KALENDER

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Ausstellung

Avantgarde und Gegenwart

15/09/202119/02/2023

Belvedere 21 – Museum für zeitgenössische Kunst

Arsenalstraße 1, 1030 Wien

Die Sammlung Belvedere von Lassnig bis Knebl

Greta Freist, Friedensreich Hundertwasser, Maria Lassnig, Padhi Frieberger, Günter Brus, VALIE EXPORT, Heimo Zobernig, Elke Silvia Krystufek, Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl: Werke dieser und vieler anderer österreichischer Künstler*innen befinden sich in der Sammlung des Belvedere und machen die Faszination des Bestandes aus dem 20. sowie dem 21. Jahrhundert aus. Die Ausstellung Avantgarde und Gegenwart bringt eine hochkarätige Auswahl gegenwärtiger und historischer Positionen aus der Sammlung sowie aus der vom Belvedere verwalteten Artothek des Bundes in ein produktives Wechselspiel. Die Sammlung wird als ein dynamisches Gefüge von Konstellationen begriffen, das auf Kontinuitäten und Brüche, Relevanzen und Redundanzen hin befragt wird. Verschiedene Erzählstränge vermitteln Zugänge zur Kunst von den 1930er-Jahren bis heute und zeigen wesentliche Strömungen und Tendenzen auf.

Jakob Lena Knebl, Joan, 2019, Belvedere, Wien, Johannes Stoll

Ausstellung

Das entwendete Meisterwerk

8/04/202229/01/2023

Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Schillerplatz 3, 1010 Wien

Bilder als Zeitmaschinen

Die Ausstellung Das entwendete Meisterwerk. Bilder als Zeitmaschinen stellt der gängigen Praxis der Schausammlung ein Modell gegenüber, das die historischen Kunstsammlungen der Akademie – Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek – mit zeitgenössischen Werken in Konversation treten lässt. Die Ausstellung schöpft aus dem Reichtum der drei Sammlungen und greift dabei nur eine Auswahl der vielen möglichen Bildprogramme, Typologien und allegorischen Formeln heraus, um sie mit anderen Werken aus anderen Zeiten lose zu verweben.

Dabei eröffnet die Ausstellung einen Parcours durch die Kunstgeschichte seit dem 15. Jahrhundert bis heute, wie sie sich in dem Reichtum der drei Sammlungen abbildet. Neben dem Weltgerichts-Tryptichon von Hieronymus Bosch treffen weitere historische Meisterwerke u.a. von Sandro Botticelli, Daniel Chodowiecki, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer, Anthonis van Dyck, Barent Fabritius, Hans Baldung Grien, Samuel van Hoogstraten, Martin van Meytens, Adriaen van Ostade, Rembrandt Harmensz. van Rijn, Peter Paul Rubens, Jacob van Ruisdael, Rachel Ruysch, Pierre Subleyras, David Teniers d. J., Anna Dorothea Therbusch, Franz Zächerle auf internationale zeitgenössische Werke von Martin Beck, Anna-Sophie Berger / Teak Ramos, Marcel Broodthaers, Lili Dujourie, VALIE EXPORT, Rodney Graham, Ulrike Grossarth, Albert Paris Gütersloh, Marcello Maloberti, Willem Oorebeek, Jeroen de Rijke / Willem de Rooij, Klaus Scherübel, Allan Sekula, Paul Sietsema, Laurence Sturla.

 

Die Kunstsammlungen

Die Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien umfassen die Gemäldegalerie, das Kupferstichkabinett und die Glyptothek. Sie beherbergen etwa 1.200 Gemälde und rund 160.000 Arbeiten auf Papier vom 14. bis zum 21. Jahrhundert sowie etwa 450 Gipsabgüsse. Das Vorhandensein von derart qualitätvollen und umfangreichen historischen Sammlungen an einer Kunstakademie stellt eine Besonderheit dar. Sie sind Begegnungsräume für Forschung, Lehre und Kunstinteressierte und als Studiensaal und Museum öffentlich zugänglich.

Das entwendete Meisterwerk. Bilder als Zeitmaschinen. Exhibition, Gemäldegalerie, Akademie der bildenden Künste Wien

Ausstellung

Oceans. Collections. Reflections.

23/06/202231/01/2023

Weltmuseum Wien

Heldenplatz, 1010 Wien

George Nuku

Das Weltmuseum Wien präsentiert 2022 die erste umfassende Ausstellung des Māori Künstlers George Nuku. Zu sehen sind Installationsprojekte in den Sonderausstellungsräumlichkeiten des Weltmuseum Wien und eine Installation in der Säulenhalle.

Weltmuseum Wien, George Nuku

Ausstellung

BASQUIAT: Die Retrospektive

9/09/20228/01/2023

Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Aktueller denn je, ist Basquiats Werk bis heute bahnbrechend und visionär. Er beschäftigt sich ebenso mit afrikanischer Vergangenheit wie mit den problematischen Hierarchien in der Gesellschaft. Wichtigstes Thema ist ihm der allgegenwärtige Rassismus, der ihn auch persönlich betrifft. Als exzentrischer Outsider und ausgebeuteter Superstar seiner Zeit behauptet sich Basquiat als eine der bedeutendsten Schlüsselfiguren für die zeitgenössische Kunst.

 

Die Ausstellung in der ALBERTINA ist die erste umfassende Museumsretrospektive des außergewöhnlichen Werks von Jean-Michel Basquiat in Österreich. Sie zeigt rund 50 Hauptwerke aus renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen, gibt neue Einblicke in die einzigartige Bildsprache Basquiats und entschlüsselt die Inhalte seiner künstlerischen Ideen.

Photo: Private Collection – courtesy of HomeArt © Estate of Jean-Michel Basquiat. Licensed by Artestar, New York

Ausstellung

GREGOR SAILER: Unseen places

15/09/202212/02/2023

KUNST HAUS WIEN. Museum Hundertwasser

Untere Weißgerber Straße 13, 1030 Wien

Unzugängliche Landschaften, abgeriegelte Territorien oder militärische Sperrgebiete: Gregor Sailer zeigt in seinen Arbeiten surreale Architekturen an den Randzonen menschlicher Zivilisation. 

Der Künstler interessiert sich für die bauliche Veränderung von Landschaft und die komplexen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Implikationen von Architektur. Das führt ihn in entlegene, unwirtliche Weltgegenden, potemkinsche Dörfer und an Orte, die nur für wenige Menschen erreichbar sind. Sailers Fotos sind menschenleer, die Gebäude darauf wirken oft wie Skulpturen. Ob Klimawandel, politische Konflikte oder ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis – Sailers Bilder offenbaren, welche Dynamiken zur Existenz dieser Orte führen. 

Das KUNST HAUS WIEN widmet dem Fotokünstler seine erste große Ausstellung in Österreich. Sailers Bilder eröffnen den Zugang zur Welt der Fakes, Kopien und Kulissen und hinterfragen diese mitunter absurden Auswüchse unserer heutigen Gesellschaft. Die Arbeiten Gregor Sailers verlangen monatelange Recherchearbeit und -aufenthalte unter extremen Bedingungen, etwa in der Arktis bei minus 50 Grad. Der 1980 geborene Tiroler Künstler wurde vielfach ausgezeichnet, seine Fotos wurden in zahlreichen Publikationen und Ausstellungen gezeigt und sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Kuratorin: Verena Kaspar-Eisert (KUNST HAUS WIEN)

Gregor Sailer, aus der Serie Polarsilkroad, Norway © Gregor Sailer

Ausstellung

Idole & Rivalen

20/09/20228/01/2023

KUNSTHISTORISCHES MUSEUM WIEN

Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

Wettbewerbe werden heute vor allem mit Sport, Wirtschaft, Evolutions­theorie, Archi­tektur oder diversen TV-Contests in Ver­bindung gebracht. Seit der griech­ischen Antike war dieses Prinzip jedoch auch für die Kunst ein großes Thema.

 

Unsere Aus­­stel­lung zeigt, wie Künstler*innen der Antike, der Renais­sance und des Ba­rocks mit­einander in Kon­kur­renz ge­tre­ten sind und wie sie sich darüber hin­aus auch an antiken Vor­bildern ge­mes­sen haben. Aus diesen Wett­strei­ten sind einige der be­kanntesten Werke der Kunst­geschichte hervorgegangen.

© Liechtenstein. The Princerly Collections, Vaduz–Vienna

Ausstellung

Das Tier in Dir

22/09/202226/02/2023

mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Museumsplatz 1,1070 Wien

Kreaturen in (und außerhalb) der mumok Sammlung

Die mumok Sammlung beinhaltet knapp fünfhundert Werke, die mit Tieren zu tun haben – eine beachtliche Anzahl, die die Frage aufwirft, was für ein Zoo eigentlich das Museum ist. Was wird hier wie dort verwahrt, beforscht und zur Schau gestellt, um die „Freiheit der Kunst“ und das „wild life“ zu schützen? Und in wessen Interesse?

 

Das Tier in Dir stellt sich solchen Fragen und nutzt die populäre Anziehungskraft von Tieren, um über die Natur von Sex, Hunger und Zuneigung nachzudenken sowie über Familien- und Geschlechterbeziehungen, Sozialisation und Domestizierung und nicht zuletzt über die andauernde Wirkung von Kolonialgeschichte. Wer nimmt wen an die Kandare? Wer stutzt wem die Flügel? Wer krault wem den Bauch?

 

In der Ausstellung geht es somit weniger um Tiere denn um Körper, die sich bewegen oder stillstehen, liegen oder stehen, sich ducken oder kriechen. Das Tier als Motiv dient als Ausgangspunkt, um zu einem materialistischen Verständnis von Kunst und Leben zu gelangen. Denn in der westlichen Welt ist „taming and framing“ das, was wir tun, um unser Territorium zu markieren und unsere Subjektivität zu behaupten.

 

Kuratiert von Manuela Ammer und Ulrike Müller

Ursula: Puppe, 1970. mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln © Museum Ludwig, Köln

Ausstellung

Mahlzeit

29/09/202227/08/2023

Dom Museum Wien

Stephansplatz 6, 1010 Wien

Essen und Trinken gehören zu den menschlichen Grundbedürfnissen, doch seit jeher übersteigt das gemeinsame Mahl die Funktion der bloßen Nahrungsaufnahme. Sinnlichkeit und Genuss, Stiftung von Gemeinschaft, Repräsentation des sozialen Status und rituelle Handlungen sind nur einige Aspekte, die sich mit dem Essen verbunden zeigen. Die Kunst reagiert seit jeher auf unsere Weisen des Mahlhaltens, indem sie unsere ausgewählten Speisen und Lebensmittel darstellt, analysiert, abstrahiert – kritisch und natürlich auch ironisch. Die Ausstellung verhandelt durch die Epochen und in unterschiedlichsten Medien – Plastik, Grafik, Malerei, Fotografie und Videokunst – unter anderem die gemeinschaftsstiftenden Aspekte des Mahls: in Familien, bei offiziellen Anlässen, im politischen wie religiösen Rahmen unterschiedlicher kultureller Kontexte.

 

 

Positionen von Marina Abramović, Sonja Alhäuser, Atelier Van Lieshout, Abraham van Beyeren, Lois Bielefeld, Pieter de Bloot, Thierry Boutonnier, Götz Bury, Joseph Beuys, Catrin Bolt, Elinor Carucci, Heinz Cibulka, Domenico Cresti gen. Passignano, Josef Danhauser, desertArtLAB, Martin Dichtl, Albin Egger-Lienz, Christian Eisenberger, Jan Fyt, Gaetano Gandolfi, Floris Gerritsz van Schooten, Geldorp Gortzius, Robert F. Hammerstiel, honey & bunny, Nelson Jalil, Ulrike Köb, Maria Lassnig, Meister des Friedrichaltars, Maha Malluh, Katharina Mayer, Veronika Merklein, Jan Miense Molenaer, Izumi Miyazaki, Anna Paul, Klaus Pichler, Dieter Roth, Zina Saro-Wiwa, Christoph Daniel Schenck, Astrid Schulz, Gregg Segal, Taryn Simon, Stéphane Soulié, Daniel Spoerri, Jan Steen, Maja Vukoje, Franz West, Werkstatt des Lucas Cranach d. Ä., Ramiro Wong sowie historische Künstler*innen, deren Namen nicht überliefert sind.

 

 

Kuratorin: Johanna Schwanberg

Izumi Miyazaki, Broccoli (Detail), 2017, Izumi Miyazaki. © Izumi Miyazaki

Ausstellung

Europas beste Bauten

6/10/202223/01/2023

Architekturzentrum Wien

Museumsplatz 1 im MuseumsQuartier (Eingang Volkstheater), 1070 Wien

Alle zwei Jahre stellt die Ausstellung „Europas beste Bauten“ herausragende Architekturprojekte aus Europa in den Mittelpunkt und avanciert damit zum Publikumsmagnet. Es werden ausgezeichnete Projekte gezeigt, deren visionärer Charakter als Orientierung, wenn nicht gar als Manifest für die Entwicklung zeitgenössischer Architektur dient. Zum dritten Mal haben es bemerkenswerte Wohnbauprojekte in die Endrunde geschafft, aber erstmals geht der Hauptpreis an einen Bildungsbau: das Town House – Kingston University in London von Grafton Architects aus Dublin.

La Borda, Wohnungsbaugenossenschaft, Barcelona von LaCol (Barcelona) © Foto: LaCol

Ausstellung

gewendet • angewendet • angewandt

8/10/202221/01/2023

Domgasse 6 – Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Domgasse 6, 1010 Wien

Gruppenausstellung mit:

Marco A. Castillo, Miho Dohi,
Manuel Gorkiewicz, Katharina Grosse,
Sonia Leimer, Isa Melsheimer,
Manfred Pernice, Karin Sander,
Michael E. Smith, Jessica Stockholder

 

Unter dem Titel gewendet • angewendet • angewandt zeigt die Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder in ihrer Dependance in der Domgasse 6 Arbeiten von zehn KünstlerInnen, die sich an der Schnittstelle von angewandter Kunst, Design, Handwerk und bildender Kunst bewegen. Die fruchtbare Verbindung zwischen angewandter und bildender Kunst, also zwischen Objekten, deren Funktionalität im täglichen Gebrauch einen rational-logischen Entwurfsprozess voraussetzt und Objekten, die dem Bedürfnis nach einem ästhetischen Gestaltungswillen eines an sich „funktionslosen“ Kunstwerks entsprechen, hat in Wien lange Tradition. Der Idee des Gesamtkunstwerks folgend wollten die KünstlerInnen der Wiener Werkstätte alle Bereiche des täglichen Lebens mit Kunst überziehen mit dem Ziel, die Stadt zum Zentrum geschmacklicher Kultur auf dem Gebiet des Kunstgewerbes zu erheben. Alltagsgegenstände, Möbel, Mode, Beleuchtungskörper bis hin zu Schmuck und grafischen Entwürfen von Büchern oder Plakaten wurden unter Bedacht auf größtmögliche handwerkliche Verarbeitung und dem Willen nach Eigenständigkeit und Schönheit entworfen. Diese Entwicklung begann mit der Schaffung fortschrittlicher Arbeitsbedingungen für Handwerker und endete mit der Überwindung wuchernder Jugendstilornamentik französischer oder belgischer Prägung in Richtung einer geometrisch, abstrakten Formensprache von außerordentlicher Langlebigkeit und bis heute zeitloser Eleganz.

Ausstellung

STEFANIE MOSHAMMER: We Love Our Customers

13/10/202214/02/2023

KUNST HAUS WIEN. Museum Hundertwasser

Untere Weißgerber Straße 13, 1030 Wien

Frauenhände mit rosa Kunstnägeln, verziert mit Logos von Luxusmarken, streicheln ausrangierte Kleidungsstücke. Sie erkunden haptisch jedes Detail des Textils, liebkosen es regelrecht. Daneben tritt ein funktionslos gewordener, weil verbogener metallener Kleiderständer in Erscheinung.

 

Stefanie Moshammers fortlaufende Serie We Love Our Customers spielt mit unserer Wahrnehmung der heutigen Konsum- und Markenkultur. Die Künstlerin untersucht auf humorvolle und scharfsinnige Art und Weise unsere Beziehung zu Kleidungsstücken zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Wertschätzung und Massenprodukt. Die in der Ausstellung versammelten Arbeiten kokettieren mit dieser Wertedichotomie und dem Kontrast von organischen Materialien und entfremdeten, maschinellen Versatzstücken. Neben digital generierten Texten und Found-Footage-Videos dient der Künstlerin die Stoffsammlung ihrer Großmutter als Ausgangsmaterial.

 

Kuratorin: Sophie Haslinger

Stefanie Moshammer, She is but a trendy deal, 2022, Full HD, color, sound. Video still © Stefanie Moshammer

Ausstellung

Loving others

13/10/202215/01/2023

Künstlerhaus

Karlsplatz 5, 1010 Wien

Modelle der Zusammenarbeit

Kuratiert von Christian Helbock und Dietmar Schwärzler
Kuratorische Assistenz: Rhea Tebbich
Ausstellungsarchitektur: studio-itzo

 

„Wenn wir Euch alles erzählen würden, existierten wir gar nicht.“
(Irwin im Gespräch mit WHW – What, How & For Whom)

 

„Masturbation is Counter Revolutionary“
(Bruce LaBruce)

 

LOVING OTHERS will Künstler*innen-Gruppen und deren unterschiedliche Modelle von Zusammenarbeit in Form ihrer sozialen Bindungen und Solidaritäten produktiv machen und Geschichten des konstruktiven Scheiterns miterzählen. Im Fokus der Ausstellung stehen vorwiegend jüngere Werke, die auf unterschiedlichen Ansätzen von künstlerischer Zusammenarbeit basieren und deren inhärente, spezifische Arbeits- und Beziehungsformen Teil der Präsentation sein werden. Die Auswahl kann als exemplarisch, gleichzeitig aber auch willkürlich bezeichnet werden, da es unzählige Kollektive gibt. Zwei Beiträge sind als in situ Arbeiten konzipiert, die von Bar du Bois und dem Kollektiv ZIP Group realisiert werden.

 

Künstler*innen:
Bar du Bois, ____fabrics interseason & friends, Femplak, Forensic Architecture, Group Material, House of Ladosha, INVASORIX, Karpo Godina, Suzanne Lacy, The Nest Collective, ruangrupa – lumbung, Total Refusal, Anna Spanlang & Klitclique, ZIP group

Ausstellung

TILLA DURIEUX: Eine Jahrhundertzeugin und ihre Rollen

14/10/202227/02/2023

Leopold Museum

Museumsplatz 1, 1070 Wien

Sie war gefeierter Theater- und Filmstar, moderne Frau der 1920er-Jahre, politisch engagierte Zeitgenossin und galt als die am meisten porträtierte Frau ihrer Epoche. Die Rollen von Tilla Durieux (1880–1971) waren ebenso vielfältig wie auch die Liste der Künstler*innen, denen sie Modell saß: unter ihnen Auguste Renoir, Max Slevogt, Lovis Corinth, Franz von Stuck, Charley Toorop, Ernst Barlach, Oskar Kokoschka, Max Oppenheimer oder die Fotografinnen Frieda Riess und Lotte Jacobi.

 

Die in Wien geborene Ottilie Helene Angela Godeffroy wollte seit ihrer Kindheit zur Bühne und änderte ihren Namen in Anlehnung an den Geburtsnamen der Großmutter in Tilla Durieux. Nach der Schauspielausbildung in ihrer Heimatstadt schaffte es Durieux über Stationen in Olmütz und Breslau 1903 zu Max Reinhardt nach Berlin. Nach einigen kleineren Rollen, gelang ihr mit dem Part der Salomé in Oscar Wildes gleichnamigen Stück der Durchbruch – die Geburtsstunde des Mythos Tilla Durieux. Es folgten Engagements in allen wichtigen Häusern Europas und neue, herausfordernde Rollen–nicht nur auf der Bühne, sondern auch vor der Kamera.

 

Durch ihren ersten Ehemann, den Künstler Eugen Spiro, erlangte Durieux erstmals Zugang zur bildenden Kunst und den entsprechenden Kreisen; durch ihren zweiten Ehemann, den Kunsthändler und Verleger Paul Cassirer, wurde sie selbst Teil davon. Als Bildmotiv wie als Sammlerin blieb Durieux bis zum Beginn der Naziherrschaft in Deutschland aktiv. Sie zeigte sich nicht nur künstlerisch engagiert, sondern ebenso in sozialen wie politischen Fragen: Ob nun während des Zürcher Exils im Ersten Weltkrieg, in den Wirren der Münchner Räterepublik oder im Zagreber Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

 

In einer umfassend angelegten Schau geht das Leopold Museum erstmals der Faszination, die Tilla Durieux bereits bei ihren Zeitgenoss*innen auslöste, auf den Grund und folgt anhand von Bildnissen quer durch alle Medien den Spuren dieser schillernden Persönlichkeit. Durch kaum ausgestelltes Archivmaterial und internationalen wie nationalen Leihgaben wird Durieuxs Karriere, ihr soziales und künstlerisches Umfeld sowie ihr von politischen Umbrüchen geprägtes Leben umfassend beleuchtet.

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Georg Kolbe Museum und dem Archiv der Akademie der Künste, Berlin.

EUGEN SPIRO, Dame mit Hund (Tilla Durieux), 1905 © Privatsammlung, Foto: Leopold Museum, Wien © Bildrecht, Wien 2022

Ausstellung

CAITLIN LONEGAN: hot, clear, scratchy, soft

5/11/202221/01/2023

Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Grünangergasse 1, 1010 Wien

Eröffnung: Samstag, 5. November 2022, 12 – 16:00

 

Die Galerie nächst St. Stephen Rosemarie Schwarzwälder freut sich sehr, in ihrer dritten Einzelausstellung in unserer Galerie die neuen Malereien von Caitlin Lonegan zu präsentieren. Lonegan produziert kontinuierlich Malereien, die auf ihren Beobachtungen von Licht und Farbe aufbauen. Sie interessiert sich dafür, wie sich diese in einer Reihe von sich überlappenden Gesten, in denen sich das Subjektive und Empirische permanent überschneiden, vermittelt lassen. Dazu gehören auch die Beobachtung der Umgebungsbedingungen in ihrem Atelier, ihre alten Bilder und die, an denen sie gerade arbeitet, sowie eine Unzahl an Objekten, auf die ihr Blick fällt. Von diesen fängt sie spezifische visuelle Informationen ein und reproduziert ihre Effekte, die dann in ein neues Bild überführt werden können. Lonegan wiederholt diesen Prozess endlos und bringt so generative Variationen in verschiedenen Maßstäben hervor, die auf unterschiedlichen malerischen Ansätzen basieren.

Ausstellung

SPENCER LEWIS: Bubbles

5/11/202221/01/2023

Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Grünangergasse 1, 1010 Wien

Eröffnung: Samstag 5. November 2022, 12 — 16:00

 

Die Galerie nächst St. Stephen Rosemarie Schwarzwälder ist sehr erfreut, die erste Einzelausstellung der Malereien von Spencer Lewis in Österreich präsentieren zu dürfen. Aufbauend auf dem Erbe der Abstraktion des 20. Jahrhunderts, und diese erweiternd, führt Lewis seinen entfesselten Ansatz in vier großformatigen Bildern weiter. Dabei bedient er sich einer großen Auswahl an Gesten, die von einem nebelhaften Kleks bis hin zu muskulösen Konturen reichen, von denen jede eine bestimmte Funktion erfüllt und eine besondere Gewichtung erhält, und die zu überraschenden Permutationen überlagert und zusammengeführt werden. Sie gerinnen zu lebendigen Ansammlungen von Zeichen, inspiriert von den Erinnerungen, Gefühlszuständen und dem kontinuierlichen kreativen Prozess des Künstlers.

Ausstellung

PAULA FLORES: Party of a Lifetime

5/11/20226/01/2023

Das Ausstellungskonzept und die Kunstwerke von Paula Flores basieren auf SYMBIOGENESIS sowohl auf der physischen Ebene als auch bezogen auf die Praxis der mexikanischen schamanischen Traditionen. Symbiogenese in der biologischen Welt bedeutet, dass zwei oder mehr verschiedene Organismen in engem physischen Kontakt leben. Sie bringt ungleiche Individuen zusammen, um größere, komplexere Einheiten zu bilden wie etwa Flechten. Vor diesem Hintergrund möchte die Künstlerin folgende Frage stellen: Wie ist es möglich, dass das westliche kapitalistisch-imperialistische Denken, das vorwiegend von Männern entwickelt wurde, einen Teil der Menschheit in die Lage versetzt hat, die Ausbeutung von versklavten und unterdrückten Bevölkerungen und Menschengruppen und nicht zuletzt der Natur zu legitimieren? Ausgehend von dieser Frage sucht Paula Flores nach Wegen, diese hierarchischen Begriffskonstruktionen, die uns in unserem Verständnis der natürlichen Zusammenhänge der Welt einschränken können, zu verändern, dekonstruieren und überwinden. Zu diesem Zweck untersucht Flores außergewöhnliche Formen der Kommunikation zwischen Menschen und anderen Arten wie Pilzen, Bakterien und Pflanzen.

 

Die Ausstellung „PARTY OF A LIFETIME“ von Paula Flores, kuratiert von Marcello Farabegoli,  ist von 5.11.-17.12.2022, Do – Fr 16:00 – 19:00 / Sa 12:00-15:00 u.n.V. bis 18.12.2022-6.01.2023 im Kunstraum Feller, Kaiserstr. 54, 1070 Wien zu sehen.

Mehr Informationen unter marcello-farabegoli.net/in-close-proximity/  und https://paulafloresart.com/party-of-a-lifetime/ 

Paula Flores_Quelites_2019_Photo Rafael Lippuner

Ausstellung

ERIK SCHMIDT: Re-Retreat

8/11/202214/01/2023

KRINZINGER SCHOTTENFELD

Schottenfeldgasse 45, 1070 Wien, Österreich

Vernissage: 8. November 2022, 19 Uhr, Künstler anwesend, Kurator und Publizist Dr. Björn Vedder spricht zur Ausstellung

Ausstellung ab: 9. November 2022

Di – Fr 12 – 18 Uhr, Sa 11 – 14 Uhr

 

 

Krinzinger Schottenfeld freut sich, mit Re-Retreat die jüngste Einzelausstellung von Erik Schmidt zu präsentieren, die das schwer fassbare Paradies, das er mit seinem vorherigen Projekt Retreat geschaffen hat, um neue Elemente und Materialien zu erweitern. Die kreative Erkundung des 1968 geborenen polyedrischen, deutschen Malers ist oft von den Erzählungen seiner Reiseerfahrungen und seinem Wunsch geprägt, zu veranschaulichen, was er durch die Begegnung mit fremden Kulturen wahrnimmt.

 

 

Die Ausstellung nimmt uns mit auf eine sechswöchige Reise, die der Künstler im vergangenen Frühjahr nach Sri Lanka unternahm. Gemeinsam reisen wir in die Dörfer rund um die Hauptstadt Colombo, wo im März 2022 Massenproteste begannen und sich über das ganze Land ausbreiteten. Proteste von Menschen, die sich – dreizehn Jahre nach dem Ende eines langen Bürgerkriegs – noch immer von der Krise erholen und nun mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen haben, zu der Stromausfälle und Engpässe bei grundlegenden Gütern wie Treibstoff, Lebensmitteln und Medikamenten gehören.

 

 

In No Crisis, einer Zeichnungsserie, die auf Fotos basiert, die er auf seinen Streifzügen durch die Straßen aufgenommen hat, identifiziert Schmidt einzelne Personen aus dem Strom der Menschen, die in ihren Lebensrhythmus oder ihre Aktivitäten vertieft sind, und porträtiert sie auf den Seiten von Zeitungen, aus denen er täglich die nationalen Nachrichten erhält. Das Ergebnis ist eine äußerst ausdrucksstarke Gegenüberstellung von dicken Pinselstrichen, die einen echten Einblick in die örtliche Gemeinschaft gewähren und, trotz der begrenzten Farbskala und der hohen Luftfeuchtigkeit der Gegend, auch den „politischen Boden“ dieser Gemeinschaft zeigen. Einige Porträts hingegen werden später in seinem Atelier entwickelt, wobei er die besondere Technik des Übermalens bedruckter Leinwand anwendet, um seine dynamische, optische Filterung der Welt darzustellen.

 

 

Überwältigt von einer so politisch konnotierten Umgebung, wird selbst der faszinierte Blick des Malers beeinträchtigt. In Palm Bombs, kleinen Skizzen und großformatigen Gemälden, die auf Fotografien von Palmen basieren und während des Aufenthalts in der One World Foundation aufgenommen wurden, verwandelt sich die Natur selbst in ein Kriegsgebiet. Schmidts Perspektive ermöglicht dem Betrachter einen Blick von unten auf die Palmen, was normalerweise verboten ist, um Schäden durch herabfallende Kokosnüsse zu vermeiden. Die Impasto-Technik überschattet hier die Fotografie mit einer aggressiven Note, und die Farbe erreicht einen greifbaren skulpturalen Aspekt, indem sie innere Schwingungen in reine, verstörende Farbe umwandelt: Früchte werden so zu Bomben, Palmenblätter zu ihren Explosionsstrahlen.

 

 

Was von diesen Explosionen übrig geblieben ist, liegt auf dem Boden des Raumes, vielleicht von denselben Bäumen gefallen, wirken sie wie Waffen und Handgranaten. Weitere Zeitungsseiten liegen auf einem Kleiderbügel, überschrieben mit Schlagwörtern, als ob man verzweifelt versucht, die Nachrichten, die man zu lesen gezwungen ist, auszulöschen. Die Erwartung, dass es sich bei diesem Palmenhaus um ein Paradies handelt, verblasst und bringt uns zurück zum gewaltsamen Scheitern der Zivilisation.

 

 

Die vergebliche Suche nach einem Zufluchtsort findet sich auch in den beiden Videos Fine und Inizio wieder, die thematisch mit den Gemälden verwandt sind, aber in einem anderen geografischen und zeitlichen Kontext spielen. Das Szenario verlagert sich von der greifbaren Realität zu Schmidts eigener innerer Dimension, dem verlorenen Paradies, in dem die Illusion eines Zufluchtsortes erneut unerreichbar ist. Eine Art Selbsterforschung durch Schuldgefühle und Katharsis, welche zweifellos auf die Unruhe seiner Lebensreise zurückzuführen sind, resultieren schließlich in der bewussten Erkenntnis, dass es auf der Welt keinen Platz mehr für Rückzug gibt.

 

 

Text: Silvio Saraceno

Erik Schmidt, Suham Turtle, 2022, Öl auf Fine Art Print, auf Leinwand, 150 x 70 cm, courtesy Galerie Krinzinger und Erik Schmidt.

Ausstellung

ZHANG WEI: Colors of Emotions

9/11/202214/01/2023

Galerie Krinzinger

Seilerstätte 16, 1010 Wien

Vernissage: 9. November 2022, 19 Uhr
Ausstellung ab: 10. November 2022
Di – Fr 12-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

In seiner zweiten Einzelausstellung in der Galerie Krinzinger zeigt Zhang Wei eine Auswahl von 24 Werken, die zwischen 2016 und 2022 entstanden sind. Darunter sind drei Gemälde aus dem Jahr 2022, die unmissverständlich auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine hinweisen. In Anlehnung an die Farben der ukrainischen Nationalflagge hat Zhang Wei jede Leinwand großflächig mit Blau überzogen. In der ukrainischen Flagge steht das Blau für den Himmel über dem riesigen Land. Auf beiden Leinwänden von Zhang Wei nehmen die blauen Farben auf der Oberseite fast zwei Drittel der Leinwand ein, die größtenteils akribisch und gleichmäßig gemalt und mit harten Kanten versehen ist. Auf einem der Bilder mit dem Titel „Z-AC2022“ hat er einen gelben Fleck der ukrainischen Flagge auf den unteren Rand der blauen Farbe gemalt. Ein Großteil der blauen Fläche ist vollflächig, während die gelbe Farbe in der oberen Hälfte vollflächig und im unteren Teil skizzenhaft ist. In der zweiten ukrainespezifischen Arbeit „Z-AC2203“ scheint die gelbe Farbe auf den unteren Rand des blauen Himmels gespritzt zu sein, und zwar in einem ziemlichen Durcheinander.

 

 

Dieser Ansatz erinnert an ein Experiment, das er in den frühen 1980er Jahren durchführte. Als er nach Wegen suchte, von der figurativen Darstellung seiner in den 1970er Jahren entstandenen Landschaftsbilder wegzukommen, kletterte Zhang Wei einmal auf eine Leiter und ließ aus etwa vier Metern Höhe eine Schüssel mit Farbe auf die Leinwand fallen, so dass die Farbe überall hin spritzte, nicht nur auf die Leinwand, sondern auch in sein Zimmer. Die unkontrollierbare Wirkung dieser Aktion war eigentlich ein erwünschtes Ergebnis, und das Streben nach einer solchen Wirkung setzt sich in seinen nachfolgenden Arbeiten fort. Er sucht nach Prozessen, die zu unkontrollierbaren Erscheinungen führen, und setzt sie um. In den letzten Jahren hat er zum Beispiel versucht, mit seinem Motorrad zu malen. Er hat einen Eimer Farbe auf seine Leinwand geschüttet und ist mit dem Motorrad darüber gefahren, um Reifenspuren zu hinterlassen. Manchmal lässt er auch Spielzeugautos mit einer Fernbedienung über die Leinwand fahren. Alle seine Bemühungen zielen auf Verspieltheit und Dynamik in seinen Werken ab.

 

 

Das dritte Werk, das die ukrainische Flagge rekonfiguriert, ist „Z-AC2204“, ein in Öl gemaltes Buchalbum aus Reispapier, in dem blaue und gelbe Striche ineinander verwoben sind, wobei einer den anderen auf krawallige und energische Weise überschneidet. Das Buchalbum, ein vertrautes Format in der traditionellen chinesischen Malerei, öffnet sich zu einer langen horizontalen Schriftrolle, die Zhang Wei viel Raum für die Entfaltung seines Spiels mit Blau und Gelb bietet. Während das Album in gefalteter Form kompakt und ruhig ist, ist es eine kunstvolle und dynamische Symphonie, wenn es geöffnet wird, um die vielen Überraschungen und die Energie auf den Seiten zu enthüllen. Zhang Wei hat auch auf gefaltete Papierfächer gemalt. Wie das Papieralbum zerschneiden und überschneiden die Kurven dieser gefalteten Oberflächen Zhang Wei’s Pinselstriche und verstärken das dramatische Gefühl der Veränderung in ihrem Fluss.

 

 

Zhang Wei spricht offen über seine Empathie mit der Ukraine und ihren Menschen im Krieg. Seit seinem Ausbruch hat der Krieg in der Ukraine sowohl in der chinesischen Öffentlichkeit als auch in den künstlerischen und intellektuellen Kreisen enorme Gräben verursacht. Einige zögerten sogar, ihn als Invasion zu bezeichnen, da sie mit der russlandfreundlichen Haltung und Rhetorik der chinesischen Regierung übereinstimmten. Als überzeugter Liberaler sah sich Zhang Wei gezwungen, seine Position zu diesem Thema in seinen Gemälden zum Ausdruck zu bringen. Diese Serie neuer Werke bietet eine wertvolle Perspektive für das Verständnis von Zhang Wei’s Praxis, die über die rein formalistische Erkundung hinausgeht. Die kritische Distanz zu jeder Form von Autorität und Hegemonie unterstreicht Zhang Wei’s künstlerischen Werdegang ebenso wie seine Lebensphilosophie. Bereits 1976 (oder 1977) nahm sich Zhang Wei ein übersetztes Buch des amerikanischen Schriftstellers Richard Bach, Jonathan Livingston Seagull, zu Herzen. Darin schrieb Bach über eine Möwe, die trotz aller Widrigkeiten und Spötteleien hoch und frei fliegt. Diese Geschichte zeigte Zhang Wei, wie man frei und persönlich leben und mit Kunst umgehen kann. Zhang Wei identifizierte sich stark mit der mutigen Möwe, die immer auf der Suche nach Freiheit ist und sich von keinem Hindernis auf ihrem Weg abhalten lässt. Dieses Buch war einer der wichtigsten Einflüsse auf seine Lebens- und Arbeitsweise als Künstler, bevor er die Chance nutzte, an einer Ausstellung in New York teilzunehmen, um Peking zu verlassen und in den folgenden zwei Jahrzehnten von 1986 bis 2005 in den USA zu leben. Dort widersetzte er sich der Idee, dem Rat seines Galeristen zu folgen, seine künstlerische Karriere zu planen, und hielt sich stattdessen an den menschlichen Geist, den er für weitaus wichtiger hielt, als ein erfolgreicher Künstler zu werden.

 

 

Diese liberale und humanistische Einstellung zum Leben und zur Kunst ist ein beständiger und inhärenter Aspekt, der die Spannung und Relevanz von Zhang Wei’s künstlerischer Praxis gegenüber den verschiedenen sozialen und politischen Kontexten, die er durchlebt hat, aufrechterhält. Er stand immer in einem gewissen Dialog mit aktuellen Themen. In den frühen 1970er Jahren distanzierte er sich mit seiner Entscheidung, Pleinairbilder und impressionistische Landschaften zu malen, von den Dogmen der sozialistischen realistischen Kunst jener Zeit. Zu Beginn der 1980er Jahre eröffnete ihm sein weiteres Abtauchen in die Abstraktion einen Raum für Selbstdarstellung und künstlerische Freiheit. Im Zuge der Kampagne zur geistigen Befreiung (sixiang jiefang) nach dem Ende der Kulturrevolution gab es in der chinesischen Gesellschaft weniger Kontrolle und mehr Raum für freies Denken. Damals ergriffen ältere Künstler die Gelegenheit, sich für stilistische Vielfalt und formale Erkundung als Ausdruck künstlerischer Autonomie einzusetzen. Jüngere Künstler innerhalb und außerhalb der Kunstakademien verfolgten zu dieser Zeit eine getreue figurative Darstellung von nicht-heroischen Charakteren, Ereignissen und Aspekten der alltäglichen Realität, wie z. B. dem Leben auf dem Lande, und widersetzten sich damit der idealisierten Darstellung von Themen im sozialistischen Realismus. Zhang Wei und einige seiner gleichgesinnten Künstlerfreunde wie Wang Luyan und Zhu Jinshi suchten die Freiheit in der Malerei in abstrakten Formen.

 

Text: Carol Yinghua Lu

Zhang Wei, Z-AC2117, 2021, oil on linen, 150 x 200 cm, courtesy Galerie Krinzinger and the artist

Ausstellung

NEVIN ALADAĞ: Tuning

9/11/202210/12/2022

Galerie Krinzinger

Seilerstätte 16, 1010 Wien

Vernissage: 9. November 2022, 19 Uhr, Künstlerin anwesend
Ausstellung ab: 10. November 2022
Di – Fr 12 – 18 Uhr, Sa 11 – 16 Uhr

 

Galerie Krinzinger freut sich über die erste Einzelausstellung von Nevin Aladağ in ihren Räumlichkeiten. Die Ausstellung Tuning vereint mehrere Werkserien der zuletzt in einer großen Einzelausstellung in der Villa Stuck in München gezeigten Installations-und Performancekünstlerin. In den Social Fabrics verbindet die Künstlerin hochwertige handgeknüpfte Teppiche aus dem Iran, der Türkei und China mit maschinell hergestellter Massenware zu abstrakten Collagen. Die verwendeten Materialien wie Wolle, Seide und synthetische Stoffe sowie deren Verarbeitung und Herkunft stellt sie gleichwertig nebeneinander, in dem sie sich zu einem neuen Ganzen verbindet. Das Ornament als verbindendes Element findet sich auch in den hexagonförmigen Keramikmodulen der Serie Jali, in die die Künstlerin aus dem Gedächtnis gezeichnete Muster einschreibt. Die Module funktionieren als Bausteine, die die Künstlerin zu Wandarbeiten und Installationen wie erstmals auf der Documenta 14, 2017, installiert.

 

Leaning Wall zeigt Abdrücke von Körperteilen in Meissner Porzellan, montiert wie die Griffe einer Kletterwand. Durch die Negativformen wird die Kletterwand zur „Anlehnwand“. Nevin Aladağ interessiert das organische und brüchige des Materials, aber auch die Passform im Sinne der Geschlechtsidentität. Eine Version von Leaning Wall ist als permanente Installation seit 2014 am Robert-Koch-Institut in Berlin zu sehen. Die Werkserie Stiletto entstand während der Performance „Raise The Roof“ anlässlich der Venedig Biennale 2017. In der Performance ließ die Künstlerin Tänzerinnen auf Kupferblechen tanzen. Jede Arbeit trägt den Titel und die Dauer des Liedes, zu dem getanzt wurde. Ihre zu Musikskulpturen veränderten Möbeln und Resonanzkörpern wie Frame Harp und Hanger Harp sowie Resonating Space (Square Bells 90) verweisen auf Ihre „Music Rooms“ und „Resonating Spaces“ wie auf der documenta 14 in Athen und zuletzt in der Ausstellung Sound of Spaces in der Villa Stuck, 2021. Die Installation Tusch-carneval notiert die Künstlerin einen Tusch (Fanfare) mittels Abgüssen von Kanonenkugeln aus dem 17jh. Nevin Aladağ zieht hier den Kreis von der musikalischen Neuinterpretation der Kanonenkugel zurück zum ursprünglichen Kontext, denn das Schießen der Kanonen wurde mit Fanfaren eingeleitet. Die Objekte der Serie Rehersal stehen in Zusammenhang mit den partizipativen Installationen der Serie Stage – Bühnenvorhänge aus künstlichen Haaren, gezeigt im Arter in Istanbul, 2012.

 

Nevin Aladağ wurde 1972 in Van in der Türkei geboren, lebt und arbeitet in Berlin,
Sie studierte an der Münchner Akademie Bildhauerei. Aladağ wurde vielfach ausgezeichnet, war 2017 mit einem ihrer „Musikzimmer“ Teilnehmerin der Documenta 14 und hat im gleichen Jahr mit der Performance „Raise The Roof“ an der Venedig Biennale teilgenommen. Seit 2019 ist sie Professorin für Skulptur in Bewegung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Auswahl an Ausstellungen: Barakat Contemporary, Seoul (solo) 2022, Lenbachhaus, München,2022, Villa Stuck, München (solo) 2021, Tinguely Museum, Basel, 2021, Museum, Singapore, 2021, Kunstmuseum Bonn, 2021, Arter, Istanbul (solo), 2020, Southbank Centre, HENI Project Space, Hayward Gallery, London (solo) 2020, Hamburger Bahnhof, Berlin, 2020, SFMOMA , San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco (solo), 2019, Albertinum-Staatliche Kunstsammlung, Dresden, (solo) 2018, Salzburger Kunstverein (solo), 2018, Lentos Kunstmuseum Linz (solo), 2018, KÖR Kunst im öffentlichen Raum, Vienna (solo), 2018, Rückwand der Kunsthalle Basel, 2014 (solo).

Nevin Aladağ, Social Fabric, compass, 2022, carpet pieces on wood, wooden frame, ø 134 cm, d 4 cm, courtesy Galerie Krinzinger and the artist

Ausstellung

NIKLAS LICHTI: Meds & Miracles

10/11/202222/12/2022

Galerie Layr

Seilerstätte 2/26, 1010 Wien

Niklas Lichti ist ein in Wien lebender Künstler, Mitherausgeber des Webmagazins The Critical Ass und Gründer des kurzlebigen Projektraums Geld in London.
In einer breiten Vielfalt von Medien, darunter Skulpturen, Zeichnungen, Text und Video, setzt Lichti Begriffe wie elliptisches Erzählen und Montage sowie seine Bewunderung für Literatur, Stand-up-Comedy und Wirtschaftstheorie ein, um die Notlage des Liberalismus, soziale Währungen, (künstlerische) Selbstdarstellung und die Politik der Intimität und psychischen Gesundheit zu erkunden.

 

Mittwoch–Samstag 12–18 Uhr

Ausstellung

PATTERNS & STRUCTURES

15/11/202210/12/2022

Es gelten die jeweils aktuellen behördlichen C19-Auflagen.

Projektraum Viktor Bucher

Praterstraße 13/1/2, 1020 Wien

Gruppenausstellung mit:

SOPHIE DVORAK, AURELIA GRATZER, DANIEL HAFNER, BARBARA HAINZ, SIGGI HOFER, CHRISTIAN HUTZINGER

 

Soft Opening am Dienstag, den 15.11.2022, 17 – 21 Uhr

Ausstellungsbeginn: 16.11.2022

Wandarbeit: Christian Hutzinger, Ohne Titel (CH 33/2022)

Ausstellung

JEAN-FRÉDÉRIC SCHNYDER | THE OTOLITH GROUP | PATRICIA L. BOYD

19/11/20225/02/2023

Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

Friedrichstraße 12, 1010 Wien

Jean-Frédéric Schnyder

Seit Ende der 1960er-Jahre hat der konzeptuell arbeitende Schweizer Künstler Jean-Frédéric Schnyder ein breites Oeuvre geschaffen, das Malereien, Fotografien, Skulpturen, Objekte und Installationen umfasst. In seiner künstlerischen Praxis ist er stets radikal offengeblieben. Ein Resultat seiner radikalen Offenheit ist ein Werk voller Diskontinuitäten. Betrachtet man Schnyders malerisches Werk seit dem Beginn der 1970er-Jahre, so entdeckt man zugleich überraschende Kontinuitäten und Brüche.

Jean-Frédéric Schnyder, geboren 1945 in Basel, lebt und arbeitet in Zug, Schweiz.

Programmiert vom Vorstand der Secession
Kuratiert von Jeanette Pacher

 

The Otolith Group

The Otolith Group, 2002 von Anjalika Sagar und Kodwo Eshun als von KünstlerInnen geleitetes Kollektiv gegründet, ist in London angesiedelt. Die Gruppe erforscht die zeitlichen Anomalien, anthropischen Inversionen und die synthetische Entfremdung des Posthumanen, des Inhumanen, des Nicht-Menschlichen und die Komplexität der Umweltbedingungen des Lebens, mit denen wir alle konfrontiert sind.

The Otolith Group ist ein in London ansässiges Kollektiv, das 2002 gegründet wurde.

Programmiert vom Vorstand der Secession
Kuratiert von Bettina Spörr

 

 

Patricia L. Boyd

Patricia L. Boyd thematisiert in ihrem Werk häufig die Wechselbeziehungen zwischen Präsentationstechniken und institutionellen Dynamiken, indem sie räumliche Eingriffe vornimmt, welche die Wahrnehmung und Bewegung der Betrachter*innen in den Ausstellungsräume verändern. Sie arbeitet mit einer Reihe von Medien, darunter Skulptur, Fotografie, Schreiben und Video.

Patricia L. Boyd, geboren 1980 in London, lebt und arbeitet in New York und London. Sie war bereits 2018 in der von Anthony Huberman kuratierten Gruppenausstellung Other Mechanisms in der Secession zu sehen und hatte seitdem vielbeachtete Einzelausstellungen im Münchener Kunstverein (2020), Front Desk Apparatus, New York (2019), Christian Andersen, Kopenhagen (2019) und Cell Project Space, London (mit Rosa Aiello, 2019).

Programmiert vom Vorstand der Secession
Kuratiert von Annette Südbeck

Jean-Frédéric Schnyder, Hans Schnyder 1959 – JF 2020 nach Winston Churchill, 2020. Courtesy der Künstler & Galerie Eva Presenhuber, Zurich / New York

Ausstellung

ASGAR/GABRIEL – Obscure Things and the Sun

22/11/202215/01/2023

Galerie Ernst Hilger

Dorotheergasse 5, 1010 Wien

Eröffnung 22.11.2022, 19:00-21:00, durch Jan Gustav Fiedler (Museum of Now)

ASGAR/GABRIEL, Galerie Ernst Hilger

Ausstellung

Applied Correlation Laboratory

25/11/202225/01/2023

Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung

Mariahilfer Straße 1b/1, 1060 Wien

Das Applied Correlation Laboratory dient als Pilotprojekt, um eine nachhaltige Kooperation zwischen der Universität für angewandte Kunst Wien und der Friedrich Kiesler Stiftung zu etablieren. Im Zentrum steht die Erforschung und Kontextualisierung experimenteller Methodik und künstlerischer Forschung an Kunstuniversitäten in Anlehnung an Friedrich Kieslers ganzheitliches Laboratory for Design Correlation. Die Ausstellung in der Friedrich Kiesler Stiftung zeigt Ergebnisse aus dem INTRA-Projekt Applied Correlation Laboratory sowie historisches Material aus dem Archiv.

 

Mit Arbeiten von Francesca Centonze, Ganaël Dumreicher, Kirils Ēcis, Aleksandar Gabrovski, Jai Yun Lee, Jona Lingitz, Isolar Mesec, Michi Schmidl, Marlene Stahl und Bofan Zhou

 

Ausstellungsdisplay von: Jasmy Chieh-Hsuan Chen

 

Ein Forschungsprojekt von Doris Krüger/Krüger & Pardeller, Senior Artist an der Universität für angewandte Kunst Wien, und Gerd Zillner, Direktor der Österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung

Applied Correlation Laboratory, Foto: Doris Krüger

Ausstellung

CHRISTIAN EISENBERGER – CO CO ON vs CO CO OFF

25/11/202214/01/2023

KRINZINGER SCHOTTENFELD

Schottenfeldgasse 45, 1070 Wien, Österreich

Ausstellung & Katalogpräsentation in Anwesenheit des Künstlers Christian Eisenberger

Zur Präsentation erscheint eine limitierte Vorzugsausgabe

Ausstellung

ANASTASIA KHOROSHILOVA & MAX BRENNER

25/11/20227/01/2023

Galerie Ernst Hilger Ballgasse

Ballgasse 1, 1010 Wien

Eröffnung: 24. November, 19:00-21:00

Rights reserved by the artist, courtesy of Galerie Ernst Hilger

Ausstellung

and so on. Eine Gruppenausstellung

25/11/20224/02/2023

das weisse haus

Hegelgasse 14,
1010 Wien

kuratiert von Kathy Cho

das weisse haus hat die in New York ansässige Kuratorin Kathy Cho eingeladen, eine Gruppenausstellung zum Thema Challenging Orders im Rahmen der Vienna Art Week zu kuratieren. Chos Ausstellung mit dem Titel „and so on“ zeigt Künstler:innen, die sich in ihrer Research mit Diaspora, Verlust und immaterieller Arbeit auseinandersetzen, wobei Melancholie und Verlust als Potenzial für mögliche Zukünfte begriffen werden. Die individuelle Bildsprache der einzelnen Künstler:innen wird in „and so on“ auf sensible und poetische Weise als Art lebendes Archiv begriffen. Rituale des Sammelns von Informationen und Objekten mittels digitaler Technologien werden dabei genauso untersucht wie was im Zuge von Diaspora-Bewegungen gewonnen wird und was verloren geht. In Bearbeitung von persönlichem und kollektivem Verlust begreifen die Künstler:innen Melancholie als aktiven Prozess und Ausgangspunkt für Sehnsucht und Lust auf die zukünftige Gegenwart.

 

Kuratorin: Kathy Cho

 

Künstler:innen: 

Ana de Almeida
Caroline Garcia
Rami George
Rebeca Romero
agustine zegers
Na Mira

Na mira,(and what for Joan?) SALIENCY SEA SEE TERRA INCOGNITA TOMORROW OR (or?) SERIF NOT SAND AND CHERISH AS STARS MOVE, 30.03.2021 © courtesy of the

Ausstellung

mixed up with others before we even begin

26/11/202210/04/2023

mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Museumsplatz 1,1070 Wien

Die Ausstellung mixed up with others before we even begin fokussiert auf Formen von Kontamination und untersucht Denk- und Arbeitsmodelle, die innerhalb der gegenwärtigen visuellen Kultur unterschiedliche, teils gegensätzliche Einheiten miteinander in Beziehung bringen.

Anhand aktueller künstlerischer Positionen, die in Dialog mit ausgewählten Werken der mumok Sammlung sowie mit Objekten der Sammlungen des Naturhistorischen Museums Wien treten, rückt die Mischform nicht nur als künstlerische, sondern auch als gesellschaftliche und politisch wirksame Leitlinie in den Vordergrund. Dabei geht es um Momente der Begegnung und des freundlichen Zusammenschlusses ebenso, wie um Momente des Aufeinanderprallens.

 

Künstler*innen: Leilah Babirye, Mariana Castillo Deball, Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová, Nilbar Güreş, Nicolás Lamas, Slavs and Tatars

Nilbar Güreş: Contaminated Pina Colada, 2021. Oil on canvas, 50 × 40 cm. Courtesy of the artist and Galerie Martin Janda, Vienna

Talk

Artist-Talk mit Sonia Leimer und Manuel Gorkiewicz

10/12/202210/12/2022

14:00—17:00

Domgasse 6 – Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Domgasse 6, 1010 Wien

im Rahmen der Gruppenausstellung gewendet • angewendet • angewandt

ARTIST-TALK
mit Sonia Leimer und Manuel Gorkiewicz, moderiert von Fiona Liewehr, Kuratorin
Samstag, 10. Dezember 15 – 16:00
14 – 17:00 Maroni und Glühwein im Hof
DOMGASSE 6
gewendet • angewendet • angewandt
Gruppenausstellung mit:
Marco A. Castillo
Miho Dohi
Manuel Gorkiewicz
Katharina Grosse
Sonia Leimer
Isa Melsheimer
Manfred Pernice
Karin Sander
Michael E. Smith
Jessica Stockholder
8 OCT 2022 – 21 JAN 2023

Markus Wörgötter, Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder