Im Rahmen der Ausstellung Holobiont – Life is Other

Sprachen beschreiben traditionell Phänomene der lebendigen Welt oder setzen sie performativ um; die Poetik behandelt Wörter seit langem als quasi-lebendige Subjekte. Doch in der posthumanen Ära können Zeichensysteme sogar als lebende Entitäten an sich betrachtet werden. Die in diesem LASER-Talk vorgestellten künstlerischen Arbeiten verschmelzen Sprache mit lebendiger Materie, lassen Sprache – unterstützt durch künstliche Intelligenz – als biomimetische Arbeitskraft agieren und verlagern die Funktion von Sprache als Kommunikation auf Sprache als tatsächlichen biomedialen Eingriff. Die vorgestellten Arbeiten zeigen, wie sich Artikulation, Stimme und Laute dabei neu organisieren, wie Natur und Sprache sich unter Ausschluss des menschlichen Gehirns kurzzuschließen versuchen und wie die menschliche Sprache – nicht nur metaphorisch – mit nicht-menschlichen Wesen koexistieren kann. Schließlich stellt sich die Frage, ob solche Verkörperungen der Sprache zur Entwicklung und Komplexitätssteigerung ihrer Semantik beitragen können oder ob sie die Fähigkeit der Sprache zur Symbolbildung eher behindern.

 

 

Beitragende (mit Vorträgen, Demonstrationen und Performances)

 

Jens Hauser ist ein deutscher Wissenschaftler, derzeit Professor für Kunstgeschichte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). An der Schnittstelle von Medienwissenschaft, Kunstgeschichte und Epistemologie hat er eine ästhetische und epistemologische Theorie der Biomedialität und Mikroperformativität entwickelt.

 

Thomas Feuerstein ist ein österreichischer Künstler, der darauf abzielt, Metaphern in „Metabole“ zu überführen. Seine prozessuale Skulptur PANCREAS verwandelt Bücher in Glukose, um menschliche Gehirnzellen zu ernähren, während in seiner Arbeit POEM die von den Ausstellungsbesuchern ausgeatmete Luft zu Wasser kondensiert, das zu destilliertem Schnaps weiterverarbeitet wird und den Besuchern zum Trinken angeboten wird.

 

Špela Petrič ist eine in Ljubljana und Amsterdam lebende Künstlerin für neue Medien, die einen Doktortitel in Biologie besitzt. In ihrer Arbeit Institute for Inconspicuous Languages: Reading Lips versuchen das künstliche neuronale Netzwerk LipNet und ein menschlicher Dolmetscher für Gehörlose, die mikroskopischen „Lippen“ (Blattporen) der Zollpflanze (Tradescantia zebrina_) zu lesen, um einen gemeinsamen sprachlichen Code zwischen Menschen und Pflanzen zu verhandeln.

 

Klaus Spiess, Emanuel Gollob und Ulla Rauter bilden ein österreichisches Art&Science Kollektiv, das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds gefördert wird. In ihrer Performance Installation Ecolalia setzen sie Deep-Learning ein, um sowohl den latenten Raum unbekannter Phoneme als auch den latenten Raum der oralen Mikrobiota auf Überschneidungen zu untersuchen.

 

Rotraud Kern ist eine österreichische Performerin und Choreografin, sie ist Gründungsmitglied eines Vokalensembles, unterrichtet Stimme und Körper und wird im Rahmen von Ecolalia performen.

 

Lucie Strecker, eine in Wien lebende deutsche Künstlerin und Regisseurin, entwirft spezifische Szenografien für diese LASER-Reihe, die  deren hybriden und mikroperformativen sowie transakademischen Charakter betonen.

 

Eine Kooperation zwischen dem Angewandten Interdisciplinary Lab, der Medizinischen Universität Wien und LASER (Leonardo Art&Science Evening Rendevouz). Gefördert durch den FWF (PEEK AR 687).

 

Für online Teilnehmer:innen:

https://us02web.zoom.us/j/88181886912

 

https://leonardo.info/civicrm/event/info?reset=1&id=756

 

ART SPACE

Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien

https://ail.angewandte.at/

+431711332007

info@ailab.at

AIL – Angewandte Interdisciplinary Lab

Das Angewandte Interdisciplinary Lab ist ein Raum und eine Plattform für Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und künstlerischer Forschung. Es wurde 2014 von der Universität für angewandte Kunst Wien auf Initiative von Gerald Bast gegründet, um den Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen zu ermöglichen und Kunst und künstlerische Forschung zu öffnen. AIL widmet sich dem Dialog zwischen allen Besucher:innen und Teilnehmer:innen sowie verschiedenen Wissensgebieten und verbindet Partner:innen aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Design, Forschung mit den Ressourcen der Universität für angewandte Kunst Wien.

Performance & Talk: Sprache als Biomedium und ökosemiotische Intervention

24 Nov 2022/18:00-20:30H

AIL - Angewandte Interdisciplinary Lab

Georg-Coch-Platz 2, 1010 Wien, Österreich

© Špela Petrič

Performance & Talk: Sprache als Biomedium und ökosemiotische Intervention

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