichtdurchflutenden Landschaft der Kurischen Nehrung in Litauen. Tagesstimmungen bzw. Zeitabfolgen, die von der Stärke des Sonnenlichtes bestimmt werden, kommen auch in ihren Cyanotypien zum Tragen, ein fotografisches Verfahren, bei dem das Tageslicht zur Belichtung genutzt wird und entsprechende Strukturen bzw. Schatten (vgl. Positiv/Negativ) auf dem Papier hinterlässt. Talking Screen zeigt eine Auswahl von Schmids unterschiedlichen künstlerischen Praktiken, die die Liebe zum Kino bzw. Film eint. In Form einer Guided Tour führen wir durch den Abend. (Dietmar Schwärzler)

    Das Programm wird durch ein Gespräch zwischen Viktoria Schmid und Dietmar Schwärzler begleitet.

    Filme:
    A Proposal to project in 4:3, 2016, 16mm/digital, 2 min
    A Proposal to project in Scope, 2020, 35mm/digital, 8 min
    W O W (Kodak), 2018, digital, 2 min

    Einer Veranstaltung in Kooperation von Künstlerhaus und sixpackfilm.

    Markus Krottendorfer

    Franz Gertsch
    Guided Tour

    The 80s – Ausstellungsrundgang mit der Kuratorin Angela Stief

    17/11/202117/11/2021

    16:00—17:30

    Albertina Modern

    Karlsplatz 5, 1010 Wien

    THE 80s. Anything Goes

    10. Oktober 2021 bis Februar 2022

    Eine großangelegte Ausstellung dieser Epoche in der ALBERTINA MODERN führt vor Augen, wie Kunstschaffende in den 1980er Jahren die bestehenden Paradigmen aufbrechen und die Vielfalt im Ausdruck suchen. Künstler wie David Salle oder Julian Schnabel erschaffen das Bild als Fiktion. Bei Francesco Clemente oder Mimmo Paladino bestimmt ein Zeit und Ort übergreifender Eklektizismus viele Arbeiten. Es finden sich Zitate von der Antike bis in die Gegenwart, die das Nicht-Authentische hervorheben und Altbekanntes unter neue Vorzeichen setzen. Die zentralen ExponentInnen des Jahrzehnts – Jeff Koons, Jean-Michel Basquiat, Keith Haring und Julian Schnabel – finden sich über noch zu entdeckendem Künstlertum wie Jack Goldstein, Isolde Joham und Julia Wachtel. Das Zitat, der Zweifel am Original bei Richard Prince oder Elaine Sturtevant, The Art of Sampling bei Gerwald Rockenschaub und David Salle zeigen, wie sehr die 80er Jahre für alle weiteren Entscheidungen der Kunst das wichtigste Jahrzehnt der jüngeren Kunstgeschichte waren.

     

    Franz Gertsch, Irène, 1980, Olbricht Collection, © Franz Gertsch

    Otto Zitko: Spirogramm aus der Serie INSPIRATION
    Talk

    Vom Paradox der freien Form – Künstlergespräch mit Otto Zitko

    anlässlich der Ausstellung „LUDWIG WITTGENTEIN. Fotografie als analytische Praxis“

    17/11/202117/11/2021

    18:30—20:00

    anmeldung@leopoldmuseum.org

    Leopold Museum

    Museumsplatz 1
    1070 Wien

    Otto Zitko zählt wohl zu den herausragendsten und eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation, dessen Arbeiten zwischen einer radikalen Verweigerungshaltung gegenüber der Abbildungshierarchie und konvulsivisch, gestischen Kompositionsprozessen changieren.
    Anhand ausgewählter Beispiele wird im Gespräch die spannende Entwicklung seiner Malereien vom pastos-figurativen Beginn – mit Einfluss der Bilder von Richard Gerstl – bis hin zu seinen ungegenständlichen, als raumkonstituierende Endloslinien ausufernden Installationen beleuchtet werden. Gerade die Auseinandersetzung mit der frei-fließenden Linie und damit einem scheinbaren „Gekritzel“ bildet die Schnittstelle zum Denken von Ludwig Wittgenstein, der die vordergründige Sinnlosigkeit einer willkürlichen Linie oft beispielhaft in seinen Aufzeichnungen aufgreift und hinterfragt. Die in der Ausstellung gezeigten „Spirogramme“ zeugen darüber hinaus von Zitkos unermüdlicher Lust, seinen zeichnerischen Ansatz experimentell auszuweiten – wie hier auf eine wissenschaftlich-fotografische Bildebene.

    Kurator Gregor Schmoll im Gespräch mit Otto Zitko

    Otto Zitko: Spirogramm aus der Serie "Inspiration", BILDRECHT, Wien 2021 (Foto: Crisan)

    Ausstellung

    Beyond the Image

    Salon am Schwarzenbergplatz

    17/11/202117/11/2021

    19:00—22:00

    wienforwomenonly@gmail.com

    Salon am Schwarzenbergplatz

    Schwarzenbergplatz 10/2/Top 6,
    1040 Wien

    Transformation durch Kontrollverlust.
    Es wird viel Produziert in dieser Welt. Malen ist keine Produktion, vielmehr ein Geburtsvorgang, der aus dem Schmerzhaften etwas schönes, komplexes, ambivalentes, nicht fassbares macht.
    Die vier  MalerInnen**  haben seit langer Zeit einen intensiven Austausch.
    Was sie vereint: sie alle haben Positionen eingenommen, die nicht immer einfach zu lesen sind.
    Sie halten die Kunstgeschichte und auch die Vergangenheit im Spiel. Die Vergangenheit ist bei ihnen gegenwärtig und der Bezug zur Kunstgeschichte ist immanent.
    Mit Eröffnungstalk von Kurator Juriaaan Benschop / Berlin
    https: //www.jurriaanbenschon.com
    Anmeldung erforderlich:
    wienforwomenonly@gmail.com
    4., Schwarzenbergplatz 10/2/6

    Béatrice Dreux

    Guided Tour

    Biedermeier – Keeping Control und „Heile Welt“ vor 200 Jahren

    Kurator_innenführung mit Rolf Johannsen durch die Ausstellung „Bessere Zeiten?"

    17/11/202117/11/2021

    17:00—18:00

    Anmeldung erforderlich unter: https://www.belvedere.at/event/vienna-art-week-bessere-zeiten

    Oberes Belvedere

    Prinz Eugen-Straße 27

    Biedermeier – Inbegriff von Häuslichkeit und „Glück im stillen Winkel“. Doch ist wirklich alles so fest gefügt und sauber geordnet – mit einem Wort: kontrolliert – wie es den Anschein hat? Es war auch eine Zeit der Um- und Aufbrüche, des gesellschaftlichen Wandels, des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts. Dies zeigen die Künstlerinnen und Künstler mit den Mitteln ihrer Zeit, nicht herausfordernd-provakant, sondern durch Anspielungen und Verweise, gepaart mit Humor und Hintersinn.

    Ferdinand Georg Waldmüller, Am Fronleichnamsmorgen, 1857 © Belvedere, Wien / Leihgabe des Vereins der Freunde der Österreichischen Galerie Belvedere

    Guided Tour

    Kuratorinnenführung

    17/11/202117/11/2021

    18:00—19:00

    Wir bitten um Anmledung unter besucherservice@kunsthallewien.at.

    Kunsthalle Wien Museumsquartier

    Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Kuratorin Anne Faucheret führt durch die beiden Einzelausstellungen von Ana Hoffner ex-Prvulovic* und Belinda Kazeem-Kamiński, die gleichzeitig in der oberen Halle der Kunsthalle Wien Museumsquartier zu sehen sind.

    Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Freud Film, Videoinstallation, 2019, Courtesy die Künstlerin

    Talk

    GEGEN DIE OHNMACHT: WIR

    18/11/202118/11/2021

    19:00—20:00

    Sigmund Freud Museum

    Berggasse 19, 1090 Wien

    „Die Frage nach dem WIR einer gemeinsamen, lebendigen Öffentlichkeit ist wichtiger denn je, […] feldstellen* PRÄSENZ DER VIELEN ist der Versuch, für einen Moment eine gemeinsame Vielheit sichtbar zu machen: eine Versammlung unter dem Credo der Menschlichkeit“, so beschreibt Heidrun Primas, Architektin und ehemalige Leiterin des Forum Stadtpark Graz, jene soziale Plastik, die erstmals am Tag der Menschenrechte 2017 am Platz der Menschenrechte von Forum Stadtpark Künstler:innen in Graz umgesetzt wurde. Seither wurde sie im Rahmen von Solidaritätskundgebungen (Jänner bis Juni 2021) immer wieder von all jenen gebildet, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte und eine humane Flüchtlingspolitik einsetzen (https://www.facebook.com/WE4MORIAGraz/).
    Gleichzeitig tritt dieses von Kunst- und Kulturaktiven, Aktivist:innen und NGOs aus dem Geflüchtetenbereich initiierte „Feld der Empathie“ den aktuell vorherrschenden Gefühlen der Vereinzelung und der daraus resultierenden Ohnmacht und Sprachlosigkeit wirksam aber friedvoll entgegen. Dort, wo der gnadenlos verschärfte politische Diskurs die Würde von Schutzsuchenden und von Hilfsbereiten in Frage stellt, wird auch die Selbstachtung der Mitglieder der Aufnahmegesellschaft bedroht. Vorherrschende Ängste vor Einschränkungen und materiellen Verlusten erschweren zudem die Teilhabe an soziokulturellen Entwicklungsprozessen. Die der inneren Emigration Ausgelieferten werden zunehmend zum Schweigen gebracht und sehen sich ihrer Ausdrucks- und Sprachmöglichkeiten sowie dem Gehörtwerden beraubt. So scheint allein der Ruf jener vernehmbar, die unseren brüchig gewordenen Lebenswelten vor allem mit harter Regulierung begegnen wollen.
    Während propagandistische Begriffe wie „Überfremdung“ (wieder) an Wirkmacht gewinnen und der Gesellschaft apokalyptische Visionen ihrer Zerstörung vor Augen führen, werden in den aktivistischen Szenen in Kunst und Kultur auch Praktiken entwickelt, die der kollektiven Verunsicherung eine von „Solidarität“ geprägte Haltung als einen gesellschaftsverbindenden und sinnstiftenden Gegenentwurf anbieten. So wird etwa feldstellen* über die Solidaritätsaktion für die schutzsuchenden Menschen an den Grenzen Europas hinaus als ein soziales Handlungsmodell und Instrument kollektiver Friedensarbeit erprobt, das in einer globalen sozialen, politischen und gesundheitlichen Krisensituation die Möglichkeit bietet, sich zu artikulieren und gegen die eigene sowie gegen die kollektive Ohnmacht aufzustehen.

    Es diskutieren: Heidrun Primas (Architektin und Kulturarbeiterin), Daru Huppert (Psychoanalytiker und Psychologe) und Monika Pessler (Direktorin des Sigmund Freud Museums)

    feldstellen Forum Stadtpark © Lena Prehal

    Talk

    Die Rolle der Kunst im Spannungsfeld Armut-Reichtum

    Künstler_innengespräch Johanna Schwanberg mit Isa Rosenberger und Hubert Lobnig

    18/11/202118/11/2021

    18:00—19:30

    Anmeldung unter: https://www.dommuseum.at/VAW2021

    Dom Museum Wien

    Stephansplatz 6,
    1010 Wien

    Die Ausstellung „arm & reich“ (5. November 2021 – 28. August 2022) thematisiert ökonomische Ungleichheit im Spiegel der Kunst. Fragen der Umverteilung, Möglichkeiten des Protests und Chancen zur Systemveränderung werden mittels dialogischer Gegenüberstellungen von Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Gegenwart erörtert. Im Zuge eines Künstler_innenpanels sprechen die Kuratorin und Museumsdirektorin Johanna Schwanberg und die Künstler_innen Hubert Lobnig und Isa Rosenberger und über die Rolle und mögliche Wirkmacht der Kunst im gesellschaftspolitischen Kontext und über eigens für das Dom Museum Wien kreierte Projekte in diesem Kontext.

    Kostenlos mit Anmeldung (https://www.dommuseum.at/VAW2021)

    Achtung, begrenzte Teilnehmer_innenzahl.
    Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme nur mit einem gültigen Zutrittstest möglich ist.
    Wir erlauben uns, Ihre Kontaktdaten zum Zweck der Nachverfolgung von Infektionsketten zu erheben.

    Isa Rosenberger, I’ ve got it rough, 'cause I'm a she (Still), 2021. Dom Museum Wien, Otto Mauer Contemporary. Foto: Isa Rosenberger

    Blue Elephant–Master Cheung & Aunt Hang, 2019
    Talk

    Artist-Talk im mumok: Heike Eipeldauer und Huang-Po-Chih

    18/11/202118/11/2021

    17:00—18:00

    mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

    Museumsplatz 1,
    1070 Wien

    Huang Po-Chih (*1980 in Taoyuan) gehört einer Generation von Künstler*innen an, die in einer Ära demokratischer Reformen und hohen Wirtschaftswachstums in Taiwan sozialisiert wurde. Seine multidisziplinäre Praxis, die diverse künstlerische Medien ebenso umfasst wie Literatur, Agrarwirtschaft, Textilmanufaktur und soziales Entrepreneurship, reflektiert den gewandelten Identitätsdiskurs Taiwans der letzten Jahrzehnte: von einer nach innen gerichteten, von der japanischen Besatzung, der Rolle im Kalten Krieg und den Souveränitätsansprüchen gegenüber der Volksrepublik China bestimmten Erzählung hin zu einer transnationalen Vision, die lokale, ostasiatische und globale Perspektiven gleichermaßen berücksichtigt.

    Im Gespräch mit mumok Kuratorin Heike Eipeldauer werden die zahlreichen Herausforderungen Taiwans und seine komplexe Rolle im globalen Gefüge aus künstlerischer Sicht erörtert.

    Huang Po-Chih Blue Elephant–Master Cheung & Aunt Hang, 2019 Photography 140x160cm © Huang Po-Chih

    Ausstellung

    Beyond the Image

    Salon am Schwarzenbergplatz

    18/11/202130/11/2021

    wienforwomenonly@gmail.com

    Salon am Schwarzenbergplatz

    Schwarzenbergplatz 10/2/Top 6,
    1040 Wien

    Transformation durch Kontrollverlust.
    Es wird viel Produziert in dieser Welt. Malen ist keine Produktion, vielmehr ein Geburtsvorgang, der aus dem Schmerzhaften etwas schönes, komplexes, ambivalentes, nicht fassbares macht.
    Die vier  MalerInnen**  haben seit langer Zeit einen intensiven Austausch.
    Was sie vereint: sie alle haben Positionen eingenommen, die nicht immer einfach zu lesen sind.
    Sie halten die Kunstgeschichte und auch die Vergangenheit im Spiel. Die Vergangenheit ist bei ihnen gegenwärtig und der Bezug zur Kunstgeschichte ist immanent.
    Mit Eröffnungstalk von Kurator Juriaaan Benschop / Berlin
    https: //www.jurriaanbenschon.com
    Anmeldung erforderlich:
    wienforwomenonly@gmail.com
    4., Schwarzenbergplatz 10/2/6

    Béatrice Dreux

    Ausstellung

    Do Nothing. Feel Everything.

    18/11/202118/11/2021

    19:00—21:00

    Kunsthalle Wien Museumsquartier

    Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Künstler*innen: Laila Bachtiar, Tony Cokes, Henry Darger, Patricia Domínguez, Rahima Gambo, Jakob Jakobsen und Sophie Carapatian, Yesmine Ben Khelil, Stanislava Kovalcikova, Niklas Lichti, Opoku Mensah, Shana Moulton, Tom Seidmann-Freud

    Kurator*innen: Laura Amann und Aziza Harmel

    Sich mit Wahnsinn oder Unvernunft zu befassen heißt, nicht nur über Formen des Bewusstseins, sondern auch über die Beschreibung historischer Denksysteme zu sprechen. Ob Wahnsinn nun als philosophisches bzw. spirituelles Phänomen oder als objektive medizinische Psychopathologie beschrieben wird: Bei diesen Vorstellungen handelt es sich nicht um bloße Funde, sondern um historische Sinnproduktionen. Wenn Wahnsinn also ein kulturelles Phänomen ist, muss die Heilung des Wahns nicht die einzige mögliche Antwort darauf sein.

    Do Nothing. Feel Everything. fragt danach, wie wir unser Befinden instrumentalisieren oder vielleicht daraus lernen können ‒ nicht um unseren Gewinn zu optimieren, sondern weil wir Menschen Verhaltensstrateg*innen sind und Lernen ein im Kern biologischer Prozess ist. Daher befasst sich diese Gruppenausstellung mit Kunstpraktiken aus verschiedenen Teilen der Welt, die Wahnsinn als eine Form des Wissens begreifen und Risikobereitschaft dann als Lernmethode nutzen, wenn etwas auf dem Spiel steht ‒ Praktiken, die durch vorsichtige Verletzungen zu heilen versuchen.

    Artists: Laila Bachtiar, Tony Cokes, Henry Darger, Patricia Domínguez, Rahima Gambo, Jakob Jakobsen and Sophie Carapatian, Yesmine Ben Khelil, Stanislava Kovalcikova, Niklas Lichti, Opoku Mensah, Shana Moulton, Tom Seidmann-Freud

    Curators: Laura Amann and Aziza Harmel

    To speak about madness or unreason is to speak not only about forms of consciousness but also about the description of historical systems of thought. Whether madness is described as a philosophical or spiritual phenomenon or as an objective medical psychopathology, these conceptions are not discoveries in themselves – rather, they are historical productions of meaning. So, if madness is a phenomenon of culture, curing the mad is not the only possible reaction to insanity.

    In Do Nothing. Feel Everything., we wonder how we can instrumentalize our own condition, or maybe learn from it. Not for the sake of optimizing our yield but because, as humans, we are behavioral strategists and learning is, at its core, a biological process. Therefore, this group exhibition looks into art practices from diverse geographies that understand insanity as a form of knowledge and that use risk-taking as a method to learn, when there is something at stake – practices that through careful bruising attempt to heal.

    Do Nothing. Feel Everything: I want to have enough luck, Foto: Lesley Braun

    Strom, Performance © Iris Blauensteiner und Rojin Sharafi
    Ausstellung

    Iris Blauensteiner und Rojin Sharafi: Strom

    18/11/202118/11/2021

    19:00—21:00

    anmeldung@kunstraum.net

    Kunstraum Niederoesterreich

    Herrengasse 13,
    1010 Wien

    Im kollaborativ entwickelten Performance-Setting „Strom“ forschen Iris Blauensteiner und Rojin Sharafi an einem dynamischen Zusammenspiel menschlicher und technischer Akteurinnen. Basierend auf der Narration eines entstehenden literarischen Textes wird Stimme mit elektronischer Musik, Texturen und programmierten Klangkomponenten kombiniert, verbunden und neu codiert. In einer Choreografie von Text, Bewegung, Stille und minimalen Gesten interagieren die Performerinnen über den Klang. Interdisziplinär verwoben entstehen wechselseitige technisch-menschlich-körperlich-abstrakt-erzählerische Prozesse. Zwischen dem abstrakten Sound und seiner Verkörperung spannt sich ein Kraftfeld. Die Betrachter:innen sind eingeladen, Teil der unheimlich-utopischen Atmosphäre der Live-Performance „Strom“ im physischen Ausstellungsraum zu sein.

    Die Performance findet im Rahmen der Ausstellung „Wake Words“ statt.

    © Iris Blauensteiner und Rojin Sharafi

    Talk

    Smash! – Talk zur Entstehungsgeschichte des Projekts Riot Design von Pablo Chiereghin

    Auf Deutsch

    18/11/202118/11/2021

    19:00—21:00

    Mag. Marcello Farabegoli farabegoli@friedrichshof.at M +43 664 918 37 80

    Sammlung Friedrichshof Stadtraum

    Schleifmühlgasse 6 / im Hof, 1040 Wien

    Teilnehmer:innen (alphabetisch):
    Pablo Chiereghin, Künstler
    Marcello Farabegoli, Kurator Sammlung Friedrichshof
    Lisa Ortner-Kreil, Kuratorin Bank Austria Kunstforum Wien

    Im Rahmen seines Projekts RIOT DESIGN hat Pablo Chiereghin (geb. 1977 in Adria, Italien, lebt und arbeitet in Wien) im Herbst 2020 im tresor des Bank Austria Kunstforum eine multimediale Präsentation gezeigt, die von Lisa Ortner-Kreil kuratiert wurde. Nun findet im Stadtraum der Sammlung Friedrichshof eine Fortsetzung statt.

    Im Mittelpunkt steht dabei tägliches Gebrauchsgut wie Möbel, auf die der Künstler kalkulierte Gewalt ausübt, sie mit künstlerischer Restaurierung „wiederherstellt“ und ihnen ein neues Design verpasst. Das Freigeben von Besitz, das „Disowning“ und die Präsentation und Thematisierung dieses Prozesses im Ausstellungskontext sind die Herzstücke des Projekts.

    Eröffnung: Dienstag 9. November 2021, 16-20 Uhr
    Ausstellung: 10.11.-23.12.2021
    Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18 Uhr u.n.V.

    Weitere Informationen: https://sammlungfriedrichshof.at/pablo-chiereghin-riot-design-21-22/

    Bitte beachten Sie die geltenden Corona-Regeln. Danke.

    Photo Gianmaria Gava, 2020

    Ausstellung

    Do Nothing. Feel Everything.

    19/11/202120/02/2022

    Kunsthalle Wien Karlsplatz

    Treitlstraße 2, 1040 Wien

    Sich mit Wahnsinn oder Unvernunft zu befassen heißt, nicht nur über Formen des Bewusstseins, sondern auch über die Beschreibung historischer Denksysteme zu sprechen. Ob Wahnsinn nun als philosophisches bzw. spirituelles Phänomen oder als objektive medizinische Psychopathologie beschrieben wird: Bei diesen Vorstellungen handelt es sich nicht um bloße Funde, sondern um historische Sinnproduktionen. Wenn Wahnsinn also ein kulturelles Phänomen ist, muss die Heilung des Wahns nicht die einzige mögliche Antwort darauf sein.

    In diesem Zustand gemeinsamen Wahnsinns fragen wir uns, wie wir unser Befinden instrumentalisieren oder vielleicht daraus lernen können ‒ nicht um unseren Gewinn zu optimieren, sondern weil wir Menschen Verhaltensstrateg*innen sind und Lernen ein im Kern biologischer Prozess ist. Daher befasst sich diese Gruppenausstellung mit Kunstpraktiken aus verschiedenen Teilen der Welt, die Wahnsinn als eine Form des Wissens begreifen und Risikobereitschaft dann als Lernmethode nutzen, wenn etwas auf dem Spiel steht ‒ Praktiken, die durch vorsichtige Verletzungen zu heilen versuchen. Nicht vergessen dürfen wir jedoch, dass Wahnsinn nicht die Wahrheit über Kunst sagt oder umgekehrt. Wir müssen die Verbindungen zwischen beiden anerkennen, denn für Schwule, Butches, Feminist*innen, Junkies, Migrant*innen, Menschen ohne Papiere, Sexarbeiter*innen, Crips, HIV-Positive, Transsexuelle, Transgenderpersonen usw. kann das Verhältnis zu Kunst heute nur paranoid sein.

    Do Nothing. Feel Everything: I want to have enough luck, Foto: Lesley Braun

    Guided Tour

    Studio Visits in den Ateliers urbanek und feld72

    Exkursion

    19/11/202119/11/2021

    15:00—18:00

    Reservierung erforderlich: anmeldung@azw.at

    Architekturzentrum Wien

    MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien

    Katharina Urbanek / studio urbanek und Michael Obrist / feld72 bestreiten als Gesprächspartner*innen des Az W die Dialogführungen der Ausstellung „Tatiana Bilbao Estudio“. Im Rahmen der Vienna Art Week öffnen sie für das Architekturzentrum die Türen ihrer Büros und geben Einblick in ihre Arbeitsweise.

    Beiden Büros gemeinsam ist ihr Disziplinen-übergreifendes Arbeiten, ihr Fokus auf Forschung, auf die Wohnfrage und auf die – sozialen – Gegebenheiten vor Ort. „… im Großen das Kleine denken – und im Kleinen das Große.“ (Katharina Urbanek)
    Was sie ebenso verbindet, ist die Büroadresse. Die Schottenfeldgasse 72, ein früher Eisenbetonbau, zieht mit seinen eindrucksvollen Raumstrukturen zahlreiche innovative Architekturbüros an. Feld72 erweiterte aufgrund des Büro-Wachstums seine Räumlichkeiten in einen 1970er-Jahre Bau in der Josefstadt.

    Ateliers: studio urbanek und feld72
    Mit: Katharina Urbanek und Michael Obrist
    Moderation: Maria Welzig, Az W

    feld72 © Hertha Hurnaus

    Special Event

    ROTOR: VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA

    Dynamisierende Zeichen, Polylog, Synergie

    19/11/202119/11/2021

    18:00—21:00

    kunstvermittlung@k-haus.at

    Künstlerhaus

    Karlsplatz 5, 1010 Wien

    Die Klangwelten des VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA entstehen allein im Moment: per Handzeichen vermittelte, gemeinsam mit den ad hoc Interpretationen der Musiker*innen entworfene ad hoc Kompositionen – ein kollektiver und individueller Prozess, der sich auch mit den Stationen: Vorschlag – Interpretation – Ausführung – Reflexion – Vorschlag beschreiben lässt. In einem komplexen, beweglich-instabilen wie auch bestärkenden Beziehungsgeflecht wird ein Spannungsfeld selbstreferentieller – kollektiver Formulierung und Gestaltung von Verlauf und Textur eröffnet, in dem sich Welten des ephemer Poetischen, potentieller Ausdruck und dessen Bedeutung durch das Ensemble und Instant Composition Conductor ad hoc entfalten.

    Seit 2004 erschließt das VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA mit dem instant composition conducting eine spezielle Form der experimentellen Komposition und der komplexen improvisierten Musik und greift damit als eines der ersten und kontinuierlich arbeitenden europäischen Improvisationsorchester einen Randdiskurs zu neuen Konzepten der Klangorganisation auf, der u.a. von Bruno Maderna, Lawrence D. Morris, John Zorn oder dem London Improvisers Orchestra begonnen bzw. entwickelt wurde.

    In permanent wechselnden und genderparitätischen Besetzungen wirken Sänger-/Musiker*innen aus Kontexten der akustischen und elektroakustischen Improvisierten Musik, des Jazz sowie der aktuellen komponierten Musik. Bei nahezu jedem Konzert ist zumindest ein*e neue*r Musiker*in involviert, zahlreiche internationale Musiker*innen waren bisher zu Gast. In Kooperationen mit Schriftsteller*nnen – Schwerpunkt experimentelle Lyrik – arbeitet das VIO an KlangSprach-Verbindungen und -Metaphorik.

    Mitwirkende:
    VIENNA IMPROVISERS ORCHESTRA , auch unter facebook.com/Vienna-Improvisers-Orchestra

    Michael Fischer – Instant Composition Conducting und künstlerischer Leiter des VIO

    Impulsstatement:
    Thomas Ballhausen

    JH

    Nairy Baghramian
    Ausstellung

    Nairy Baghramian

    20/11/202123/01/2022

    Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

    Friedrichstraße 12, 1010 Wien

    Nairy Baghramian setzt sich meist ausgehend vom menschlichen Körper mit den grundlegenden Fragen der Bildhauerei auseinander, entwirft mit ihren Skulpturen und Installationen jedoch ganz bewusst eine Antithese zum traditionellen Skulpturenbegriff. In ihrer künstlerischen Formensprache, Materialwahl und Herangehensweise dem Postminimalismus gleichermaßen nahe stehend wie der Konzeptkunst, nutzt die Künstlerin das Potential der Abstraktion, um komplexe Fragestellungen zu verhandeln und für sie eine ästhetisch formale Entsprechung zu finden. Baghramian selbst spricht dabei von „ambivalenter Abstraktion“. Ihre Arbeit thematisiert zeitliche, räumliche und soziale Beziehungen zu Sprache, Geschichte und Gegenwart mit Formen, die sich als Reaktion auf Kontextbedingungen oder die Prämissen eines bestimmten Mediums materialisieren.Ihre bildhauerischen Werke für den Innen- wie den Außenraum bestehen häufig aus mehreren Elementen und aus so unterschiedlichen Materialien wie Aluminium, Glas, pigmentiertem Wachs, Marmor, Porzellan, Kork und Epoxidharz. Organische Formen, die dicht gebündelt sind, ineinandergreifen, einander stützen, tragen oder aneinander lehnen, stellen ihre gegenseitige Abhängigkeit subtil und doch deutlich zur Schau. Die Korrelation oder Interdependenz der Objekte wird zudem durch den Einsatz von prothesenartigen Stützen und Zwingen unterstrichen, wobei vermeintliche Mängel der Arbeit immanent bleiben dürfen. „Meine Skulpturen sollen die Zweifel an ihnen mit formulieren.“ Das macht ihre Werke angreifbar und verletzlich, während die Hilfskonstruktionen zugleich auf ihre konzeptuelle temporäre Qualität und Veränderbarkeit verweisen.Baghramians Installationen und Skulpturen nehmen zum Ausgangspunkt stets einen Bezug auf Architektur, Geschichte und institutionellen Kontext des Ausstellungsortes, ohne dabei von diesem abhängig zu werden. 2017 beispielsweise wählte sie für ihre Arbeit Beliebte Stellen / Privileged Points für die Skulptur Projekte Münster mit einem barocken Schloss im Stadtzentrum einen sehr prominenten Ort. 1987 hatte Richard Serra hier eine mächtige, knapp sechs Meter in die Höhe ragende Vertikalstruktur aus Stahl errichtet. Während Serra seine auf die Fassade des Hauses bezugnehmende monumentale Skulptur mit der Absicht des permanenten Verbleibs auch nach der Ausstellungsdauer platziert hatte, thematisierte Baghramian mit ihrem raumgreifenden Arbeiten die zeitliche Begrenztheit des Ausstellungskonzepts. Baghramians Beitrag im repräsentativen Hof vor dem Schloss blieb bodennah und scheinbar unvollendet. Die feine, wie gekritzelte Linie, die ihre großzügig mit Farbe übergossene Bronzeskulptur in Form eines offenen Kreises beschrieb, erstreckte sich horizontal. Die noch nicht verschweißten Einzelelemente der gegossenen Bronzeskulptur wurden von verzinkten Stahl-Hilfskonstruktionen provisorisch in Position gehalten, während für die Installation im Hinterhof weitere lediglich mit Grundierung behandelte Elemente lose gestapelt lagen, aus denen potentiell weitere Beliebte Stellen zusammengesetzt werden konnten.

    Ein weiterer Wesenszug ist die räumliche Annäherung der Werke von der Peripherie, den Durchgängen und Korridoren hin zum Zentrum, wobei sie sich ihrer Umgebung eher einschreiben und eine Stelle markieren als den Raum zu dominieren. Mit ihren oft fragil wirkenden Skulpturen, die Stützung brauchen und so gesehen abhängig sind, stellt sich Baghramian stets auch der Konvention der selbstbewussten (männlichen) Pose, der dominanten Setzung, dem Anspruch des Immerwährenden entgegen.

    Nairy Baghramian, 1971 in Isfahan geboren, lebt und arbeitet in Berlin.

    Nairy Baghramian, Privileged Points, 2017, Installationsansicht Minneapolis Sculpture Garden & Wurtele Upper Garden, Foto: Timo Ohler

    Sarah Rapson
    Ausstellung

    Sarah Rapson

    20/11/202123/01/2022

    Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

    Friedrichstraße 12, 1010 Wien

    Die Kunstwerke einer kommenden Ausstellung im Untergeschoß der Secession werden vorwiegend irgendwo zwischen den Londoner Häusern von Sigmund Freud und John Keats entstanden sein. Sarah Rapson, deren Praxis kürzlich als eine Form des „romantischen Konzeptualismus“ beschrieben wurde, ist in Nord-London der 1960er und 1970er-Jahre aufgewachsen, ging in den 1980ern nach New York und kehre Jahrzehnte später nach England zurück, wo sie weiterhin ihr Material editiert.

    Sarah Rapson, Love is everywhere (Stuart), 2004

    Nora Turato
    Ausstellung

    Nora Turato

    20/11/202123/01/2022

    Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

    Friedrichstraße 12, 1010 Wien

    Nora Turato setzt sich in klangvollen Sprechperformances und aus gefundenem Textmaterial gefertigten typografischen Werken mit der Brüchigkeit der Sprache in heutigen Medienlandschaften auseinander. Sprache aus Büchern, Werbung, sozialen Medien und Alltagsgesprächen wird angeeignet und fließt in Performance-Texte und Arbeiten bildender Kunst von Wandmalereien und Videos bis hin zu Künstlerbüchern und Postern ein.

    Ihre Performances trägt sie mit einer scheinbar impulsiven und ungeplanten Dringlichkeit vor, die über die aufwändigen Forschungs- und Probenarbeiten hinwegtäuschen können, die ihnen jeweils zugrunde liegen. Zurzeit produziert sie zwei Performances von je etwa 20 Minuten Dauer pro Jahr, was es ihr erlaubt, aktuelle Trends, Redewendungen und sprachliche Muster, die sich in den Medien ausbreiten, aufzunehmen und die kulturellen und politischen Themen der Gegenwart aufzugreifen. Ihre Stimme, die sich durch großen Umfang und Flexibilität auszeichnet, setzt sie mit vielfältig wechselnden Tonlagen und Satzmelodien, Intensitäten und emotionalen Ausdrucksqualitäten ein, um bewegende theatralische Wirkungen zu erzielen.

    Turatos unverkennbar durch ihre Ausbildung als Grafikdesignerin geprägte bildende Kunst zieht mit plakativen typografischen Bildlösungen den Blick auf sich, in denen die Botschaften ihrer Sprechperformances und die Bildsprache heutiger Werbeslogans anklingen. So kann sie Formate vom kleinen, aber gehaltvollen Künstlerbuch bis zur werbetafelgroßen Wandarbeit bespielen, ohne Zugeständnisse bei der künstlerischen Qualität oder dem Nuancenreichtum ihrer Arbeiten zu machen.

    Obwohl ihr Werk und seine gewandte Auseinandersetzung mit heutiger Kultur unter vielen verschiedenen Gesichtspunkten analysiert und gedeutet werden können, ziehen oft vor allem Turatos Bühnenpräsenz – als Frau, deren Verhalten unvorhersehbar ist—und ihre abwechselnd donnernde, heulende und quiekende Stimme die Aufmerksamkeit der Kritik auf sich. So wird überdeutlich, dass allen Illusionen zum Trotz das Recht der Frau auf freie Rede selbst in angeblich fortschrittlichen Gesellschaften höchst umstritten bleibt.

    Nora Turato, Foto: Sabina Bösch, Zürich, Courtesy: the artist & Galerie Gregor Staiger, Zürich

    Ausstellung

    JOSEF HOFFMANN

    Fortschritt durch Schönheit

    15/12/202119/06/2022

    10:00—18:00

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    Aus Anlass seines 150. Geburtstags dokumentiert die Ausstellung JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit erstmals umfassend das Gesamtwerk des Architekten, Designers, Lehrers und Ausstellungsmachers Josef Hoffmann (1870–1956), einer der zentralen Figuren der Wiener Moderne und internationalen Lebensreformbewegung. Hoffmann kultivierte mit seiner unermüdlichen Entwurfsarbeit und Lehrtätigkeit ein exemplarisches Modell moderner Lebensweisen auf Basis einer handwerklich geprägten sowie künstlerisch ambitionierten Bau- und Produktkultur. Die Schau zeigt einen Querschnitt durch Hoffmanns revolutionäre Designs und seine wichtigsten Bauten, darunter das Palais Stoclet in Brüssel (1905–1911) oder das Sanatorium Purkersdorf (1904–1905).

    In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien.

    © MAK

    Ausstellung

    MUTA-NATUR

    16/12/202116/01/2022

    Künstlerhaus

    Karlsplatz 5, 1010 Wien

    Kuratiert von Maria Grün und Anna Werzowa
    Der Mensch eignet sich die Natur an, er kultiviert, gestaltet und verändert sie. Ohne die Manipulation der Natur scheint der Mensch nicht mehr überlebensfähig zu sein. Sich Natur zu Nutze zu machen, ist ein selbstverständlicher Teil des menschlichen Handelns und der Kulturgeschichte.

    Die Art, wie mit Natur umgegangen wird, zeigt auf, welche Beziehung zu ihr besteht. Im Laufe der Jahre hat sich der Umgang immer wieder gewandelt. Die Mittel und Werkzeuge entwickeln sich in einem rasanten Tempo beständig weiter. Neben Zerstörung und Verseuchung der Umwelt wächst auch das Bewusstsein für sie. Es entwickelten sich Bemühungen zum Wiederaufbau und zur Renaturalisierung.

    Der Mensch ist gleichzeitig Herrscher, Teil und Untertan der Natur. Und so ist auch Natur nicht mehr ausschließlich als Gegenbegriff zu Kultur zu begreifen. Das was wir als Natur bezeichnen ist zumeist „vom Menschen gemacht“. Wie betrachten wir unseren eigenen Körper unter dem Vorzeichen der technischen Erweiterung. Möglichkeiten und Mittel zur Veränderung der eigenen Natürlichkeit entwickeln sich weiter. Der Körper wird manipuliert und erweitert, die Maschine ist ein selbstverständlicher Teil des menschlichen Daseins geworden.
    Die Ausstellung soll eine kritische, möglicherweise verstörende, romantische und zugleich höchst aktuelle Auseinandersetzung mit Natur aufzeichnen. Thema soll unter anderem eine neue Deutungsweise und Neuinterpretation von Natur sein.

    Eva Grün: Foto von Max Berner "Nix genaues nicht", 2012

    Online

    JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit

    MAK im Dialog Online-Talk

    21/12/202121/12/2021

    18:30

    MAK – Museum für angewandte Kunst

    Stubenring 5,
    1010 Wien

    Kurator Rainald Franz im Gespräch mit den Gastkuratoren Christian Witt-Dörring und Matthias Boeckl

    Die Hoffmann-Experten diskutieren dessen revolutionäre Designs, seine wichtigsten Bauten und geben Einblicke in die kuratorischen Intentionen hinter der umfassenden Schau, die sich dem Gesamtwerk des Architekten, Designers, Lehrers und Ausstellungsmachers Josef Hoffmann (1870–1956), einer der zentralen Figuren der Wiener Moderne und internationalen Lebensreformbewegung, widmet.

    Teilnahme-Link: https://us06web.zoom.us/j/87523286000

    Fotografie: Yoichi R. Okamoto © MAK