VERANSTALTUNGSSPRACHE: DEUTSCH/ENGLISCH

Ein Projekt von LumenX – offenes Fotolabor.

 

Das Ausstellungsprojekt „Learning Systems Unlearned“ untersucht, wie künstlerisches Lernen durch bewusstes Verlernen und die radikale Reduktion technischer Mittel neu gedacht werden kann. Im Zentrum steht das Konzept des „Unlearning“: Im Gegensatz zum passiven Vergessen ist Unlearning ein aktiver, bewusster Prozess. Künstler*innen hinterfragen und durchbrechen eingefahrene Routinen, um neue Ausdrucksformen und innovative Ansätze zu ermöglichen.

 

Die Ausstellung nimmt Bezug auf Vilém Flussers Philosophie der Fotografie. Flusser versteht Fotografie als System mit eigenen Regeln, das nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche und kulturelle Grenzen setzt. Seine zentrale These – „Freiheit bedeutet, gegen den Apparat zu spielen“ – wird zum Leitmotiv: Künstlerische Innovation entsteht, wenn die vorgegebenen Möglichkeiten des Apparats kreativ unterlaufen und neue Wege jenseits der Routine beschritten werden.

 

Konkret setzt die Ausstellung diesen Ansatz um, indem sie die Ausstattung eines Fotolabors auf das Wesentliche reduziert. Statt einer Vielzahl spezialisierter Maschinen und Geräte konzentrieren sich die teilnehmenden Künstlerinnen auf minimale Mittel. Diese bewusste Beschränkung macht die Strukturen und Grenzen des fotografischen Systems sichtbar und eröffnet Freiräume für kreative Subversion. Die Künstlerinnen nutzen die Vereinfachung, um die Logik des Apparats zu hinterfragen, Routinen zu brechen und mit experimentellen Techniken neue Bildwelten zu erschließen.

 

Das Projekt versteht Reduktion als Katalysator: Indem technische und methodische Systeme vereinfacht werden, lassen sich ihre Begrenzungen erkennen und überwinden. Gerade in einer Zeit, in der digitale Fotografie und automatisierte Prozesse dominieren, erhält die Rückbesinnung auf analoge, reduzierte Verfahren eine besondere Relevanz. Die Ausstellung zeigt, wie durch bewusste Reduktion und das aktive Verlernen etablierter Methoden neue künstlerische Ausdrucksformen entstehen.

 

Learning Systems Unlearned“ lädt dazu ein, bestehende Wissenssysteme und Automatismen zu hinterfragen und durch kreative Subversion neue Freiräume in der Kunst zu entdecken. Das Projekt versteht bewusstes Verlernen nicht als Verlust, sondern als Gewinn: als Voraussetzung für Innovation, künstlerische Autonomie und gesellschaftliche Reflexion.

 

Ausstellende KünslerInnen:

Boris Jawecki, Werner Chromecek, Heinrich Mathes, Kerstin Pfleger, Harald Mairböck.

 

Treffpunkt: WSB-Studio im WUK Werkstätten- und Kulturhaus 

 

Die Ausstellung ist am Sonntag 9. Nov. und Montag 10. Nov. jeweils in der Zeit von 14:00 – 19:00 Uhr geöffnet.

ART SPACE

Währinger Straße 59, 1090 Wien

+43 1 401 21 0

info@wuk.at

Das WUK

Das WUK ist auf 12.000 m2 Bühne und Konzertsaal, Ausstellungshalle und Fotogalerie, Werkstätten- und Atelierhaus, Arbeitsraum für gesellschaftspolitisch engagierte Gruppen, Ort für Bildung und Beratung, Senior_innenzentrum und Schule, Probekeller und Tanzstudio, interkulturelles Zentrum, Arbeitsplatz und Partyraum.

Das WUK ist ein Ort des Lernens, Probierens und Handelns, der Teilnahme und Teilhabe. Das WUK schafft Freiräume, ist Labor genauso wie Praxis.

Eröffnung Lumen X: ‚Learning Systems Unlearned – Kreative Subversion in der Fotografie‘

8 Nov 2025/19:00-22:00H

WSB-Studio im WUK Werkstätten- und Kulturhaus

Währinger Straße 59/5, 1090 Wien, Österreich

Credits: Harald Mairböck, one.day.light, Baryt-Silbergelatineprints, je 50×50 cm, 
Serie besteht aus 4 Bildern, Unikate

Eröffnung Lumen X: ‚Learning Systems Unlearned – Kreative Subversion in der Fotografie‘

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