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„SCHIEDSRICHTER DER WAHRHEIT KANN NUR EINE AUFGEKLÄRTE GESELLSCHAFT SEIN.“

© Sabine Hauswirth

Johann Wolfgang von Goethe hat „Dichtung und Wahrheit“, die Darstellung seines Lebens und Wirkens, als Märchen bezeichnet und so gewissermaßen eingestanden, dass es ihm wichtig war, Werk und Wirken aus eigener Sicht zu beleuchten.
Auch Friedrich Kiesler hat, wie viele Wegbegleiter, in seinen Schriften zur Selbststilisierung beigetragen und seine Ideen und Werke als die Wahren, Wirklichen und Ersten ihrer Art dargestellt. Schiedsrichter der Wahrheit kann nur eine aufgeklärte und informierte Gesellschaft sein; im Falle Kieslers waren es aktuell Forscherinnen und Forscher, die in einem jüngst erschienenen Essayband vieles im Werk und Leben Kieslers neu sehen lassen und seinen immensen Anteil an künstlerischem Diskurs und Entwicklung des 20. Jahrhunderts durch sein persönliches Freundesnetzwerk bestätigen.

Peter Bogner, Österreichische Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung