Vienna Art WeekKunstkalender

VIENNA

ART

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Ausstellung

Edi Hila – Der Klang der Tuba

18/09/20197/02/2021

Die Suche nach künstlerischer Wahrheit ist für meine Malpraxis grundlegend. Die Wahrheit, verstanden als Darstellung einer Wirklichkeit meiner Umgebung, wie sie ist, ist mir viel wichtiger als jede Vorstellung von Schönheit.*(Edi Hila)

Ausstellung

Böse Kaiser

Eine Ausstellung des Münzkabinetts

12/11/201928/02/2021

Die Ausstellung ist nur für Führungen geöffnet.

KUNSTHISTORISCHES MUSEUM WIEN

Maria-Theresien-Platz,
1010 Wien

Das Bild, das die antike Überlieferung von römischen Kaisern gezeichnet hat, wirkt bis heute nach. Ob Caligula, Nero oder Commodus, sie gelten als Paradebeispiele für Cäsarenwahn. Denn das endgültige Urteil, ob jemand gut oder böse ist, wird unausweichlich von der Nachwelt gefällt, ungeachtet aller Behauptungen oder Bemühungen der betreffenden Person selbst.

Die Ausstellung stellt Aussagen aus der antiken Überlieferung, die zum Teil von Zeitgenossen stammen, zum Teil aber auch viele Generationen nach dem Ableben eines Kaisers aufgeschrieben wurden, der Münzprägung gegenüber. Diese beiden Quellen sind auf gänzlich verschiedene Art und Weise entstanden und verfolgten zudem völlig unterschiedliche Zielsetzungen. Manchmal prallen sie regelrecht aufeinander und sind nur selten in Einklang zu bringen. Zwar beruht auf ihnen ein Großteil unseres Wissens über die Geschichte der Antike, aber es zeigt sich, wieviel Raum zwischen persönlicher Meinung und offizieller Darstellung verbleibt.

Es werden bewusst Klischees und Anekdoten aufgegriffen und es wird versucht, diese anhand von Beispielen aus den Beständen des Münzkabinetts zu illustrieren, das mit 90.000 römischen Münzen und insgesamt rund 600.000 Objekten zu den größten und bedeutendsten Sammlungen der Welt zählt. Der Bogen spannt sich vom blutrünstigen Caligula und Nero, dem Brandstifter Roms, bis hin zu den Christenverfolgern und zu Julian dem Abtrünnigen im 4. Jahrhundert n. Chr.

© KHM

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a_schau

Dauerausstellung

1/01/202031/12/2021

Architekturzentrum Wien

MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Die „a_schau“ ist die Dauerausstellung des Az W. Sie zeigt einen kompakten Überblick zur Entwicklung und Geschichte der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts und einen einzigartigen Blick auf 150 Jahre Architekturschaffen in Österreich.

In zehn Episoden entfalten sich die relevantesten Phänomene und Strömungen und lassen dabei Platz für autonome Positionen. Ausgehend vom Aufstieg Wiens zur imperialen Großstadt führt die Ausstellung ins Spannungsfeld zwischen sozialpolitischem Experiment, der „Eroberung“ alpiner Landschaftsräume, den Machtverstrickungen in der NS-Zeit und dem Wiederaufbau nach 1945.

Moderne, Experimente und Krisen
Das Jahr 1958 ist für die Architekturentwicklung in Österreich signifikant. Es werden einige Schlüsselbauten fertiggestellt, die einen etwas späten Aufbruch in die internationale Moderne signalisieren. Danach machen sich Raumfahrt, der weltweite Siegeszug von Pop-Kultur und Massenmedien in der Architekturproduktion bemerkbar. Die Ölkrise von 1973 setzt den utopischen Konzepten ein abruptes Ende und markiert gleichzeitig den Beginn einer Vielzahl von konstruktiven und formalen Experimenten. Wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind aktuelle Positionen quer durch Österreich, die in digitaler Form präsentiert werden.

Kuratorinnen: Gabriele Kaiser, Monika Platzer, Az W

Günther Domenig, Steinhaus, 1986–2008 © AzW Wien, Sammlung, Foto: Margherita Spiluttini

Ausstellung

Faces. Die Macht des Gesichts

12/02/202024/05/2021

Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Ausgehend von Helmar Lerskis herausragender Fotoserie “Metamorphose – Verwandlungen durch Licht“ (1935/36) präsentiert die Ausstellung „Faces” Porträts aus der Zeit der Weimarer Republik.

In den 1920er- und 30er-Jahren erneuern Fotografinnen und Fotografen radikal das Verständnis des klassischen Porträts: Ihre Aufnahmen dienen nicht mehr der Darstellung der Persönlichkeit eines Menschen, sondern sie fassen das Gesicht als nach ihren Vorstellungen inszenierbares Material auf.  Über das fotografierte Gesicht werden sowohl ästhetische Überlegungen der Avantgarde als auch gesellschaftliche Entwicklungen der Zwischenkriegszeit verhandelt. Modernistische Experimente, das Verhältnis zwischen Individuum und Typ, feministische Rollenspiele und politische Ideologien kollidieren und erweitern damit das Verständnis der Porträtfotografie.

© Nachlass Helmar Lerski, Museum Folkwang, Essen

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Renate Bertlmann

Carlone Contemporary

20/02/202031/01/2021

Oberes Belvedere

Prinz Eugen-Straße 27

Das Belvedere präsentiert 2020 in der Reihe CARLONE CONTEMPORARY die Arbeit der Multimediakünstlerin Renate Bertlmann für den österreichischen Pavillon der Biennale von Venedig 2019: ein Feld roter Messer-Rosen. Sie zeigt sinnliche Blumen aus Muranoglas mit messerscharfen Klingen im Blütenkelch. Der Gegensatz zwischen Fragilität und Aggression weist Parallelen zur Dualität der Fresken im Carlone-Saal des Belvedere auf.
Kuratiert von Felicitas Thun-Hohenstein.
#CarloneContemporary #RenateBertlmann

Johannes Stoll / Belvedere, Wien. © Renate Bertlmann & Richard Saltoun Gallery, London

Ausstellung

Gelebt: Ingeborg Strobl

6/03/202014/02/2021

Ingeborg Strobls Arbeit steht in der Tradition konzeptueller und medienübergreifender Kunst. In ihren Objekten, Installationen, Collagen, Malereien, Fotografien, Filmen und Publikationen nehmen Natur- und Tiermotive als Spiegelbilder des Gesellschaftlichen eine zentrale Rolle ein. Auch zeigt sich in ihrem Werk eine Vorliebe für das Randständige, Verborgene, das allzu leicht Übersehene oder Verdrängte sowie eine damit verknüpfte Abneigung gegen Produktions- und Konsumwahn.

Am Beginn ihres Oeuvres stehen Buntstiftzeichnungen und in der Studienzeit in London geschaffene keramische Arbeiten. Beide Werkgruppen sind von einem surrealen Illusionismus mit Tiermotiven geprägt, worin sich bereits der Sinn der Künstlerin für die im Vergänglichen verborgene Schönheit bzw. für die Hinfälligkeit aller Pracht manifestiert.

Strobl hat dem mumok ihr Archiv mit zahlreichen Werken und Drucksorten als Schenkung überlassen. Diese Archivalien bilden den Kern der Retrospektive, die noch gemeinsam mit der Künstlerin – vor deren Tod im April 2017 – konzipiert wurde und einen repräsentativen Einblick in ihr umfangreiches Oeuvre gibt.

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Dauerausstellung Schausammlung

1/07/202031/12/2021

Oberes Belvedere

Prinz Eugen-Straße 27

Mehrere tausend Werke aus neun Jahrhunderten umfasst die Sammlung des Belvedere. Das Museum wirft mit der Aufstellung der Sammlung einen spannenden Blick aus unerwarteter Perspektive auf die Werke von Künstler_innen wie Rueland Frueauf d. Ä., Franz Xaver Messerschmidt, Ferdinand Georg Waldmüller, Gustav Klimt, Erika Giovanna Klien, Egon Schiele, Helene Funke oder Oskar Kokoschka.

Der umfangreiche Bestand des Belvedere umfasst Werke vom Mittelalter bis in die Gegenwart, darunter die weltweit größten Sammlungen von Ferdinand Georg Waldmüller und Gustav Klimt oder die Charakterköpfe von Franz Xaver Messerschmidt. Mit der Schausammlung schafft das Obere Belvedere neuartige Zugänge zu diesen Meisterwerken der Kunst.

Themenräume unterbrechen die chronologisch den Kunstepochen folgende Hängung. Ein vielschichtiger Dialog entsteht so zwischen den Klassikern der Kunstgeschichte und zeitgenössischen Positionen. Die Räume kreisen um Fragestellungen zu Österreichs Geschichte, seiner Identität und seiner Kunst. So wird ein Spannungsfeld zwischen historischen Referenzen und aktuellen Bezugspunkten erzeugt – scheinbar Altbekanntes kann im neuen Kontext wiederentdeckt werden.

Dem Bau des Schloss Belvedere unter Prinz Eugen von Savoyen, der Museumsgründung, der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages und der heutigen Rolle als modernes Museum ist ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet, der die bewegte Geschichte des Hauses reflektiert.

Ausstellungsansicht "Schausammlung Neu" Foto: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien

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Meisterwerke der Moderne

Die Sammlung Batliner

1/07/202031/12/2021

Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Die Schausammlung der ALBERTINA wurde vollständig neu aufgestellt. Schwerpunkt der aktuellen Präsentation sind zahlreiche bisher selten gezeigte Arbeiten Pablo Picassos. Die ALBERTINA besitzt mit der Sammlung Batliner eine der bedeutendsten Kollektionen Europas zur Malerei der Klassischen Moderne.
Den Ausgangspunkt der permanenten Ausstellung bilden die Künstler des Impressionismus und des Postimpressionismus wie Degas, Cézanne, Toulouse-Lautrec und Gauguin. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Deutschen Expressionismus mit den Künstlergruppen Die Brücke und Der Blaue Reiter sowie auf der Neuen Sachlichkeit mit Werken von Wacker, Sedlacek und Hofer. Den Fokus auf die Kunst Österreichs vertiefen Werke von Kokoschka sowie Gemälde von Egger-Lienz. Die Vielfalt der russischen Avantgarde illustrieren Gemälde von Gontscharowa, Malewitsch und Chagall.

Die ALBERTINA begrüßt die Sammlung Othmar Huber zu einem Gastauftritt im Rahmen der Schausammlung. Aus der Kollektion des Schweizer Augenarztes Othmar Huber (1892–1979) wird eine Auswahl von 15 Werken präsentiert, die einen Dialog zwischen diesen beiden herausragenden Sammlungen der Klassischen Moderne entfacht. Der Fokus dieser Begegnung von Schlüsselwerken der Moderne liegt auf dem Blauen Reiter, darunter Marcs Hauptwerk Blaues Pferd II, Mackes Hafen von Duisburg sowie Werken von Kandinsky und Klee. Zwei bedeutende Gemälde von Picasso, Schlafende Trinkerin aus der frühen Phase seiner Blauen Periode sowie Frau im Profil, die zusammen mit dem reichen ALBERTINA-Bestand an Werken Picassos präsentiert werden, runden das besondere Gastspiel ab. Die ausgestellten Werke sind Leihgaben der Stiftung Othmar Huber, die im Kunstmuseum Bern beheimatet ist, und des Kunsthauses Glarus.

Paul Signac | Venedig, die rosa Wolke, 1909 | © ALBERTINA, Wien – Sammlung Batliner

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MAK SCHAUSAMMLUNG WIEN 1900

Design / Kunstgewerbe 1890-1938

1/07/202031/07/2022

MAK – Museum für angewandte Kunst

Stubenring 5,
1010 Wien

Die Räume der Schausammlung sind von zeitgenössischen KünstlerInnen gestaltet und zeigen ausgewählte Highlights der MAK-Sammlung. In einem einzigartigen Zusammenspiel von künstlerischem Erbe und zeitgenössischen Interventionen werden die historischen Bestände in Szene gesetzt und laden in dieser speziellen Inszenierung zur eingehenden Betrachtung der Objekte ein.
Thematisches Zentrum der Präsentation bildet das vielgestaltige Ringen um einen österreichischen modernen bürgerlich-demokratischen Stil. Als Secessionismus und Jugendstil bezeichnet, dient das Design und Kunstgewerbe dieser vibrierenden Zeit heute wie kein anderes der österreichischen Identitätsstiftung.

©MAK

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Nach uns die Sintflut

16/09/202014/02/2021

KUNST HAUS WIEN. Museum Hundertwasser

Untere Weißgerber Straße 13, 1030 Wien

Schwindende Gletscher und Polkappen, steigende Meeresspiegel und versteppte Landflächen: die Folgen der Klimakrise sind längst sichtbar. Nach uns die Sintflut heißt die große Herbstausstellung des KUNST HAUS WIEN, die mit den Mitteln der Kunst die Dringlichkeit des Themas aufzeigt. 21 österreichische und internationale Künstlerinnen und Künstler veranschaulichen durch Fotografie und Video die ökologischen Auswirkungen unseres wachstumsorientierten Wirtschaftssystems.

Die Werke aus den vergangenen zehn Jahren sind oft in intensiver Recherche und in Zusammenarbeit mit WissenschafterInnen entstanden. Sie geben den abstrakten Prozessen und komplexen Zusammenhängen der Klimakrise eine visuelle Form und berühren auf emotionaler Ebene. Die Ausstellung steht programmatisch für die Anliegen und Schwerpunkte, die das KUNST HAUS WIEN als Grünes Museum verfolgt: Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sowie künstlerische Fotografie.

KünstlerInnen: Benoit Aquin, Ursula Biemann, Axel Braun, Solmaz Daryani, Verena Dengler, Michael Goldgruber, Justin Brice Guariglia, Stephan Huber, Genoveva Kriechbaum, Anouk Kruithof, Bénédicte Kurzen, Douglas Mandry, Benedikt Partenheimer, Sarker Protick, Gabriele Rothemann, Anastasia Samoylova, Christina Seely, Nicole Six & Paul Petritsch, Frank Thiel, Angela Tiatia

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Verborgene Gedanken visueller Natur

23/09/202031/12/2021

Sigmund Freud Museum

Berggasse 19, 1090 Wien

Die Dauerausstellung Verborgene Gedanken visueller Natur wurde in Sigmund Freuds „erster Ordination“ im Hochparterre eingerichtet: Eine Präsentation ausgewählter Werke der Konzeptkunstsammlung des Sigmund Freud Museums. 1989 mit einer Installation des amerikanischen Künstlers Joseph Kosuth ins Leben gerufen, unfasst die Sammlung Werke von KünstlerInnen wie Franz West, Heimo Zobernig, Susan Hiller, John Baldessari, Sherrie Levine, Haim Steinbach, Ilya Kabakov oder Pier Paolo Calzolari.

Ausstellungsansicht: Verborgene Gedanken visueller Natur © Oliver-Ottenschlaeger, Sigmund Freud Privatstiftung

Ausstellung

Andy Warhol Exhibits

25/09/20207/03/2021

Ausstellungskünstler, Installationskünstler oder doch verkappter Kurator? ANDY WARHOL EXHIBITS a glittering alternative blickt mit bisher kaum gezeigten Arbeiten hinter die Fassade der weltberühmten Pop-Art-Ikone und entdeckt Warhols Fähigkeit als bahnbrechender Ausstellungs- und Installationskünstler neu. Erstmals wird ein exemplarischer Überblick über die Ausstellungspraxis des Künstlers geboten, ohne dabei dessen Früh- und Spätwerk außer Acht zu lassen. Der Querschnitt erlaubt eine gleichwertige Betrachtung der vielfältigen, von ihm eingesetzten Medien und zeigt, dass Warhols Präsentationsmodi als wesentliche Bestandteile seines Werkes zu verstehen sind. Zwei Aspekte von Warhols Doppelpersona – zum einen eine vielzitierte inszenierte, zum anderen eine von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene, versteckte Persönlichkeit – werden auf zwei Ebenen des mumok einander gegenübergestellt.

 

 

Ausstellung

Defrosting the Icebox

25/09/20207/03/2021

RAID THE ICEBOX 1 with Andy Warhol (1969-1970) versteht sich als eines der frühesten Beispiele für eine von einem Künstler kuratierte Sammlungsausstellung. Obwohl die von Warhol kuratierte Ausstellung keine eigenen Werke des Künstlers zeigte, enthielt sie wesentliche Präsentationsstrategien, die mit traditionellen Museumsstandards brachen: Anstatt die bildenden Künste zu priorisieren, stellte Warhol die angewandten Künste aus. Anstatt ein Klassifizierungssystem nach Chronologie, Medium oder Stil anzuwenden, präsentierte er die Objekte in ahistorischer und unhierarchischer Form. Das Depot wurde zur Ausstellung, fast schon Vergessenes rückte in den Mittelpunkt. In Anlehnung an Warhols untypische Werkliste – er stellte u. a. 7 Decken, 12 Skulpturen, 17 Stühle, 57 Regenschirme und 194 Paar Schuhe aus – liegt der Fokus auf ausgewählten Werken der Sammlung des Weltmuseums Wien sowie auf griechischen und römischen Skulpturenfragmenten der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museum Wien.

Ausstellung

Beethoven bewegt

29/09/202024/01/2021

KUNSTHISTORISCHES MUSEUM WIEN

Maria-Theresien-Platz,
1010 Wien

Die Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien bringt Beethoven in Dialog mit KünstlerInnen wie Friedrich, Goya, Rodin, Horn, Baldessari und Sehgal.
Das Kunsthistorische Museum Wien präsentiert in Kooperation mit dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine durchaus ungewöhnliche Hommage an Ludwig van Beethoven (1770–1827).

Beethovens universelle und einzigartige Rezeption, die epochale Bedeutung seiner Musik, aber auch die Wahrnehmung seiner ikonengleich stilisierten Person lassen eine Unmenge von Anknüpfungspunkten zu; Hoch- und Populärkultur, Kommerz und Politik nützen ein nahezu unerschöpfliches Reservoir zur Inspiration oder auch Vereinnahmung.

Die Ausstellung bringt Gemälde von Caspar David Friedrich, Skizzenbücher J. M. W. Turners, Grafiken von Francisco de Goya, Anselm Kiefer und Jorinde Voigt, Skulpturen von Auguste Rodin, Rebecca Horn und John Baldessari sowie eine für die Ausstellung entwickelte neue Arbeit Tino Sehgals, ein Video von Guido van der Werve u. v. m. ins Gespräch mit der Musik, kostbaren Autographen und der Person Beethovens. Sie schlägt so eine Brücke bis zur Gegenwart: Meisterwerke der Bildenden Kunst gehen Verbindungen mit Musik und Stille ein.

© KHM

Ausstellung

Fragile Schöpfungen

1/10/202028/08/2021

Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart veranschaulichen die künstlerische Auseinandersetzung mit der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Vom Blumenschmuck historischer Buchmalerei, über die romantische Lust an der Urgewalt der Natur, bis zu gesellschaftspolitischen und aktivistischen zeitgenössischen Positionen zeigt die Schau verschiedene Naturvorstellungen auf und fragt nach dem Platz, den der Mensch sich darin einräumt. Natur ist hier Rückzugsort, Inspirationsquelle, ein erhabener, Ehrfurcht gebietender Ort – und dabei oft nicht mehr als eine Ressource, deren Ausnutzung letztlich auch den Menschen selbst bedroht. Zwischen liebevoller Zuwendung und Ausbeutung, Bedrohung und Faszination erweist sich das Verhältnis Mensch-Umwelt als stets präsentes Thema, das bereits vor den lebensbedrohenden Folgen der Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung von existentieller Wichtigkeit war.

 

Positionen von Karl Aigen, Alessandro Araldi, Betty Beier, Joseph Beuys und Nicolás García Uriburu, Joseph Beuys und Jonas Hafner, Albert Bierstadt, P. Dominik Bilimek OCist, Catrin Bolt, Günter Brus und Arnulf Rainer, Maria Bussmann, Carolina Caycedo und Jonathan Luna, Olivia Coeln, Regula Dettwiler, Mark Dion, Caspar David Friedrich, Nilbar Güres, Maria Hahnenkamp, Christine und Irene Hohenbüchler, John Hilliard, Jenny Kendler, Mathias Kessler, Estefanía Peñafiel Loaiza, Alessandro Magnasco, Julie Monaco, Muntean & Rosenblum, Michèle Pagel, Bonaventura Peeters, Oliver Ressler, Dieter Roth, Marzellin Stoppel, Antoni Tàpies, Shonah Trescott, Timm Ulrichs, Lois Weinberger, Sharon Ya’ari sowie historischen Künstlern, deren Namen nicht überliefert sind.

 

Ausstellung

My Generation – Die Sammlung Jablonka

2/10/202021/02/2021

Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Rafael Jablonka gibt erstmals in der ALBERTINA Einblick in seine umfassende Sammlung zeitgenössischer Kunst, eine der profiliertesten zur amerikanischen und deutschen Kunst der achtziger Jahre, die er im Juli 2019 der ALBERTINA übergab. Er sammelte über Jahrzehnte nach dem Grundsatz, immer mehrerer Werke aus verschiedenen Schaffensphasen der KünstlerInnen zu erwerben. Der 1952 geborene deutsche Kunsthändler, Galerist und Kurator widmet sich in dieser Präsentation vor allem seiner eigenen Generation. In Form von Künstlerräumen gibt die Ausstellung einen repräsentativen Einblick in das jeweilige Œuvre.

Vertretene KünstlerInnen:

Miquel Barceló | Ross Bleckner | Richard Deacon | Eric Fischl | Damien Hirst | Roni Horn | Mike Kelley | Sherrie Levine | Cady Noland | Thomas Schütte | Andreas Slominski | Philip Taaffe | Terry Winters

© Sherrie Levine

Ausstellung

Stories of Traumatic Pasts

Counter-Archives for Future Memories

8/10/20203/04/2021

Belgischer Kolonialismus im späten 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert.
Österreichischer Antisemitismus im 20. Jahrhundert.
Turbo-Nationalismus im ehemaligen Jugoslawien seit den 1990er Jahren.

Diese drei historischen Stränge von Gewalt und Vernichtung erzwangen und stützten einen Prozess des Vergessens, der bis heute eine Aufarbeitung der durch sie verursachten Genozide verhindert. Heute droht eine
unfreiwillige bzw. ausgeübte Amnesie all das zu zerstören, was bereits in Hinblick auf ein mögliches Zusammenleben erreicht wurde.
Wir kehren zu diesen traumatischen Ereignissen der Geschichte sowie der jüngsten Vergangenheit mit ihrer zerstörerischen Wirkung auf Gemeinschaften und Völker, Staaten und Territorien zurück und stellen sie einem System von Interventionen gegenüber. Die nach Gräueltaten zurückbleibenden Narben sind zwar oft versteckt und ausgelöscht, lassen sich aber durch künstlerische, wissenschaftliche und politische Reflexionen
zurückholen.

Drei europäische Regionen, ihre Geschichten und ihre gegenwärtigen Erfahrungen der kollektiven Amnesie in Bezug auf traumatische Vergangenheiten stehen im kritischen Fokus der Ausstellung. Die gezeigten Positionen sind Interventionen an Gegenwart und Zukunft und bilden Gegenerzählungen gegen das Vergessen.

Stories of Traumatic Pasts ist das Ergebnis des FWF Forschungsprojekts (AR 439) Genealogie der Amnesie an der Akademie der bildenden Künste.

Alle Programmformate Ausstellung Eintritt frei

Der Angriff der Gegenwart – Aussichten im Postwachstum

11/11/202023/01/2021

Anmeldung erforderlich: christian.schneider@uni-ak.ac.at

Universitätsgalerie im Heiligenkreuzer Hof Wien


Heiligenkreuzer Hof Stiege 8, 1.Stock, Eingang über Schönlaterngasse 5


Die immer neu entfachte Lust auf nie zufriedenstellenden Konsum, der nach wie vor routinierte Zugriff auf längst begrenzte Ressourcen, Städte in einem nahezu selbstverständlichen Ausverkauf, ungeschützte Arbeit ohne Aussicht auf Sicherheit und Entwicklung, ein aus der Zeit gefallener Automobilismus, gesellschaftlicher Zusammenhalt, der an den Exponentialkurven einer Pandemie bemessen wird, die Suspension von Öffentlichkeit – die Liste wäre weiter fortzusetzen, um doch nur Fragmente einer Realität festzuhalten, die nicht innehält und dabei nie über das Jetzt und den immer entscheidenden Moment hinauskommt.

 

Die Bedingungen, unter denen diese Ausstellung zustande kommt, ergeben sich nicht zuletzt aus einem globalen Notstand. Künstler*innen befragen ihre Bilder einer Gegenwart, die von Endzeitvorstellungen und Krisen geprägt ist und zugleich nach unverbrauchten Konzeptionen sucht wie sie auch nach neuen Modellen verlangt. Es braucht widerständige Erfassungen einer Gegenwart wie greifbare Aussichten auf eine Zukunft, um notwendige Spielräume zu erkämpfen. Je eindringlicher die Bestandsaufnahmen desto schärfer lassen sich auch die Anliegen formulieren und übertragen und zugleich die Erkenntnis festhalten, dass solche Ziele die vieler sind. In diesem Sinn ist Kunst immer politisch zu verstehen.

 

Die Ausstellung wird von einer Plakatserie begleitet, die Daten und Fakten zur angesprochenen Weltlage aufbereitet und Grundlagen zur Verfügung stellt.

 

Kuratorisches Team: Brigitte Felderer, Barbara Horvath, Nina Pohler, Alexandra Strickner (in alphabetischer Reihenfolge)

 

Text: Brigitte Felderer, Barbara Horvath

 

* Aufgrund der aktuellen Situation ist eine Teilnahme an der Kuratorinnenführung nur mit schriftlicher Anmeldung möglich: Christian Schneider christian.schneider@uni-ak.ac.at
Die Personenzahl ist begrenzt – wir bitten um Verständnis, dass die Anmeldungen in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt werden.
Bitte beachten Sie die Maskenpflicht vom Betreten bis zum Ve

Justin Lieberman Doctrinal Disposition, 2019 Foto: Frank Stürmer

Alle Programmformate Ausstellung

Maja Vukoje

Auf Kante

12/11/202025/04/2021

Belvedere 21 – Museum für zeitgenössische Kunst

Arsenalstraße 1,
1030 Wien

Maja Vukoje beschäftigt sich in ihrer Malerei mit kultureller Hybridität und Transkulturalität als Grundbedingungen unserer globalisierten Lebenswelten. Über verschiedene Werkphasen hinweg hat Vukoje eine eigenständige künstlerische Sprache entwickelt. Dabei nimmt sie die Vermischung und Verschmelzung von Elementen verschiedener Kulturen nicht nur als Bildmotive in den Blick. Vukoje spiegelt diese Phänomene des Hybriden auch im Sinne einer medialen Entgrenzung der Malerei in den eingesetzten Materialien und den künstlerischen Verfahren.

Das Belvedere 21 präsentiert ab 12. November 2020 die bislang umfassendste Personale der Künstlerin. Gezeigt werden rund hundert Arbeiten der letzten 15 Jahre mit einem Schwerpunkt auf der aktuellsten Produktion. In dieser treffen Südfrüchte und sogenannte Kolonialwaren wie Kaffee und Zucker auf Symbole unseres digitalisierten Alltags, Motive aus der Populärkultur und ikonische Werke der malerischen Abstraktion. In einer speziell für die Ausstellung konzipierten Raumintervention verschränkt Maja Vukoje zudem ihre Auseinandersetzung mit der Formensprache der Moderne mit Fragen des Displays.

Kuratiert von Luisa Ziaja.

#MajaVukoje

Maja Vukoje, "Paravent", 2014, Foto: Michael Wörgötter, © Bildrecht Wien, 2019

Alle Programmformate Ausstellung Eintritt frei

Daniel Knorr

Canvas Sculptures

16/11/202016/01/2021

Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Grünangergasse 1, 1010 Wien

„Ich habe mit Kunst angefangen, die eigentlich unsichtbar ist“, bemerkte Daniel Knorr einmal über seine frühen Arbeiten. Der in Rumänien geborene und in Berlin und Hongkong lebende Künstler hat 2005 den rumänischen Pavillon der Biennale in Venedig bespielt und dort diesen Ansatz wohl am konsequentesten umgesetzt. Er entfachte gezielt eine politische Diskussion, indem er die Ausstellungsräume komplett leer ließ und so die Gebrauchspuren der vergangenen Ausstellung sichtbar machte.
Mit der 2013 entstandenen Serie Depression Elevations erweiterte Knorr diese Idee um den Aspekt der Materialität. Er formte Vertiefungen und Unebenheiten von Straßen und Plätzen ab. Diese Fehlstellen, die versteckten Geschichten und unsichtbaren Spuren unseres Alltagslebens, goss er in schillernde, haptisch ansprechende Objekte.
Die vierte Einzelausstellung von Daniel Knorr in der Galerie zeigt drei Werkgruppen, die aus der Serie Depression Elevations heraus entstanden und weiterentwickelt wurden. „Ich habe mit Kunst angefangen, die eigentlich unsichtbar ist“, bemerkte Daniel Knorr einmal über seine frühen Arbeiten. Der in Rumänien geborene und in Berlin und Hongkong lebende Künstler hat 2005 den rumänischen Pavillon der Biennale in Venedig bespielt und dort diesen Ansatz wohl am konsequentesten umgesetzt. Er entfachte gezielt eine politische Diskussion, indem er die Ausstellungsräume komplett leer ließ und so die Gebrauchspuren der vergangenen Ausstellung sichtbar machte.
Mit der 2013 entstandenen Serie Depression Elevations erweiterte Knorr diese Idee um den Aspekt der Materialität. Er formte Vertiefungen und Unebenheiten von Straßen und Plätzen ab. Diese Fehlstellen, die versteckten Geschichten und unsichtbaren Spuren unseres Alltagslebens, goss er in schillernde, haptisch ansprechende Objekte.
Die vierte Einzelausstellung von Daniel Knorr in der Galerie zeigt drei Werkgruppen, die aus der Serie Depression Elevations heraus entstanden und weiterentwickelt wurden.

Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

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ROBERTA LIMA: GHOST PLANT

17/11/202029/01/2021

Klicken Sie auf die Veranstaltung für das Video!

Sammlung Friedrichshof Stadtraum

Schleifmühlgasse 6 / im Hof, 1040 Wien

+43 664 918 37 80

Inspiriert von unglaublichen Formen, die wir in der Natur und unserer Umgebung finden, ist diese Arbeit eine Repräsentation von Systemen der Unterstützung und Verbindung. Es ist eine bekannte Annahme, dass im Wald Bäume verschiedener Arten um Licht kämpfen, doch in Wahrheit profitieren sie voneinander, wenn sie denselben Raum teilen. Ihre verwobenen Wurzeln und eine symbiotische Beziehung mit Pilzen schaffen eine unterirdische Ökonomie, die unterhalb von Bäumen existiert, ein riesiges Netzwerk, „The Wood Wide Web“ genannt.

Nach Jahren in Wien zog Roberta Lima nach Finnland und erlebte den Konflikt mit der Isolation. Anfangs kämpfte Lima mit dem Gefühl des Alleinseins, doch dann begann sie, von Introspektion zu profitieren. Sie machte sich Einschränkungen zu eigen und suchte alternative Formen der Kommunikation. Fernarbeit ist seither ihre Realität. Die Unterstützung ihrer Kollaborationspartner in Wien, Brasilien und anderen Orten ist wesentlich für die Entstehung und Präsentation dieser Arbeit.

Eine Skulptur aus Kabeln ist das Hauptobjekt der Multimedia-Installation im Stadtraum in Wien. Über den Raum ausgebreitet, sind die Kabel mit verschiedenen Medienarbeiten verbunden. Die Arbeiten, die in Finnland produzierte Bilder zeigen, untersuchen künstlerische Produktion anhand der Konzepte des „Wood Wide Web“. In Ghost Plant steht der Körper als Energiequelle und als das Element, das Strukturen in Frage stellt und neu definiert.

Ghost Plant. C-Print. 2020 © Roberta Lima. Courtesy of the artist and Charim Galerie

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Boden für Alle

19/11/20203/05/2021

Architekturzentrum Wien

MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien

Die Oberfläche der Erde ist endlich und Boden unser kostbarstes Gut. Ein sorgloser oder ein kapitalgetriebener Umgang mit dieser Ressource hat in den vergangenen Jahrzehnten Gestalt und Funktion unserer Städte und Dörfer massiv verändert. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe und steigender Wohnungspreise stellt sich die Frage, ob der bisherige Weg mit maximalen Kompromissen und minimalen Anpassungen noch tragbar ist. Wo bleibt eine weitreichende und mutige Bodenpolitik?

Über die fortschreitende Zersiedelung des Landes wird seit Jahrzehnten diskutiert. Mittlerweile könnten alle Österreicher*innen in bereits bestehenden Einfamilienhäusern untergebracht werden 1) und trotzdem wird weiter Bauland gewidmet, werden neue Einkaufszentren auf der grünen Wiese und Chaletdörfer in den Alpen errichtet. Schwache oder nicht entschieden eingesetzte raumplanerische Instrumente, ein teils fehlgeleitetes Steuergesetz- und Förderungswesen sowie eine mutlose Politik schreiben den Status Quo fort, anstatt eine Vision für die Zukunft zu entwickeln.

Anschaulich und konkret, kritisch und manchmal auch unfreiwillig absurd erläutert die Ausstellung die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Hintergründe. Fallstudien und Begriffserklärungen bringen Licht in das Dickicht der Zuständigkeiten. Ländervergleiche veranschaulichen Stärken und Schwächen, internationale Best-Practice-Beispiele zeigen Alternativen. Wir alle sind aufgefordert, neu zu denken und zu handeln. Die Ausstellung bereitet den Boden dafür.

 

Kuratorinnen: Karoline Mayer & Katharina Ritter, Az W
Assistenz: Lisa Gallian, Christina Kirchmair

 

1) Bei einem Schlüssel von 4,16 Personen pro Wohneinheit (8.837.707 Einwohner*innen auf 2.123.597 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilienhäusern). Quelle Statistik Austria, Stand 2018

Verbaute Erde - Parkflächen statt Ackerland © ÖHV

Ausstellung

The Essl Collection

7/12/202030/12/2021

Im Winter und Frühjahr 2020/2021 steht die ALBERTINA MODERN ganz im Zeichen der Sammlung Essl.

Erstmals wird in der Bundeshauptstadt Wien ein Überblick über die historische Tiefe und geographische Breite der Sammlung Essl geboten, von der amerikanischen bis zur chinesischen Kunst: mit 110 Hauptwerken der berühmtesten Künstlerinnen und Künstler von 1960 bis heute, von Antoni Tàpies bis Maria Lassnig über Georg Baselitz und Alex Katz bis Fang Lijun, Annette Messager und Nam June Paik.

Alle Programmformate Ausstellung Eröffnung Special Event

Preview: When Gesture Becomes Event

Mit einer Performance: Sonny by Nataša Živković

8/12/20205/04/2021

17:30

Anmeldung erbeten: kunstvermittlung@k-haus.at

Künstlerhaus

Karlsplatz 5, 1010 Wien

Die von Alenka Gregorič und Felicitas Thun-Hohenstein kuratierte Gruppenschau stellt das emanzipatorische Potenzial von Kunst als Plattform solidarischer Praxen, sowohl auch die damit einhergehenden Möglichkeiten und Unwägbarkeiten in den Mittelpunkt. Ziel der Ausstellung ist es, eine neue Grammatik für eine „Solidarität ohne Grund“ auf Basis von Vielfalt und Diversität zu initiieren. Reflektierend – ob und unter welchen Bedingungen die individuelle Geste – wenn sie zur Unterbrechung des scheinbar natürlichen Laufs der Dinge führt und damit zum Ereignis wird, zur kollektiven Kraft werden kann.
Künstlerinnen: Anna Artaker, Nika Autor, Renate Bertlmann, Katharina Cibulka, Lana Čmajčanin, Magdalena Frey, Anna Jermolaewa, Roberta Lima, Polonca Lovšin, Dorit Margreiter, Ursula Mayer, Marjetica Potrč, Constanze Ruhm, Maruša Sagadin, Maja Smrekar, The Golden Pixel Cooperative

Sonny ist ein Ansatz zu einer anthropologischen Untersuchung eines bestimmten sozialen Phänomens, welches aus den Balkanregionen stammt. „Eingeschworene Jungfrauen“, ist eine bis heute bestehende Praxis, bei der Frauen, um dem patriarchalischen System entgegenzuwirken, einen Schwur ablegen und somit auf gesellschaftlicher Ebene als Männer behandelt werden. Dabei wird die Roller des Mannes vollständig übernommen und oft wird auch die Rolle des Familienoberhauptes erworben, einschließlich der damit verbundenen Rechte und des Respekts.

Sonny bedient sich der Form einer Performance, um die Faszination dieses Phänomens zu teilen. Dabei werden die in der durch Männer dominierten Welt entstandenen Überlebensmechanismen hinterfragt und dekonstruiert. Ein konventionelles Verständnis eines doppelten Erscheinungsbildes wird dabei durchbrochen.
Autor und Performer: Nataša Živković Weitere Performer: Daniel Petković, Loup Abramovici, Slobodan Malić
Association for the Promotion of Women in Culture – City of Women
The project is supported by Creative Europe, the Ministry of Culture and the City of Ljubljana.

Constanze Ruhm, Pearls Without a String, 2020

Ausstellung

Waste Art

8/12/202017/01/2021

Künstlerinnen und Künstler haben seit jeher mit Trash, Abfall, Second-Hand-Materialien gearbeitet – sei es aus finanziellen, praktischen Gründen, oder dem Anlass heraus, sich von der „hohen Kunst“ abzuwenden und zu distanzieren. Besonders in den letzten Jahrzehnten entwickelten sich zahlreiche Bewegungen wie Recycling, Up-Cycling, Zero Waste, etc. mit dem Ziel Dinge haltbarer zu machen und dem überbordenden Konsum und dem Wegwerfhabitus unserer Zeit entgegenzuwirken.
Die Ausstellung WASTEART stellt die Schönheit der Objekte in den Fokus und betont die Bereitschaft zur materiellen Wiederbearbeitung. Die Auswahl der Künstler*innen spiegelt dieses Konzept wider:
die Schönheit des Wertlosen, des Alltäglichen; Formen, die an Paraphrasen erinnern, aber auch vollkommen neue ästhetische Erscheinungsbilder erzeugen; das Material, das wir nicht loswerden, aber auch die schonungslose Dokumentation dieser Prozesse.
Ausstellung

INSPIRATION BEETHOVEN

Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900

8/12/20205/04/2021

Die VI. Symphonie Beethovens, die Pastorale, inspirierte 1898/99 den Wiener Jugendstilmaler und Klimt-Kollegen Josef Maria Auchentaller (1865–1949) zu einem monumentalen Bildprogramm für das Musikzimmer der Villa seines Schwiegervaters, des Silberschmuckfabrikanten Georg Adam Scheid. Das aus fünf Gemälden bestehende Ensemble stellt die erste künstlerisch-bildnerische Umsetzung aller Sätze einer Symphonie Beethovens dar und ist in der Tradition der Musikzimmer, die um 1900 eine Blüte erlebte, einzigartig. Im Leopold Museum wird das Ensemble anlässlich des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens erstmals in Österreich rekonstruiert und die Geschichte dieses Gesamtkunstwerks im Rahmen einer Fokus-Ausstellung zur neuen Dauerpräsentation Wien 1900 beleuchtet.

Die Auseinandersetzung des aus Wien stammenden Malers, Grafikers und Schmuckdesigners Auchentaller mit dem Werk Beethovens steht idealtypisch für die Verehrung des Komponisten durch die Künstler der Wiener Secession, der sich Auchentaller bereits im Gründungsjahr anschloss. So schuf Auchentaller – als Pendant zu Gustav Klimts Beethovenfries – auch das heute verlorene Wandbild Freude, schöner Götterfunken für die dem Wahlwiener Beethoven gewidmete, berühmte XIV. Secessionsausstellung des Jahres 1902.

Die Rekonstruktion des einzigartigen Bildprogramms zum Musikzimmer der Villa Scheid tritt in dieser Fokus-Ausstellung in einen facettenreichen Dialog mit Werken von Gustav Klimt, Carl Moll, Alfred Roller etc. und zeigt schlaglichtartig, wie Beethoven in der bildenden Kunst der Jahrhundertwende zur Inspirationsquelle und zum vielfältigen Bezugspunkt einer um Erneuerung und Anerkennung ringenden Wiener Moderne wurde.

Ausstellung

EMIL PIRCHAN

Visuelle Revolution

8/12/20205/04/2021

Emil Pirchan (1884–1957) war ein Pionier des expressionistischen Bühnenbildes, aber auch fantasiereicher Plakatgestalter, der im konkurrenzstarken Metier Werbegrafikbeträchtliche Erfolge feierte. Zudem war er Kostümbildner, Designer, Buchillustrator, Autor mehrerer Künstlermonografien, Romancier, Lehrer und noch etliches mehr.

Der aus Brünn stammende Sohn eines akademischen Malers zog nach seinem Architekturstudium bei Otto Wagner in Wien und einem kurzen Intermezzo in seiner Heimatstadt 1908 nach München, wo er ein „Atelier für Graphik, Bühnenkunst, Hausbau, Raumkunst und Kunstgewerbe“ eröffnete. Seinen Einfallsreichtum konnte der Tausendsassa auch an den späteren Wirkungsorten Berlin (1921–1932), Prag (1932–1936) und Wien (1936–1957) entfalten. Stets für Überraschungen gut, schuf er um 1930 den Entwurf zu einem maschinell wirkenden Theatergebäude für Südamerika, der unausgeführt blieb und bis heute Rätsel über die Auftraggeber aufwirft. Die Stufenbühne – ein unter dem Begriff „Jessnersche Treppe“ bekannt gewordener Meilenstein der modernen Bühnenbildgestaltung – wäre ohne Pirchans Mitwirkung nicht denkbar gewesen. Die von Pirchan grundsätzlich angestrebte klare Strukturierung des Bühnenraumes sowie eindringliche Farbwirkungen wurzelten zweifelsohne in seiner Arbeit als Gebrauchsgrafiker. Hierzu experimentierte der Künstler bereits 1912 mit geschnittenem Buntpapier. Dass die lange auf einem Dachboden in Zürich schlummernde Hinterlassenschaft Emil Pirchans vor wenigen Jahren das Tageslicht erblicken und im Frühjahr 2019 im Museum Folkwang in Essen präsentiert werden konnte, ist dem Einsatz seines Enkels Beat Steffan zu verdanken. Das Leopold Museum widmet sich nun als erste Wiener Institution dem universellen, einer breiteren Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannten Ausnahmekünstler. Anhand von zahlreichen Objekten – darunter Möbel, Bühnen- und Kostümentwürfe, Architekturmodelle, Plakate, Buchillustrationen oder nach eigenem Verfahren hergestellte Tunkpapiere – wird die schöpferische Bandbreite dieses wichtigen Protagonisten der mitteleuropäischen Moderne veranschaulicht.

Ausstellung

Adolf Loos. Privathäuser

8/12/202014/03/2021

Anlässlich seines 150. Geburtstags widmet das MAK Adolf Loos (1870–1933), einem der bedeutendsten Vertreter der Architektur der Moderne, eine Ausstellung.
Mit knapp 100 Entwurfszeichnungen, Plänen, Fotografien und Modellen aus dem Adolf-Loos-Archiv der Albertina beleuchtet ADOLF LOOS. Privathäuser sein projektiertes wie auch sein ausgeführtes Werk und legt den Schwerpunkt auf seine privaten Wohnbauten: Einfamilienhäuser, Villen und Landhäuser für eine bürgerliche, oft jüdische Klientel, aber auch für KünstlerInnen und LiteratInnen. Im Kontrast dazu werden bedeutende Sozialprojekte wie die Bauten für das Wiener Siedlungswerk, die Gemeinde Wien oder den Werkbund gezeigt.

In seinen privaten Wohnbauten entwickelte Loos den „Raumplan“: Nach diesem Prinzip wurden die Stockwerke nicht schichtartig übereinander „gelegt“, sondern jeder Raum erhielt die für seine Benutzung nötige Höhe und Dimension. Zwischen 1903 und 1931 mit diesem System geplante Projekte wie die Häuser für den Dadaisten Tristan Tzara und die Sängerin und Tänzerin Josephine Baker in Paris, den Baumeister František Müller in Prag und den Textilfabrikanten Hans Moller in Wien zählen bis heute zu den weltweit bedeutendsten Einfamilienhäusern des 20. Jahrhunderts.

Ausstellung

100 beste Plakate 19

DEUTSCHLAND ÖSTERREICH SCHWEIZ

8/12/202014/03/2021

Grafische Ideenwelten unterschiedlichster Formensprachen – vom studentischen Plakat-Projekt bis zur Auftragsarbeit etablierter GrafikdesignerInnen – treffen in der Ausstellung zum Wettbewerb 100 BESTE PLAKATE. Deutschland Österreich Schweiz als optisches Kulinarium aufeinander.
Unterstrichen werden soll die Relevanz des gedruckten Plakats angesichts der allgegenwärtigen Reizüberflutung durch diverse Social-Media-Kanäle. Die aktuellen Siegerplakate bestechen durch den integrativen, bildgebenden Einsatz von Typografie im Gestaltungsprozess: einerseits als verspieltes, dekoratives Element im harmonischen Zusammenspiel mit dem Sujet, andererseits als rein ästhetisches Stilmittel, um die Lesbarkeit der Ankündigungen zu steigern.
684 EinreicherInnen beteiligten sich mit insgesamt 2 247 Plakaten am diesjährigen Wettbewerb, dessen Ergebnisse bereits zum 15. Mal im MAK zu sehen sind. Die Jury unter dem Vorsitz von Julia Kahl (Karlsruhe), Michel Bouvet (Paris), Benjamin Buchegger (Wien), Götz Gramlich (Heidelberg) und Isabel Seiffert (Zürich) traf ihre Vorauswahl online. Von den 100 Siegerplakaten und -serien stammen 45 aus Deutschland, 52 aus der Schweiz und drei aus Österreich.
Ausstellung

FRECH UND FREI

8/12/20205/04/2021

In diesen außergewöhnlichen Zeiten lädt das MAK zu einer speziellen Entdeckungsreise ein. Bisher selten oder noch nie gezeigte Besonderheiten aus der Sammlung und verborgene Depotschätze werden für kurze Zeit vom Designduo mischer’traxler gemeinsam mit der Kuratorin Janina Falkner in den Räumen der permanenten Schausammlung des MAK inszeniert. MitarbeiterInnen, die sich jahrelang mit den Sammlungsobjekten beschäftigt haben – in erster Linie KustodInnen, aber auch SammlungsmitarbeiterInnen, RestauratorInnen, KunstvermittlerInnen und die DirektorInnen – haben für diese Schau über 100 bisher verborgene, aber überaus sehenswerte Meisterstücke ausgewählt.
In frechen Gesten drängen sich die Objekte auf bereits vergebene Plätze, funken dazwischen und fordern neue Spielräume ein. Aus diesem spontan kuratierten Einzug der Dinge entstehen unerwartete Assoziationen, humorvolle Konstellationen und paradoxe Szenarien. FRECH UND FREI!  Die Invasion verborgener Objekte ist nach der Neuaufstellung des MAK DESIGN LAB die zweite Zusammenarbeit mit dem international erfolgreichen Designstudio mischer’traxler. Kreative Zugänge zu Meisterwerken angewandter Kunst vermitteln einmal mehr auf unkonventionelle und fantasievolle Weise die Vielfalt der MAK-Sammlung.
Ausstellung

Hugo Canoilas. On the extremes of good and evil

8/12/20205/04/2021

Hugo Canoilas, Kapsch Contemporary Art Preisträger 2020, versetzt den Ausstellungsraum in eine betretbare Bühne der Malerei: Über die gesamte Bodenfläche zieht sich auf textilem Grund ein malerisches Szenario ineinander verfließender Formen mit inselartigen Zentren. Das Blau des Grundes und die darauf gesetzten tentakulären Farbwesen aus Wolle und Glas erinnern an eine belebte maritime Landschaft von unabwägbarer Tiefe. In Zeiten der Coronakrise, die das social distancing zum neuen Überlebensprinzip erhoben hat, sieht man sich in eine unentrinnbare malerische Biosphäre einbezogen, in der Verführerisches und Bedrohliches, Organisches und Technoides zugleich aufscheinen. Eine Bühne der Kunst- und Selbsterfahrung bietet diese Bodenmalerei nicht nur für die Betrachter*innen, sie ist auch der Auftrittsort für die von Elise Lammer und Julie Monot auf Einladung des Künstlers entwickelte Performance BECOMING DOG, in der als Hunde verkleidete Akteure auftreten, um neue Potenziale der Empathie innerhalb eines institutionellen Rahmens zu erkunden. Canoilas Verknüpfung der Malerei mit installativen und performativen Strategien verrät einen erweiterten Begriff der Malerei, der auf der Wahrnehmung aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen, sowie der damit verknüpften philosophischen und kunsttheoretischen Diskurse beruht. Diese zielen auf eine kritische Sicht einer anthropozentrischer geprägten Weltordnung mit ihren hierarchischen Wertestrukturen und mahnen den empathischen Umgang des Menschen mit der Natur und allem Kreatürlichen ein.

Ausstellung

Lawrence Abu Hamdan

Green Coconuts and Other Inadmissible Evidence

8/12/20207/02/2021

Lawrence Abu Hamdan beschäftigt sich sowohl in seiner künstlerischen Arbeit wie auch als Audioermittler mit Sound, Sprache, Erinnerung und der Suche nach Wahrheit im Kontext der rechtlichen und humanitä­ren Krisen der Gegenwart. Ein zentrales Thema, das sich durch viele Arbeiten zieht, seien es Sound- oder Videoinstallationen, Objekte oder recherchebasierte Dokumentationen, ist seine Auseinandersetzung mit Fragestellungen zur Relevanz und Problematik von akustischen Indizien und den Berichten von Ohren­zeugInnen im Rahmen der Beweisfindung vor Gericht. In der Ausstellung in der Secession geht der Künstler noch einen Schritt weiter. Er zeigt insgesamt vier Arbeiten aus zwei Werkgruppen, die sich mit dem Themenbereich der Zeugenaussage auseinandersetzen. Die Ausstellung bricht für andere Formen von Zeugenschaft eine Lanze, die den juristisch abgesteckten Rahmen für Augen- oder Ohrenzeugen­aussagen sprengen und darüber hinaus auch insgesamt Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit, Wahrheit und Wahrheitsfindung herausfordern mögen.

Ausstellung

Till Megerle

To be kind

8/12/20207/02/2021

In seiner Ausstellung To be kind präsentiert Till Megerle 13 neue Zeichnungen aus den letzten drei Jahren. Die Zeichnungen zeigen Szenen mit seltsam verschlungenen und deformierten Körpern sowie Porträts von Jugendlichen vor Landschaften am Stadtrand, in denen eine Atmosphäre vager Entfremdung und Schweigsamkeit dominiert. Die Bilder verweisen stets auf das Inkonstante, Fremdartige und Psychedelische des Alltäglichen. Vertrautes verzerrt sich in Unwirkliches und Verdrängtes oder überwunden Geglaubtes wird sichtbar. Über die Gewaltsamkeit, die ihnen dadurch innewohnt, schreibt Aziza Harmel in der Publikation zur Ausstellung.

Ausstellung

cats, dogs and other pieces

9/12/202031/03/2021

Die Charim Galerie präsentiert werke von:

Sasha Auerbakh

Dorothee Golz

Edgar Honetschläger

Stephan Huber

Anna Jermolaewa

Moussa Kone

Dorit Margreiter

Hubert Scheibl

Ingrid Wiener

Ausstellung

CATFISH

9/12/202013/02/2021

Wenn wir über Fallahpisheh und Thurmans gemeinsame Werke nachdenken, stoßen wir auf die Idee des Helden. Es mag absurd klingen, aber hier treffen sich die Werke. Während Fallahpisheh auf Fabeln zurückgreift und seine Schauspieler auf eine Besetzung mit Mäusen, Katzen, Hunden und Menschen reduziert, setzt Thurman seinen Figuren eine Maske auf. Oder nimmt er sie ab? Ihre Macht kommt von gesellschaftlich konstruierten Vorstellungen von Männlichkeit. Ihre Schwäche besteht darin, dass sie nicht darüber sprechen dürfen, dass es ihnen nicht erlaubt ist, Trauer oder Wut zu zeigen. Diese Spannungen entladen sich in Gewalt oder gar Rückzug. Die Figuren sowohl in Fallahpishehs als auch in Thurmans Werken werden von ihren eigenen Gespenstern heimgesucht, von ihrem vergangenen Selbst, ihren Ursprüngen und Traumata. Natürlich kommt auch hier das Selbstporträt ins Spiel. Beide sprechen über sich selbst. Aber mehr noch, sie öffnen sich, machen sich verwundbar, um eine Art von Kritik zu produzieren, die sich nicht von ihnen abhebt, sondern mit ihnen glaubwürdig formuliert wird. Es geht um jeden unserer Kämpfe um inneren Frieden in einer Gesellschaft, die ständig unterhalten und beunruhigt, überkritisch und unkritisch zugleich ist; einer Gesellschaft, in der das ständige Streben nach Aufmerksamkeit mit immer kürzerer Aufmerksamkeit kollidiert. Es ist an der Zeit zu rebellieren.

 

Ausstellung Eintritt frei

Abiona Esther Ojo & Huda Takriti. Weaving Truths, Untangling Fictions

10/12/202028/02/2021

Die Preisträgerinnen Abiona Esther Ojo (Absolventin der Akademie der bildenden Künste Wien) und Huda Takriti (Absolventin der Universität für angewandte Kunst Wien) beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit Fragen ihrer Positionierung in verschiedenen kulturellen, historischen und auch persönlich-biografischen Kontexten.

Durch das Verweben von dokumentarischen mit narrativen Elementen, die Konfrontation von Vergangenheit und Gegenwart, das Durchbrechen der Grenzen von Raum und Zeit sowie die Reflektion gesellschaftlich wirksamer Momenten des Zusammenlebens entstehen Erzählungen, die das Reale mit dem Fiktionalen verknüpfen und Letzteres immer wieder auch entflechten.

„In ihrer tiefgehenden Installation Die Magie steckt in jeder Strähnefächert Abiona Esther Ojo die sozial-politischen Implikationen von „Afro-Hair“ aus kulturhistorischer wie auch persönlicher Perspektive auf. Unter Einsatz skulpturaler, analog-reproduzierender und digitaler Medien gelingt es ihr, die mit Wissen, kollektiver Erinnerung, mit Ritualen und intimen Prozessen verbundene Praxis des Kreierens von Afro-Frisuren mit generellen Fragen nach Identität und Repräsentation – von der Botschaft als Zeichen des Protestes bis hin zu einem etablierten Zugehörigkeitscode – zu verknüpfen“, lautet die Begründung der Jury des Preises des Kunsthalle Wien 2020.

Ausstellung

MEMORY FOAM

12/12/202018/02/2021

Memory Foam“, Charlotte Klobassassa’s dritte Einzelausstellung bei Zeller van Almsick, beschäftigt sich mit der durchlässigen Polyphonie der Erinnerung durch den Prozess des Malens. Den Leinwänden der Künstlerin geht eine Untersuchung unbewusster Markierungen und Gesten in ihrem räumlichen und sozialen Umfeld voraus, die sie in einem Prozess der Aneignung in ihre abstrakten Bilder einbezieht. Kritzeleien von Unbekanntem in Schreibwarenläden, Details von Situationen oder die Charakteristika einer Person werden aus ihrer ursprünglichen Umgebung herausgelöst und in ihre subtilen Ölbilder eingeschrieben, die unseren Erinnerungen nicht unähnlich sind. Mit ihren sanften Pinselstrichen rekonstruiert Klobassa die Relikte dieser Begegnungen präzise und verwischt dabei nicht nur die Grenze zwischen dem, was ihr gehört, und dem, was von anderen geliehen wird, sondern rückt auch die Konstruktivität der Erinnerung als solche in den Vordergrund.

 

Ausstellung

Želimir Žilnik. Shadow Citizens

24/12/202018/04/2021

Shadow Citizens gibt im Rahmen einer Ausstellung Einblick in das radikale Filmschaffen und umfangreiche Werk von Želimir Žilnik (geb. 1942, lebt und arbeitet in Novi Sad, Serbien).

Seit seinen Anfängen in der lebendigen Amateurfilmszene, die sich in den 1960ern in Jugoslawien entwickelte, hat Žilnik über 50 Filme gedreht, darunter zahlreiche Spielfilme und Fernsehproduktionen, die oft der Gattung Dokumentardrama zuzurechnen sind. Seine Arbeiten fanden schnell internationale Anerkennung; für Frühe Werke gewann er 1969 auf der Berlinale den Goldenen Bären für den besten Langfilm.

Viele von Žilniks Filmen nahmen auf geradezu prophetische Weise reale Entwicklungen vorweg, etwa den Zerfall Jugoslawiens, den wirtschaftlichen Übergang vom Sozialismus zu einer neoliberalen Ordnung, die Beseitigung von Arbeitnehmerrechten und die umfassende Zersetzung gesellschaftlicher Strukturen in den Bereichen Arbeit und Migration. Der Titel der Ausstellung, Shadow Citizens, spiegelt Žilniks jahrzehntelanges Bemühen wider, die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen auf unsichtbare, unterdrückte, unterrepräsentierte und verzerrt dargestellte Mitglieder der Gesellschaft zu lenken.

Alle Programmformate Ausstellung Guided Tour

Kuratorinnenführung mit Sophie Haslinger und Verena Kaspar-Eisert

Nach uns die Sintflut

10/02/202110/02/2021

17:00

Kostenlos mit gültigem Eintrittsticket, anmeldung@kunsthauswien.com

KUNST HAUS WIEN. Museum Hundertwasser

Untere Weißgerber Straße 13, 1030 Wien

Schwindende Gletscher und Polkappen, steigende Meeresspiegel und versteppte Landflächen: die Folgen der Klimakrise sind längst sichtbar. Nach uns die Sintflut heißt die große Herbstausstellung des KUNST HAUS WIEN, die mit den Mitteln der Kunst die Dringlichkeit des Themas aufzeigt. 21 österreichische und internationale Künstlerinnen und Künstler veranschaulichen durch Fotografie und Video die ökologischen Auswirkungen unseres wachstumsorientierten Wirtschaftssystems.

Die Werke aus den vergangenen zehn Jahren sind oft in intensiver Recherche und in Zusammenarbeit mit WissenschafterInnen entstanden. Sie geben den abstrakten Prozessen und komplexen Zusammenhängen der Klimakrise eine visuelle Form und berühren auf emotionaler Ebene. Die Ausstellung steht programmatisch für die Anliegen und Schwerpunkte, die das KUNST HAUS WIEN als Grünes Museum verfolgt: Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sowie künstlerische Fotografie.

KünstlerInnen: Benoit Aquin, Ursula Biemann, Axel Braun, Solmaz Daryani, Verena Dengler, Michael Goldgruber, Justin Brice Guariglia, Stephan Huber, Genoveva Kriechbaum, Anouk Kruithof, Bénédicte Kurzen, Douglas Mandry, Benedikt Partenheimer, Sarker Protick, Gabriele Rothemann, Anastasia Samoylova, Christina Seely, Nicole Six & Paul Petritsch, Frank Thiel, Angela Tiatia