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„IM LEBEN GIBT ES WIE IN DER KUNST VIELE WAHRHEITEN.“

Großartig an bildender Kunst ist, dass nichts eindeutig ist. Ein hochkarätiges Kunstwerk wie das Porträt von Rudolf dem Stifter (1360–1365) oder die „Vierge Ouvrante“ (1420–1430) aus dem Dom Museum Wien zeigt, dass es im Leben wie in der Kunst viele Wahrheiten gibt. Je nachdem, welchen Blick ich auf ein Kunstwerk werfe und in welchem Kontext ich es zeige, offenbart es eine neue Wahrheit. Das Dom Museum Wien sehe ich daher als Ort, an dem sich die Besucher auf die Suche nach der persönlichen Wahrheit begeben. Es ist ein Ort, an dem Fragen gestellt und keine Antworten gegeben werden. Wenn die Menschen unser Museum verlassen, berührt und nachdenklich gestimmt von den existenziellen und ästhetisch vielgestaltigen Exponaten, dann ist das mehr, als ich mir als Museumsdirektorin erträumen darf.

Johanna Schwanberg, Dom Museum Wien