VIENNA ART WEEK 2025

Sichtbarkeit, Identität und die Kunst dazwischen – eine Performance von Sheri Avraham bei der VIENNA ART WEEK 2025

Im Rahmen des Festivals präsentiert das Museum die Performance „Mizrachi Futurism: Situated Systems“ von Sheri Avraham, die an das diesjährige Motto der VIENNA ART WEEK, LEARNING SYSTEMS, anknüpft.

© Jorit Aust

Die Arbeit untersucht aus einer mizrachischen, queeren Perspektive, wie kulturelles Gedächtnis und Herkunft, aber auch digitale Strukturen Identität mitgestalten. Durch rituelle Gesten, verkörperte Präsenz und mediale Fragmentierung entsteht ein kritischer Ort der Wissensproduktion, der das Fragmentarische, Undurchsichtige und Verborgene in den Vordergrund rückt.

 

Während der VIENNA ART WEEK ist auch die kürzlich neu eröffnete Ausstellung „Schwarze Juden, Weiße Juden? Über Hautfarben und Vorurteile“ (22. Oktober 2025 – 26. April 2026, Museum Dorotheergasse) zu sehen.

© JMW

Das Jüdische Museum Wien zeigt mit der Ausstellung die komplexen Zusammenhänge von Hautfarbe, Identität und Zugehörigkeit. Zeitgenössische Kunstwerke, historische Dokumente und Objekte verdeutlichen, wie Jüdinnen und Juden in unterschiedlichen Zeiten und Kontexten gesehen, beschrieben und dargestellt wurden – als Weiße oder Nicht-Weiße, Schwarze oder Nicht-Schwarze, als Diskriminierte oder Diskriminierende. Die Ausstellung lädt dazu ein, stereotype Vorstellungen zu hinterfragen und Hautfarbe als soziale und historisch bedingte Konstruktion kritisch zu reflektieren.

 

Ein zentraler Beitrag der Ausstellung ist das Auftragswerk „By Any Other Name …“ der jüdisch-syrisch-amerikanischen Künstlerin Lenore Mizrachi-Cohen. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verschwinden arabisch-jüdischer Vornamen und damit auch der Auslöschung von Geschichte, Sprache und kollektiver Erinnerung. Aus kalligrafischen Formen traditioneller arabischer Namen entstehen zarte Blumen, deren Farben von dunkel zu hell übergehen. Dieses Verblassen symbolisiert das Verschwinden der Namen – und zugleich die Vielfalt (arabisch-)jüdischer Identitäten, die oft unsichtbar bleiben.

© Friedrich-Schiller-Universität Jena, Universitätsarchiv

Gemeinsam eröffnen Ausstellung, Werk und Performance ein dichtes Geflecht von Themen: Sichtbarkeit, Identität, Erinnerung und Selbstbehauptung. Das Jüdische Museum Wien zeigt damit, wie zeitgenössische Kunst und historische Reflexion ineinandergreifen und den Dialog über jüdische Identität heute lebendig halten.

 

Die Performance Mizrachi Futurism: Situated Systems findet im Rahmen der VIENNA ART WEEK 2025 am 13. November um 18:30 Uhr im Jüdischen Museum Wien (Dorotheergasse 11, 1010 Wien) statt.

 

Weitere Informationen zur Performance im Rahmen der VIENNA ART WEEK 2025 finden Sie hier. 

 

Einen Überblick über unser gesamtes Programm während der VIENNA ART WEEK 2025 finden Sie hier.